
Vertraust du mir?
Es gibt ein Segnungssritual das ich jeden Morgen beim waschen meines Gesichts mache. Es ist ein Ritual das mir schon so in Fleisch und Blut übergegangen ist wie das tägliche Zähneputzen. Ich habe schon einiges über das Segnen von Dingen, Orten, Situationen und auch Menschen gelesen.
Ehrlich gesagt war das Segnen für mich immer Sache eines Priesters. Ich glaubte immer man müsse ein bestimmtes Amt bekleiden um Segnungen aller Art überhaupt ausführen zu können. Es überraschte mich doch sehr zu lesen das ein jedes Menschenwesen segnen kann und auch darf.
Nun, so fing ich bereits vor Jahren damit an mich mit guten Schwingungen zu segnen. Ich tue dies wirklich sehr konsequent und auch regelmäßig. Auch oder gerade an jenen Tagen wo ich mich eigentlich gar nicht danach fühle zu segnen, geschweige denn das ich die Schwingungen mit denen ich mich segne fühlen könnte.
Diese Schwingungen sind z.B. Mitgefühl, die Liebe ohne Gegenteil, Lebensfreude, Dankbarkeit, Geborgenheit, Kreativität, Inspiration, Heilung sowie mit dem Leben sprich, Gott selbst. In Tagen wo meine Schwingung sowieso schon recht hoch ist kann ich jede Segnung die ich im Geiste ausspreche ganz deutlich fühlen. Ich genieße das eiskalte Wasser das mein Gesicht mit jeglicher Segnung sanft und erfrischend benetzt. Ich kann die Liebe die in diesen Segnungen steckt ganz deutlich wahrnehmen.
Das gewöhnliche Leitungswasser scheint mir in dem Moment mit göttlicher Energie durchtränkt und aufgeladen zu sein. Es scheint mir wie ein Baden in Gott selbst.
Neulich erzählte ich einer mir sehr lieben Freundin davon und sie erinnerte mich in diesem Zusammenhang noch mal daran das Wasser ja auch sowieso eine hohe Leitkraft hätte.
Das interessante ist je mehr ich mich mit solchen Schwingungen auflade desto mehr erlebe ich sie in meinem Leben. Plötzlich gibt es immer häufiger Dinge für die ich zutiefst dankbar bin, Menschen die mir Liebe schenken durch ihre mitfühlenden Worte oder sonstige liebevolle Handlungen. Da tun sich immer häufiger Gelegenheiten auf mit mir selbst und auch mit meinen Mitmenschen ins Mitgefühl zu gehen. Da gibt es immer häufiger Situationen in denen ich tiefen Frieden oder jauchzende Lebensfreude erfahren darf. Momente tiefen Glücks obschon da gerade gar nichts spektakuläres oder Besonderes geschieht.
Es sind diese innigen Momente in denen das Universum mich ganz liebevoll anzuschauen scheint ob nun durch Menschen, Gedanken oder Situationen. Es sind diese winzig kleinen Momente die ich vielleicht ohne diese freudige Erwartung gar nicht zur Kenntnis genommen hätte. Es sind die liebevollen und tröstenden Worte eines fremden Menschen, ein liebevolles Lächeln, ein kleines Geschenk, eben ein liebevoller Wink des Lebens.
Neulich erst stand ich an der Haltestelle als ein Mann auf mich zukam und mich um ein paar Cent bat. Ob ich ihm aushelfen könne, er habe sein Postmanie verloren und müsse dringend heim. Ich gab ihm ein paar Euro mit den Worten vielleicht möge ihm das weiterhelfen. Der Mann sagte nur etwas von wegen was er sich alles anhören müsse, wie abschätzend er sich behandelt gefühlt hätte u.s.w.
Der Mann zog weiter und mein kleines Ich meldete sich sofort zu Wort: „Naja, bedanken hätte er sich ja schon können.“ Als mir plötzlich klar wurde der Mann sich bereits bedankt hatte, wenn auch eher indirekt. Als ich die Situation nochmals vor meinem geistigen Auge abspulte konnte ich es ganz deutlich sehen. Im Grunde hatte er mir das ja nur erzählt weil er gerade diese Erfahrung mit mir nicht gemacht hatte. Ich schien also einer der wenigen gewesen zu sein, die ihm nicht nur etwas gaben, sondern ihn auch nicht abwertend behandelt hatten.
Diese Erfahrung war für mich äußert bereichernd gewesen, weil ich jetzt erkennen konnte das er sich auf seine ganz eigene Weise und in seiner Sprache bedankt hatte. Was mich wiederum mit tiefer Liebe und Dankbarkeit zum Leben selbst erfüllte.
Erst gestern noch erfuhr ich liebevolle Annahme, als mein kleines Ich der Ansicht war etwas verbockt zu haben, bei einer Freundin von mir. Das kleine Ich in mir fühlte sich sehr schuldig es war mit tiefen Zweifeln durchflutet.
Das interessante hieran war das ich im Laufe des Tages während das kleine Ich in mir so verzweifelt war und sich zutiefst schuldig fühlte, als ich plötzlich rechts von mir genau diese Freundin zu mir sprechen hörte. Sie ganz liebevoll und mitfühlend zu mir sagte „Lieber Olaf so wie es ist ist das völlig in Ordnung. Du bist nach wie vor absolut liebenswürdig. Es ist nicht so wie du vielleicht jetzt denkst“ Mir schien als ob ein Teil des großen Ganzen, dieser Teil der Allseele zu mir sprach. Das war absolut keinerlei Wunschdenken o.ä. Es war LIEBE pur.
Zu guter Letzt, das kleine Ich in mir konnte diese Liebe wohl nicht gänzlich in sich aufnehmen. Als ich des Abends dann mit meiner Freundin über das „schwere Vergehen“ sprach reagierte sie genauso, wie ich ihre Stimme in meinem Geiste Stunden zuvor vernommen hatte. Mir lief ein wohliger fast unheimlicher Schauer über den Rücken. Ich konnte es kaum fassen ebenso meine liebe Freundin selbst.
Zum Schluss möchte ich noch eine weitere Begebenheit erzählen. Gestern Nachmittag war ich zu Besuch bei meiner Tante. Meine Tante schien in einer eher nicht guten Verfassung zu sein. Wie es so oft ihre Art ist, wertete sie alles und jeden ab. Nichts war gut genug für sie, nichts war besser als sie in vielerlei Hinsicht.
Während wir so bei Kaffee und Kuchen beieinander saßen spürte ich zunehmend einen Schmerz. Zumal ich mich selber ja derzeit nicht gut fühlte. Mein kleines Ich war ja unablässig damit beschäftigt sich schuldig zu fühlen, wie bereits erwähnt. Ich versuchte so gut es es ging und soweit mir möglich ins Mitgefühl mit meiner Tante zu gehen. Ich strengte mich wirklich sehr, sehr an. Ich merkte wie dieser Schmerz, der schon fast körperlich spürbar war immer weiter und weiter anschwoll.
Ich konnte nichts dagegen tun., es passierte einfach. Ich war gerade kurz davor zu platzen, sie heftig anzuschreien sie möge doch bitte, bitte damit aufhören so abwertend über andere Leute in meiner Gegenwart zu sprechen. Ich könne das nicht länger ertragen. Als etwas geschah das ich so noch nicht erlebt hatte. Plötzlich hörte ich eine sanfte und liebevolle Stimme zu mir sprechen die sagte: „Bitte tu es nicht, bitte.“ Ich fühlte sehr deutlich das hätte ich es dennoch getan so wäre das auch völlig in Ordnung gewesen. Das war also kein Befehl von einer höheren Autorität, Gott o.ä es war kein Verbot, nein. Es war nur eine ganz liebevolle und deutliche Bitte, mehr nicht.
Ich vernahm diese liebevolle Bitte und konnte plötzlich gut dem Impuls zu schreien vor Schmerz, gegensteuern. Nach und nach löste sich dieser Schmerz in mir. Als meine Tante plötzlich voller Verzweiflung zu weinen begann. Plötzlich war ich genau da wo ich eben noch verzweifelt hin wollte. Mitten in der Liebe und in tiefem Mitgefühl. Ich setzte mich zu ihr und hielt sie ganz tröstend fest und streichelte ihre Schulter, war voll präsent. Ich war da wo ich so sehr sehnte sein zu können, in der Liebe selbst.
Ich glaube ganz fest das es nicht nur allein das es tägliche Segnugsritual ist. Es ist m.E auch die Neue Energie die sich nun immer mehr und mehr ausbreitet, in unser aller Herzen.
Das tägliche Segnugsritual beende ich immer mit folgender Affirmation:
Ich vertraue Dir,
Ich liebe Dich,
Ich danke Dir.