Welche Anteile in mir liebe ich?

Na, das war vielleicht ein Ding. Diese Frage stellte mir vor ein paar Tagen eine Freundin und brachte mich damit erstmal völlig zum Schweigen. Ich und mich lieben – einfach so? Oder auch nur irgendetwas von mir. So auf Schlag wußte ich da überhaupt nichts zu sagen.

Dieser Frage vorausgegangen war ein ganz tiefes Gespräch darüber, daß ich mich oft sehr schnell verletzt fühle. Und daß ich das so gern ändern würde, aber nicht weiß, wie.

Sie meinte, ich solle mir mich selbst vorstellen wir eine Torte. So mit 6 oder 12 oder 24 Stücken. Und sollte mir jedes Stück anschauen und sehen, ob ich es annehmen – und noch besser – in mein Herz nehmen kann.

Na, da hab ich gleich losgelegt. Da kamen so einige Stücke. Der Teil, der so gern analysiert z.B. Und der Teil, der immer Angst hat. Diese beiden konnte ich sofort annehmen und total in die Arme nehmen und sogar knuddeln. Positive Teile hab ich übrigens sehr schwer nur gefunden.

Aber dann kam auch was anderes.Teile, die ich so gar nicht annehmen konnte und wollte. Der Teil, der sich oft so einsam fühlt. Und eben der Anteil, der sich so sehr verletzt fühlt. Und grad dieser letzte Teil, da war ich besonders erschüttert. Den verletzten Teil in mir, den wollt ich überhaupt nicht haben. Den hab ich immer ganz weit weggeschoben. All das bedeutete Ohnmacht und Hilflosigkeit. Genau die Gefühle aus meiner Kindheit, die mich schon da so fertig gemacht hatten.

Hab dann weiter überlegt. Was hab ich da bloß gemacht?  Irgendwie genau das gleiche, wie meine Eltern damals mit mir. Das weinende, verletzte Kind alleine gelassen. Und das hab ich jetzt fortgesetzt, ohne daß mir das so recht bewusst war.

Und hab weiter geschaut. Was ist es, das mir immer und immer wieder im Leben passiert. Zu welchen Anteilen in mir würd das passen. Welche Anteile sind offenbar noch nicht gesehen bzw. erlöst und ins Herz genommen. Und das war ganz toll. Paßte alles wie Deckel auf Topf. So einfach kann das manchmal sein, wenn man genau hinschaut?

Und der Clou war ja noch, bei dieser „Recherche“ meiner Anteile, da fanden sich doch glatt auch ein paar, die ich ganz gerne mochte. Wo ich mich einfach nur gut fand. Hätt ich mich nicht auf die Suche gemacht, hätt ich das ja auch nicht herausgefunden.

Vielleicht habt Ihr dazu ja auch mal Lust, Euch Eure eigne Torte zu basteln und Euch auf die Reise zu Euch selbst zu begeben. Vielleicht ist ja noch ne leckere Schoko-Torte von Weihnachten übrig, die dann auch noch gut schmeckt. Und es ist wirklich so toll, sich selbst näher zu kommen. Wie schnell kann man da entdecken, daß man über vieles vielleicht einfach nur noch nicht die beste Einstellung gefunden hat.

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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17 Responses to Welche Anteile in mir liebe ich?

  1. Liebe Kirstin,
    deine Selbstannahme-Torten sind prima!
    Eine tolle, sehr plastische Idee. Da werde ich demnächst mal interessiert in mich gehen.
    hab ehrzlichen Dank, dass du das mit uns teilst.
    Herzliche Mousse-au-chocolat-Grüße sendet dir
    Marina

    • Kirstin says:

      Hihi MarIna, eigentlich ist es ja die Idee meiner Freundin. Das geb ich aber gern weiter. Und teilen – na klar – alles wird doch erst richtig gut, wenn mans teils. Gerne immer wieder.

      Hmmmm Mousse-au-chocolat Grüße … 🙂 danke. Das ist ja auch toll.

      Alles Liebe von Kirstin

  2. Ralph says:

    Hallo Kirstin,

    was bei Dir jetzt alles so ins fließen kommt … da sitze ich nur noch da und grinse …

    Bin grad mal wieder über diese Seite gestolpert:
    http://www.psychotipps.com/verletzte-gefuehle.html
    … zur Abwechslung mal handfeste Psychologie! 😉

    Etwas habe ich natürlich wieder anzumerken. Du schreibst: “Wie schnell kann man da entdecken, daß man über vieles vielleicht einfach nur noch nicht die beste Einstellung gefunden hat.” Damit kritisierst Du Dich selbst! Wie wäre es statt dessen mit: “Wie schnell kann man da entdecken, daß _jetzt_ eine andere Einstellung womöglich angemessener ist als die bisherige.” Die bisherige war genau richtig – um Dich bis zu dem Punkt zu bringen, an dem Du jetzt bist – nämlich den Punkt, an dem Du erkennst, dass eine andere jetzt angemessener ist.

    Alles ist gut – alles ist richtig – Du bist okay – ich bin okay.

    In Liebe, Freude, Dankbarkeit und Demut,
    Ralph

  3. A´...Engel Ralf says:

    Guten Morgen liebe Kirstin,

    das ist ja ´ne tolle Zeit, was so alles über Weihnachten in diesem Jahr so passiert. Wenn man dir so zuhört, bzw. deine Worte liest, bekommt man so richtig Lust, eine Tortenschlacht zu veranstalten.
    Genußvoll, Stück für Stück, die Torte “sezieren”, wie es z.B. meine Tochter macht, erst den Boden, dann die 1. Sahne-“Lage”, dann die Obstfüllung, dann die Marzipan-Lage usw.
    Oder aber beim großen Kaffeeklatsch, mit all den tollen Seelen, die ja sowieso bei dir um den großen Kaffee- bzw. Küchentisch sind, ganz gleich ob Sirianer, Arkturianer, Agather etc. so richtig die Torten “um die Ohren hauen”.
    Danach Manöverkritik oder eben die anderen abschlecken, was halt von den Tortenstücken noch “so übrig ist”…(;-) .
    … und die süßesten Stücke für die am meisten festsitzenden “Eigenschaften/Anteile” reservieren.
    Dann haben wir vielleicht ganz viele weinende Kinder, jedoch weil die Freudentränen nur so fließen und das Zwerchfell etwas überbeansprucht wurde.

    Schön, daß ich kleiner Krümmel hier auch noch was sinnvolles oder zumindest Erheiterndes beitragen kann.

    Alles Liebe,
    Ralf.
    (mit großem “A” wie A´…Engel oder aus Funk uns Fernseh bekannt als der Hofnarr aus der Kiste…)

  4. helga says:

    Liebe Kirstin, das ist eine gute Idee, das muß ich auch ausprobieren. Ja ich habe auch so einen empfindlichen Anteil in meinem Kuchen, den möchte ich gerne loswerden. Früher konnte ich mich noch verstellen und so tun als ob garnichts wäre, doch heute gelingt mir das ganz und garnicht mehr.Ich glaube es ist besser, wenn ich dieses Kuchenstück in mein Herz nehme und es liebe, bis es sich auflöst in meinem Herzen. Ich habe Gott vor einigen Tagen gefragt, wie ich das jetzt alles auflösen kann, was ich nicht mehr haben will und prompt ist die Antwort gekommen. Ich danke dir sehr herzlich, daß du das Sprachrohr Gottes für mich warst.
    Viele herzliche Grüße von Helga Solaris! Noch einen schönen zweiten Weihnachtsfeiertag!

    • Kirstin says:

      Ja, liebe Helga, das Sprachrohr war eigentlich meine Freundin, die zur rechten Zeit für mich diese Idee parat hatte. Ich habs nur aufgeschrieben. Aber egal, ich freu mich sehr, daß es Dir geholfen hat. Und Dir auch einen schönen Tag.

      Viele liebe Grüße von Kirstin

  5. Ralph says:

    Hallo Helga,

    Vorsicht mit dem “loswerden wollen”, damit blockierst Du Dich selbst. Ich habe da selbst auch noch eine Baustelle – Nackenverspannungen. Die will ich auch schon seit 12 Jahren loswerden – habe alles mögliche versucht, um sie loszuwerden … Fehlanzeige. Jetzt bin ich dabei, sie mehr und mehr als einen Teil von mir zu betrachten. Denn wenn ich sie loswerden will, und damit Widerstand erzeuge, ja genau – dann verspanne ich.

    In entspannter Achtsamkeit,
    Ralph

    • Doris says:

      Genau: Es wäre ja irgendwie blöd, den Kuchen wegzuwerfen. Besser ist: Den Kuchen zerlegen, die Stücke ansehen und dann – aufessen!!! (= in sich hineinnehmen) 😀

  6. helga says:

    Lieber Ralph, liebe Doris, ich meinte natürlich mit ” LOSWERDEN” transformieren und dann wieder zurück bringen wo es hingehört. Danke für eure Hilfe
    Helga Solaris!

    • Ralph says:

      Hallo Helga,

      es gehört alles immer da hin, wo es ist. Die Transformation ist das Erkennen dieser Tatsache. Das ist alles.

      In Liebe,
      Ralph

  7. helga says:

    Glaubst du wirklich lieber Ralph, daß das so einfach ist? das wäre ja toll. Ich habe aber schon öfter etwas erkannt aber es ist trotzdem nicht besser geworden, oder es hat sich nicht verändert. Viele Grüße Helga Solaris!

    • Ralph says:

      Hallo Helga,

      was meinst Du mit “es ist nicht besser geworden”? Es war nie schlecht – es war einfach. Die Dinge sind, wie sie sind – und sie sind in ständigem Fluss … bis, ja bis wir ihnen Widerstand entgegensetzen, und damit den Fluss blockieren. Das Bewerten von Dingen ist eine Art von Widerstand – gut und schlecht – richtig und falsch … beobachte Dich, erkenne, dass Du bewertest … mehr nicht.

      “Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort. Dort treffen wir uns.” (Dschalal ad-Din Rumi)

      In Liebe,
      Ralph

  8. helga says:

    Lieber Ralph, jetzt sind mir die Tränen gelaufen, als ich deine Worte gelesen habe, natürlich hast du Recht. Ich möchte mich immer ändern, immer verbessern, immer anders sein, als ich bin. Jedes mal wenn ich anecke, denke ich ich muß mich ändern. Immer wenn Jemand an mir etwas auszusetzen hat, habe ich ein schlechtes Gewissen und denke, da muß ich noch an mir arbeiten, das muß anders werden, ich muß mich klären und heilen und dieses muß ich und jenes muß ich. Wie gehst du damit um, oder hat niemand etwas an dir auszusetzen? Und wenn ja, was machst du dann?

  9. Ralph says:

    Hallo Helga,

    erkennst Du, dass Du angekommen bist? Du bist schon da! Mein Herz jubelt mit Deinem, und mir kommen Freudentränen.

    Eine meiner Grundregeln lautet: Ich muss gar nichts – niemals. Ich kann mich entscheiden, etwas zu tun, und genau so kann ich mich entscheiden, etwas nicht zu tun. Aber ich muss mich auch nicht entscheiden – ich kann mich entscheiden, mich zu entscheiden, und genau so kann ich mich auch entscheiden, mich nicht zu entscheiden. 🙂

    Ich habe mir Katie Byrons Standpunkt zu Eigen gemacht. Der lautet:
    Es gibt meine Angelegenheiten, Deine Angelegenheiten und Gottes Angelegenheiten (vgl. z.B. http://www.luckysoul.de/Luckysoul/start_frame.php?Pfad=2_22_156_157&BL=3). Meine Aufgabe ist es, mich um meine Angelegenheiten zu kümmern. Wenn jemand meint, ich solle irgendetwas tun oder lassen – wessen Angelegenheit ist das dann?? Nein, nicht meine – es ist seine Angelegenheit! Ich bin sein Spiegel. Letztlich sieht er nur nicht, dass er das tun sollte, was er meint das ich tun sollte. (Natürlich ist das auch umgekehrt so – da beginnt dann die tatsächliche Arbeit.)

    Wenn jemand etwas an mir auszusetzen hat, dann antworte ich zum Beispiel: “Vielen Dank, dass Du mich an Deiner Realität teilhaben lässt. Wie fühlst Du Dich, wenn Du denkst, dass …” Und dann wiederhole ich, was die oder derjenige an mir auszusetzen hat: Sein Problem bin ja nicht ich – sein Problem ist sein Gedanke – und die mit diesem Gedanke korrelierenden Gefühle.

    Lache mal mit dem Publikum, wenn Du hier Katie bei der Arbeit zuschaust und zuhörst:

    Und dann genieße dieses Video:

    Ich bin okay – Du bist okay! Immer!

    In Liebe,
    Ralph

  10. helga says:

    Wow, lieber Ralph ich danke dir von Herzen, das ist ja wundervoll, ich danke dir für diese Videos und für deine tollen Antworten. Man kann immer wieder von dir etwas lernen, warum machst du nicht selbst einen Blog, mit Allem was du weißt, könntest du doch anderen Menschen viel zeigen und lehren. Ich bewundere immer deine Ruhe und Gelassenheit, ich danke dir!
    Viele Grüße Helga Solaris!

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