Die Vorstellung von Leben oder wie man sich selber begrenzt

Als ich heute Marinas Text sah mit der Überschrift: Was will ich über mich und mein Leben glauben? ..  da wusste ich sofort dass es Hausaufgaben für mich gab.

Denn gleich drehte mein innerer Wachmeister die Frage um zu: Was glaube ich über mich und mein Leben? .. dieses kleine Wörtchen will veränderte sofort alles und ich wollte natürlich wie immer die Abkürzung nehmen und mich mit Marinas Frage befassen, denn intuitiv bemerkte ich dass die andere Frage mir wieder mal Unbehagen brachte und Spiegelarbeit.

Also lies ich zu dass mich mein Denken und mein Ego mit allem möglichen stundenlang ablenkten, aber als dann mein Magen noch richtig übel wurde, da gab ich auf, legte mich hin und beschloss mich endlich dieser verflixten Frage zu stellen.

Sogleich fand ich mich mit meinem Wachmeister auf einer Klippe und er guckte mich etwas streng an: „Weißt ja genau dass es nichts bringt, also was ist nun?“ Oh oh, die Antwort auf diese Frage war alles andere als erhebend und aufbauend und ich bemerkte wieder mal, was ich mir selber unbewusst angetan hatte.

„Ja und jetzt?“ fragte ich ihn seufzend, „wie biege ich das wieder gerade? Durch positives Denken klappt das bei mir sowieso nicht.“

Er nahm meine Hand, führte mich zum Rand der Klippe und meinte: „Lass uns springen!“

Ja, wir sprangen und es ging sehr schnell abwärts. So mitten drin meinte ich, seltsamer weise konnte ich noch denken: „ Ja was denn nun, wie soll ich denn da rauskommen?“

Als ich sprach, ging es in Zeitlupe weiter und als ich keine Antwort bekam, rauschten wir wieder im irren Tempo abwärts und irgendwann rief ich Christ Michael japsend um Hilfe.

Er war auch sofort da und umarmte mich nur und wir fielen weiter aber ich fiel irgendwie in ihn hinein. Ich fühlte einen enormen Druck in mir und dann explodierte ich in Milliarden Teilchen die sich über den ganzen Kosmos verbreiteten. Ich war überall, in jeder Form, jeder Farbe und allen Tönen und ich war alles und nichts.

„Ich bin du und du bist ich,“ hörte ich ihn sagen, „ der göttliche Funke will sich immer irgendwie erfahren in allen Formen die möglich sind. Ganz gleich wo du dich aufhalten wirst, es geht nur darum die Erfahrung von etwas zu machen und aus sich selbst immer wieder in etwas zu erschaffen.

Du hast dich wieder mal in etwas unbewusst festgefahren und wenn du dich und dein Leben als erfüllend, reich und großartig erfahren willst, dann lass dich fallen.“

Ich nickte und innerlich verstand ich, nur mein Denken kam da wieder mal nicht mit und war sowieso in Watte gepackt. Ganz benommen noch von dem schönen Gefühl machte ich Musik an und lies mich noch mal spontan fallen. Diesmal aber anders. Ich fand mich am Boden wieder, wie ich mich mit meinen Hunden ausgelassen herumbalgte wie ein Kind, dazu laut sang und mächtig Spaß hatte, denn die Tiere machten ja sofort mit. Als ich atemlos über den Hundebettchen lag, mich so wohl fühlte wie schon lange nicht mehr, grinste CM mich an und fragte: „Verstehst du nun? Kannst du es zulassen, das Leben aus dir heraus sich selbst in seiner Form erschaffen zu lassen, ohne fixen Vorstellungen wie etwas sein soll? Damit begrenzt du deine Schöpferkraft, das hast du ja gerade bemerkt, nicht wahr?“

Mein Blinzeln und breites Grinsen waren ihm Antwort genug, denn in genau diesen Augenblick fühlte ich mich so reich und erfüllt und grenzenlos glücklich. Genau so wie ich es haben wollte und wie ich mir mich und mein Leben vorstelle.

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13 Responses to Die Vorstellung von Leben oder wie man sich selber begrenzt

  1. Ich freue mich mit dir, liebe Angelika! 🙂 🙂 🙂
    Wie schön, dass meine Frage den Anlass zu dieser Erfahrung gegeben hat und wie schön, dass du sie hier mit uns teilst.
    Herzlich grüßt dich Marina

    • Angelika says:

      Also dafür bin ich dir wirklich dankbar liebe Marina,
      denn es geht in mir noch weiter, da kommen doch jede Menge ganz neuer Aspekte hervor mit denen ich arbeiten kann, hihi, werde wohl noch öfter springen müssen 🙂
      Liebste Grüße von mir und einen “Fly” Tag wünsche ich dir

  2. Olaf says:

    Ja liebe Angelika ich freu mich ebenso über diese Tiefe deiner Erfahrung. Deine Erfahrung hier öffnet die Tore zu unserer eigenen inneren Welt und deren Weisheit. Ein nahezu unerschöpflicher Reichtum der uns allen hier zu eigen ist. Wunderbar.
    Alles Liebe,
    Olaf

    • Angelika says:

      Danke lieber Olaf … ein Bild entfaltet sich gerade: jemand bringt einen Stein ins Rollen und der löst eine Steinlawine aus, nach ihrem Stillstand sind alle Steine neu geordnet und jeder Stein hat jetzt eine neue Sicht über seine Welt 🙂

      • Olaf says:

        Ja und jeder einzelne Stein hat immer seinen angestammten Platz. Woimmer er auch gerade liegt, er liegt genau dort wo er liegen soll. Den von dort aus erlebt er sich und seine Welt wieder auf ganz neue Art und Weise 😀

  3. Doris says:

    Liebe Angelika,

    ich danke dir sehr für deinen Beitrag, besonders für den Satz: “Der göttliche Funke will sich immer irgendwie erfahren in allen Formen die möglich sind.” Das ist ganz genau mein Thema!!!

    Ich habe das gerade wieder sehr intensiv auf einem Seminar erfahren dürfen. Es ging dort sehr um Einheit und Verbundenheit und Miteinander. Aber ich habe mich schon immer viel mehr für die Trennung interessiert. Mein ganzes Leben lang habe ich Erfahrungen von Trennung, Isoliertsein und Verweigerung erlebt, geschaffen, kultiviert und erforscht – die längste Zeit unbewusst, seit kurzem zunehmend bewusster. Meistens bin ich damit angeeckt, wurde mit Diagnose-Etiketten versehen und zu therapieren versucht.

    Ich merke, dass ich auch heute noch kaum verstanden werde in meinem Wunsch, “das Dunkle” zu leben. Oft ist es ein einsamer Weg. Das Dunkle ist nicht sonderlich beliebt. Weder in psychologischen noch in spirituellen Kreisen gilt es als erstrebenswert, Verweigerung, Passivität und Unlebendigkeit zu leben. Ich kann das ja verstehen. Spiritualität wird gerne mit der Freiheit gleichgesetzt, zwischen zwei Polen wählen zu können. Und darin, wie zwanghaft stets die gleichen psychologischen Muster zu wiederholen, und das auch noch vom Pol der Angst heraus, scheint so gar keine Freiheit zu liegen.

    Und doch merke ich immer mehr: Es ist es nur das Ego, das unfrei ist. Es ist nur das Ego, das scheinbar keine Wahl hat. Es ist nur das Ego, das leidet. Aus kosmischer Sicht sind selbst Angst und Unfreiheit einfach nur Erfahrungen. Auch der “dunkle” Pol ist es wert, gelebt zu werden, und meine Seele hat gewählt, ihn zu leben. Es ist meine ganz persönliche Form, den göttlichen Funken auszudrücken in der Welt. Es ist mein Beitrag, um dem großen Kristall des Allganzen eine Facette hinzuzufügen.

    Je mehr ich das annehme und je weniger ich mich bemühe, irgendwelche Vorstellungen und Konzepte zu erfüllen, desto mehr komme ich in Einklang mit meiner Seele.

    Herzliche Grüße,
    Doris

    • Angelika says:

      Hallo liebe Doris,
      also die Dunkelheit liebte ich auch nie sonders, aber ich verstehe eines doch sehr klar: wie könnte ich denn mich selbst erfahren, wenn es diese Dunkelheit oder negativen Seiten in mir und in den anderen nicht gäbe?
      Ich meine das Ego erschafft sich ja unbewusst das Meiste, wenn nicht alles davon, zu unserem Schutz und bisher reagierten wir ja brav laut Ego Manier darauf.
      Jetzt kann ich gerade in diesen Dingen die einmalige Chance sehen mich erstens darin zu erfahren und zweitens einen anderen Weg zu gehen, wenn ich dazu bereit bin.
      Wenn ich mein Denken und meine Wahrnehmungen erkenne, verstehe, dass ich darunter leide, dann liegt es ganz in meiner Hand der Seele wieder ins Licht zu helfen und damit mir selbst. Deshalb ist diese Dunkelheit in mir eigentlich ja da und sie anzuschauen, sie zu verstehen und anzunehmen ist eigentlich ein sehr gutes Gefühl. Bei mir löst es immer einen erleichterten Aha-Effekt aus und ein Grinsen.
      Darum ist das Ego für mich auch gut, denn mein göttlicher Funke konnte sich dank seiner Arbeit ja in allem möglichen erfahren und erkennen.

      Danke für deine Anregungen 🙂

    • Ralph says:

      Hallo Doris,

      beim Lesen Deines Beitrags sind zwei Dinge in mir aufgestiegen:

      Zum einen: Du schreibst vom Ego – und meine Beobachtungen diesbezüglich stimmen mit Deinen überein. Nur – wenn Du Dir all dessen bewusst bist, auch in dem Moment, in dem Du so fühlst, dann gibt es eigentlich kein Ego mehr. Ego – so wie ich dieses Wort gebrauche, ist ja gerade die unbewusste Identifikation mit dem Verstand. Wenn Du bewusst bleibst in allem, was Du tust, dann kommen all diese Gedanken und Gefühle und Du kannst sie durchleben, ohne sie zu bewerten – ohne auch nur irgendetwas davon abzulehen. Da gibt es kein Ego.

      Zum anderen kam mir dieses Zitat von Katie Byron zum Thema Ablehnung und Trennung in den Sinn:

      “Jedes mal, wenn ich etwas oder jemanden verliere, bleibe ich davor verschont.”

      In Frieden,
      Ralph

      • Doris says:

        Lieber Ralph,

        “Nur – wenn Du Dir all dessen bewusst bist, auch in dem Moment, in dem Du so fühlst, dann gibt es eigentlich kein Ego mehr.”

        Ja, das sehe ich genauso! Allerdings ist der Weg vom vom unbewussten Ego zum bewussten Ich-Bin eben kein einmaliger Akt, sondern ein sich wiederholender Zyklus. Es ist wie ein fortwährender Tanz, der uns immer wieder neu, von immer wieder anderen Seiten aus zu unseren tiefsten Verletzungen führt, so lange, bis diese von allen Seiten betrachtet, gefühlt und anerkannt wurden.

        Wie wichtig das Fühlen des Schmerzes ist, das wird mir immer deutlicher. Bloßes mentales Erkennen der Illusion reicht nicht aus. Nur wenn man sich dem Schmerz, der Angst, der Trennung stellt – nur wenn man sie immer wieder durchfühlt, immer wieder, immer tiefer, bis in die allertiefsten Tiefen hinein – dann kann das Ego Stück für Stück verschwinden und die Seelenessenz hervortreten. Auch das sehe ich nicht als einmaligen Akt, sondern als Weg.

        Zudem scheint mir, dass wir nicht nur ein einziges Ego haben, sondern dass jede Verletzung, die uns jemals zugefügt wurde, als Abwehrmechanismus ihr eigenes Ego kreiert hat. Man z.B. in einem Lebensbereich schon völlig frei sein und in einem anderen Lebensbereich noch völlig ans Ego gebunden. Alle diese Egos nach und nach aufzulösen, das ist der Weg, den wir zu gehen haben.

        Und der Satz von Katie Byron brachte mich jetzt gerade zum Lachen. 😀

        Alles Liebe,
        Doris

        • Ralph says:

          Hallo Doris,

          jap – so sieht es aus! Und ob wir daraus nun ein oder mehrere Egos machen, ist reine Geschmackssache: Der Wissenschaftler in mir würde sage: Es ist eine Frage der Definition.

          Der Mechanismus ist jedenfalls immer der gleiche. Wenn man den einmal erkannt hat, dann versteht man, was es heißt, den Schmerz zu genießen.
          -> Hat mir mal eine Osteopatin gesagt, sie würde jeden Schmerz genießen, und sie könnte die Menschen gar nicht verstehen, die Mittel zur Schmerzstillung nehmen (ist ja auch eine Form der Unterdrückung/Verdrängung). Damals hatte ich nur ein großes Fragezeichen im Gesicht.

          Und hinsichtlich des ‘Verschont bleibens’ … ich bin mir sicher, das gilt genau so für die Person, die ich mal als meine ‘Dualseele’ gesehen habe, als ich auch noch für alles einen Begiff gebraucht habe. 🙂 Ich genieße den Schmerz, den mir ihr ‘Verlust’ beschert – ist es doch das, was ich jetzt gerade brauche.

          In Freude über das Sein,
          Ralph

    • Olaf says:

      Liebe Doris,
      ich freue mich sehr für dich das du du auf deine ganz eigene Weise mit dir und deiner Seele in Einklang kommst. Denn ist das nicht letztlich unser Ziel, im Einklang mit uns selbst zu sein.
      **Spiritualität wird gerne mit der Freiheit gleichgesetzt, zwischen zwei Polen wählen zu können.** Hier bin ich allerdings anderer Ansicht. Für mich ist es letztlich die Vereinigung von jeglkicbrehgen scheinbaren Widersprüchen

      • Olaf says:

        Denn letztlich gehts doch in der Spiritualität immer um Einheit. In der Einheit fließt doch letztlich alles zusammen. Und ich behaupte nicht das das ein Leichtes wäre, ganz im Gegenteil. Denn im kleinen Ich preferiert man ja nun doch eher die ein oder andere Seite, je nach Geschmack. Und das finde ich auch ganz ok 😀 😀 😀 Aber das ist ebenso nur eine Meinung wie jede andere auch. Sorry das mein Kommentar in zwei Teilen ist.
        Alles Liebe dir,
        Olaf

      • Doris says:

        Lieber Olaf,

        ja, das mit der Einheit sehe ich auch so wie du.

        Ich bin überzeugt, dass man die Einheit von zwei Seiten aus erreichen kann. Irgendwo gibt es einen Punkt, an dem Tod und Leben zusammenfallen. Meiner Meinung nach liegt die Einheit aber nicht in der gemütlichen, spannungsfreien Mitte zwischen den Polen. Sondern sie liegt in den Polen selbst. Man kann sie finden, indem man sich ganz dem Licht hingibt. Oder man kann sie finden, indem man ganz in das Dunkel des Todes hineinspringt. Einzig die absolute Hingabe ist es, die das Ego verschwinden lässt und zur Einheit führt.

        Herzliche Grüße,
        Doris

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