Erste Begegnung mit meiner Seele

Vor ein paar Tagen hatte ich den Text geschrieben „Schon wieder alles sehr merkwürdig …“  Ich hatte darin erzählt, daß ich einen neuen Anteil von mir kennengelernt habe, den ich da als den „Chef“ bezeichnet hab, weil mir absolut nicht klar war, wer oder was das sein könnte.

Nun erhielt ich dazu netterweise sehr viele Erklärungen. Eine hat mit besonders gefallen, weil sie für mich in dem Moment absolut passend schien. Daß dieser „Chef“ mein hohes Selbst gewesen sein könnte. Daß unsere Seelen manchmal sowas machen, daß sie das hohe Selbst um Hilfe bitten, wenn sie nicht mehr weiterkommen. Und das konnt ich deshab annehmen, weil ich mir mein hohes Selbst immer genau so vorgestellt hab, wie die Energie, die ich in dem Text beschrieben hab.

Da hab ich mich erstmal riesig gefreut. Wollte ich den Teil in mir, der mein hohes Selbst ist, doch schon immer kennenlernen. Hab natürlich – wie bei mir bislang üblich – immer gedacht, ach, ich hab bestimmt sowas nicht, alle anderen schon, aber ich doch nicht … 😉 Vielleicht kennt das ja der eine oder andere von Euch auch?

Aber nu – offenbar hab also auch ich sowas. Prima! Und da hab ich gleich weitergedacht. Wenn also jetzt meine Seele mein hohes Selbst um Hilfe gebeten hat, denn hab ich doch a) auch eine Seele – was ich bis dahin ja auch immer noch bezweifelt hab, weil ich so gar keine Verbindung zu ihr fühlte – und b) denn scheint sie doch an mir interessiert zu sein. Hmmm … wenn das so ist, denn hab ich sie einfach mal angesprochen.

Hab mich in mich versenkt und ihr gesagt, daß sie das gut gemacht hat, daß sie unser hohe Selbst zur Hilfe gerufen hat. Wie sehr ich mich darüber freue. Daß ich sie so sehr vermisst hab, wie allein ich mich immer gefühlt hab. Niemals wollte ich so allein sein. Überall hab ich Leute erlebt, die mit Spiritualität ursprünglich gar nichts zu tun haben wollten. Weil sie das für abgedreht hielten, oder weil sie alles allein machen wollten. Und grad manche dieser Leute lebten mit einmal ihre Medialität, indem sie Botschaften bekamen oder was auch immer. Und ich – die ich mich so sehr danach gesehnt hab – ich fühlte mich weiterhin einfach nur von allem abgeschnitten.

Ja, ich geb zu, es war sehr viel Verbitterung in mir. Und großer Kummer. Und außerdem natürlich auch gleich wieder die ewige Frage des Verstandes, ob das denn alles nun nicht doch wieder bloß eine Blüte meiner Phantase war. Oder wie es ein Leser neulich so nett ausdrückte, vielleicht meine „multiple Persönlichkeit“. Aber ich hab mich jetzt nicht davon abbringen lassen. Hab wenigstens versucht, die Konzentration zu halten.

Ich konnte meine Seele tatsächlich wahrnehmen. So ähnlich, wie ich auch Verstorbene wahrnehme – so mehr schemenhaft vor meinem inneren Auge. Wenn die Energie ganz stark ist, nehm ich manchmal auch direkt Gesichter wahr. Na ja, und sie hat geschwiegen. Sah irgendwie sehr betreten aus. So als wenn sie sich grad etwas unfähig und hilflos fühlen würde. Sowas nehm ich denn energetisch wahr, oder telepathisch, das weiß ich nicht genau. Also, es spricht niemand, aber ich weiß die Worte denn mit einmal. Na ja, irgendwie fühlte sie sich in dem Moment halt nicht besonders gut.

Da ist mir aufgefallen, das kenn ich doch von mir auch. Wie oft fühl ich mich selbst wertlos oder unfähig. Und da bekam ich irgendwie Mitgefühl mit ihr und hab ihr gesagt, daß wir es ja jetzt besser machen könnten. Wir wollen doch schließlich beide das gleiche. Wir wollen immer tiefer in uns gehen – in die Geistigkeit – immer mehr lernen, bewusster werden und das einfach nur nach außen strahlen. Und wie es denn wäre, wenn wir ab jetzt zusammen arbeiten würden.

Ich glaub, sie hat sich sehr darüber gefreut. Seitdem ist es jetzt jedenfalls seit ein paar Tagen so, daß ich mich viel, viel sicherer und stärker fühle. Nicht mehr so einsam wie üblich. Und ich trau mich eher mal, den Rücken wirklich grade zu machen für mich selbst. Sonst war das ja oft bei mir eher Rebellentum aus Verzweiflung als wirkliche innere Stärke. Aber ich weiß einfach, jetzt ist endlich auch jemand da für mich. Und was für mich im Moment wichtig ist, einfach die Verbindung zu halten und zu stärken. Immer ein Stück mehr. Keine großen Gespräche zu führen, sondern halten. Und auf alle Gefühle zu achten, die da kommen. Immer wieder üben.

Und ich denk immer mal wieder an den „Chef“ aus meinem o.g. Text. Und schick ihm eine Woge aus Dankbarkeit. Wenn er sich nicht eingemischt hätte, wäre diese schöne Verbindung womöglich im Moment gar nicht entstanden. Hab mit ihm nicht so viel zu tun und auch mit niemandem sonst, wichtig ist mir jetzt erstmal meine eigene Seele.

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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7 Responses to Erste Begegnung mit meiner Seele

  1. Liebe Kirstin,
    deine Worte haben mich berührt. Ich wünche dir einen immer inniger werdenden Kontakt mit deiner Seele!
    Und wenn es an der Zeit ist auch ein immer freundschaftlicheres vertrauensvolleres Verhältnis zu “deinem Chef”. Meiner hab mal zu mir gesagt:
    “Wenn du MICH wirklich kennen würdest, bräuchtest du dich niemals mehr im Leben zu fürchten.”
    Ich bin ziemlich sicher, dass deiner das AUCH meint.
    Irgendwie sind die in der “Chefetage” ja auch alle miteinander verbunden 😉
    Fühl dich ganz lieb gedrückt von MarIna

    • Kirstin says:

      Danke liebe MarIna. Hab unsere nächtlichen Treffen hier vermißt die letzten Tage. 😉 Ja, das klingt gut von Deinem “Chef”. Ich frag mal nach bei meinem, ob der was ähnliches sagen würde. Irgendwie seh ich ihn grad schweigend grinsen. 🙂

      Viele liebe Grüße von Kirstin

      • Olaf says:

        Liebe Kirstin,
        ich bin mir sicher er würde ähnliches zu dir sagen. Ich bin mir sicher das es ein liebevoller, fürsorglicher und mitfühlender Chef ist. Ich freu mich so das der Kontakt nach innen immer besser funktioniert.
        Ich segne dich mit Liebe,
        Olaf 😀 😀 😀

        • Kirstin says:

          Ja, lieber Olaf, ich glaub das auch mit dem Chef, sonst würd er ja nicht grinsen. Und liebevoll ist er ganz sicher. Wir müssen uns wahrscheinlich nur dafür entscheiden, das auch endlich zu glauben.

          Viele liebe Grüße von Kirstin

  2. Angelika says:

    Liebe Kirstin,
    die Schleier lüften sich immer mehr, ich finde das einfach wunderbar, dass wir jetzt immer mehr in direkten Kontakt mit allem kommen. Dass du diese Kontakte erfahren kannst, ich seh dich strahlen wie ein Kind wenn es ein Geschenk bekommt.
    Übringens ein wundervolles Bild zum Text 🙂
    Liebste Grüße an deine Familie 🙂

    • Kirstin says:

      Liebe Angie, die Familie bedankt sich herzlich. 😉 Ja, für mich das allerschönste, daß ich die Aufhebung der Dualität immer mehr erfahren darf. All meine Arbeit der letzten Jahre zielte darauf ab. Alles andere verlor immer mehr an Bedeutung. Die Schleier sollten endlich fallen, das ist und war alles, was für mich zählt. Und es fühlt sich so wundervoll an.

      Viele Liebe Grüße an Deine Famiie 🙂 von Kirstin

      PS: Und das Bild stammt wieder von Ralf. Er wollte Dir eigentlich für Deinen Text auch eins malen, aber hat nicht so gut geklappt.

      • Angelika says:

        Ich freue mich über die Bilder von Ralf, er ist ja ein richtiger Künstler, da kommt doch ein ganz neues Talent von ihm zum Ausdruck 🙂 danke Ralf

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