Abschließen bitte nicht vergessen!

Na, was ist das für eine Überschrift, werden einige sich bestimmt fragen. Ja, ist schon komisch, aber mein ganzer Text wird irgendwie auch komisch. Vielleicht sogar ein wenig peinlich für mich, wer weiß. Denn ich schreibe hier über etwas, was sicher die meisten bereits völlig für sich verinnerlicht haben. Aber vielleicht gibt’s ja auch ein paar Leser, denen es ähnlich ging wie mir.

Also, mit dem abschließen mein ich tatsächlich das, was wir machen sollten, wenn wir unsere Blockaden registriert, angesehen und bearbeitet haben. Ich wußte immer, daß mir etwas wesentliches dabei fehlte. Aber ich wußte nie, was. Hab 1987 angefangen, mich mit meiner Psyche auseinander zu setzen. Auf verschiedenste Art und Weise, u.a. auch mit Therapien.

Aber da haben wir immer nur alles ausgegraben und angeschaut. Und ich hab aus diesen ganzen Jahren Therapie für mich mitgenommen, daß ich eben alles ausgraben, anschauen und irgendwie in mir ausgleichen und heilen muß. Aber dieses ausgleichen und heilen hab ich mir so vorgestellt, daß ich es in mir behalten und eben irgendwie damit leben muß – ausgeglichen versteht sich. Und alles andere – wenn ich es einfach vergessen würde – das wäre verdrängen.

Na ja, ich weiß nicht, ob ich das jetzt verständlich rüberbringen konnte. Es ist tatsächlich so, daß ich mir dieses Weltbild selbst zusammen gebastelt habe. Das hat mir niemand so gesagt. Allerdings hat mir auch kein Therapeut je gesagt, daß ich abschließen kann – und vor allem, wie das geht.

Aber das war eben der zweite wundervolle Effekt meiner ganzen Verwuselung dieser Tage, worüber ich ja auch gestern geschrieben hab. „Ich weiß, daß ich nichts weiß …“

Meine Freundin ist aus allen Wolken gefallen, als wir beide begriffen haben, daß ich das mit dem abschließen bisher wirklich einfach nicht wußte. Wir haben uns dann aber schlapp gelacht, als ich berichtete, wie oft ich schon einfach vieles in mir abheften wollte. Aber mich eben nicht getraut hab, weil es für mich hieß, wenn ich etwas hinter mir lasse, wäre das gleich verdrängen. Also hab ich alles schön brav getragen, alles bestens aufbereitet und völlig klar in mir. Mut hab ich ja immer gehabt, mich den Dingen zu stellen und sie mir anzusehen. Nu ja … besser spät die Erkenntnis als gar nicht. 😉

Meine kleine Tini hätte das wohl immer schon gewusst, konnte die große Kirstin aber offenbar nicht erreichen. Aber, wo ich nun gestern diese Offenbarung hatte, da ergab sich alles wie von selbst. Ich sagte zu meiner Freundin: “Ja, aber das ist doch eigentlich ganz einfach. Ich brauch mich doch bloß jedes Mal dafür zu entscheiden, mit diesem oder jenem jetzt abzuschließen. Und feststellen und erkennen, daß das doch alles nur ein Spiel war.“ Und da kam mir das Bild, daß ich meiner Tini einen Zauberstab in die Hand gebe und sie auf den Arm nehme. Und jedes Mal, wenn sie meint, irgendwas gehört endlich abgeschlossen, denn nimmt sie ihren Zauberstab, blinzelt einmal kräftig mit den Augen, berührt die Situation mit dem Zauberstab und macht „Zing!“ – und die Situation ist aufgelöst.

Und wir beide schauen den wegrieselnden Körnern der Situation nach und verabschieden sie. Und dann strahlen wir uns beide an und gben uns „Five“ mit den Händen, wie gut wir das gemacht haben.

Und ich kann Euch sagen, Tini ist den ganzen Tag nur am „zingen“. Sie geht einmal quer durch, und alles, was ihr nicht mehr passt, wird einfach „weggezingt“. Manches geht noch nicht so gut, aber dafür anderes um so besser.

Ich danke mal herzlich den Wesen, die sich in den letzten 1,5 Jahren als Mitspieler für mich zur Verfügung gestellt haben, um mich dahin zu bringen, daß es mir endlich mal reichte mit meinem Chaos in Kontakten. Es zieht sich ja quasi durch mein Leben durch, aber grad die letzten 1,5 Jahre, die haben mein Faß zum überlaufen gebracht. Und ich glaub, Tini hat da den Müll bereits „weggezingt“. 😉

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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17 Responses to Abschließen bitte nicht vergessen!

  1. LIebe Kirstin, liebe Tini,
    das finde ich richtig zauberhaft mit dem “zing!”. Und dass Ihr da noch irgendwoher ein Foto von der Jeanny (weiß nicht, ob die so richtig geschrieben wird) ausgegraben habt – einfach süß! Wie gut, dass wir in keiner kleinen Flasche wohnen und einem anderen Meister dienen müssen. Wenn der Meister allerdings mein Herz bzw. meine eigene Göttlichkeit ist, dann sieht das schon anders aius. Den erkenne ich gern als Mester/in an.
    Ich werde gemeinsam mit meinem inneren Meister übern, das Alte tatsächlich in der Vergangenheit zu lassen oder es dorthin zurück zu schicken.
    Mitr einem liebevollen Zing grüßt dich
    MarIna

    • Kirstin says:

      Na, liebe MarIna, das freut mich ja jetzt, daß ich Dich inspirieren konnte. Und dieses “Zing!” macht wirklich Spaß und ich spüre es gleich..

      Erfolgreiches Zingen wünschen wir 😉

      Liebe Grüße von Kirstin und Tini

  2. Ralph says:

    Super, Kirstin, super!

    Ich schicke Dir eine Umarmung!

    In Mitgefühl,
    Ralph

    • Kirstin says:

      Hallo Ralph,

      daß ich das noch erleben darf – einfach so, ohne Fragen 😉 Wofür ist das Mitgefühl?

      Liebe Grüße von Kirstin

      • Ralph says:

        Aber Kirstin,

        wieso muss denn immer alles irgendwofür sein?

        Mitgefühl ist für mich ebenso wie Frieden, Freude, Liebe, Achtsamkeit etc. ein (unipolarer) Seinszustand, in dem ich mich befinde.

        Wenn ich schreibe, dann schreibe ich genau das, was in diesem Moment hoch kommt. Manchmal kommt auch nichts, dann steht eben auch nichts da – ich sauge mir da jedenfalls nichts aus den Fingern. Ist quasi absichtsloses Schreiben … 🙂

        Seines Seins bewusst,
        Ralph 🙂

  3. Angelika says:

    Einfach Zingig liebe Kirstin 🙂 das ist sooo gut und das mit dem Zing ist genial, wie die bezaubernde Jeanny (weiß auch nicht wie man das schreibt). Schluß mit dem Alten und Platz machen für das Neue, genau so ist es richtig.
    Liebste Grüße an euch beide

    • Kirstin says:

      Was glaubst Du, liebe Angie, ich war heut abend schon ganz verwuselt. Und der Witz ist ja, nun hat man son tolles Werkzeug. Und selbst das vergißt man. Und mehr noch, je mehr ich zinge, desto mehr kommt auch hoch. Meine Güte!

      Eine schöne gute Nacht wünsch ich. 🙂

  4. Guten Morgen liebe Kirstin,

    wie schön ist das denn, daß ihr mit einem oder mehreren Zings Klarheit in eure Hefte(r)sammlung gebracht habt.
    Und Tini mit Ihrem Zauberstab so spielerisch umgehen kann – da habt ihr ja ein geniales Werkzeug an der Hand oder/und einen wunderbaren Schlüssel.
    Ich freu mich diebisch für euch.

    Vielleicht gehen ja mit dem Schlüssel auch ein paar neue Türen auf, hinter denen das vermeintlich Unbekannte auf euch wartet.
    Hab Mut und Freude und Vertrauen…

    Alles Liebe,

    Ralf.

    • Kirstin says:

      Lieber Ralf,

      ganz so einfach ist es leider nicht.

      Und ja, es gehen ganz sicher ein paar neue Türen auf – und zwar zum vermeintlich Unbekannten in mir selbst. Und mir meiner selbst immer mehr bewußt zu werden, dafür lohnt sich alles. Mut hab ich bestimmt, Freude und Vertrauen kann ich im Moment nicht so sagen. Es ist eher die wiederholte Kapitulation im außen, die mich dazu gebracht hat.

      Alles Liebe

      Kirstin

      • Ralph says:

        Hi Kirstin,

        Kapitulation im Außen … mit dem Kopf immer wieder gegen die Wand … so lange, bis man es kapiert … der Weg des Kreuzes … kommt mir so seltsam bekannt vor. *grins*


        Der Weg des Kreuzes bedeutet vollkommene Umkehr. Er bedeutet, dass das Schlimmste in deinem Leben, dein Kreuz, sich als das Beste herausstellt, das dir je passiert ist. Indem es dich in die Hingabe, den “Tod” hineinzwingt, indem es dich zwingt, ein Nichts zu werden, wie Gott zu werden – weil Gott ebenfalls “Nichts” ist.

        (Eckhart Tolle in “Jetzt”, http://books.google.de/books?id=A48eoZE3LOcC&pg=PA231)

        Dabei ist alles, was es nicht einfach für Dich macht, lediglich ein Gedanke, der das Gegenteil behauptet.

        Hier, ich hab was für Dich:

        Und irgendwie passen die folgenden Zeilen wohl auch hierher, sonst wäre ich da nicht grad drüber gestolpert (Khalil Gibran, der Narr, Prolog):


        Du fragst mich, wie ich zum Narren wurde? Das geschah so: Eines Tages, lange bevor die vielen Götter geboren waren, erwachte ich aus einem tiefen Schlaf und gewahrte, dass meine Masken gestohlen worden waren – die sieben Masken, welche ich in sieben Leben verfertigt und getragen hatte. – Unmaskiert rannte ich durch die vollen Straßen und schrie: “Diebe, Diebe, die verdammten Diebe!”
        Männer und Frauen lachten. Einige liefen aus Angst vor mir in ihre Häuser.
        Als ich zum Marktplatz kam, rief ein Junge von einem Hausdach: “Er ist ein Narr!” Ich blickte empor, um ihn zu sehen: Da küsste die Sonne erstmals mein bloßes Antlitz. Zum ersten Mal küsste sie mein bloßes Antlitz, und meine Seele entflammte in Liebe zu ihr, und ich wünschte mir keine Masken mehr. Wie in Trance rief ich: “Segen, Segen über die Diebe, die meine Masken gestohlen!”
        So wurde ich zum Narren.
        Und in meiner Narrheit fand ich Freiheit und Sicherheit: die Freiheit der Einsamkeit und die Sicherheit vor dem Verstandenwerden. Denn diejenigen, welche uns verstehen, versklaven etwas in uns.
        Aber ich will nicht zu stolz sein auf meine Sicherheit. Denn auch ein Dieb ist im Kerker sicher vor einem anderen Dieb.

        Hab das vor vielleicht einem Jahr schon mal gelesen, aber jetzt dringen Khalils Worte noch tiefer … man ist das heftig.

        Wie komme ich jetzt eigentlich darauf? Naja, kürzlich habe ich in anderem Zusammenhang nach der ersten Geschichte im “Narr” gesucht – ich hatte nur noch die Parabel im Kopf, wusste aber nicht mehr, wo ich’s gelesen hatte. Irgendwie, so nach ein bis zwei Tagen, kam dann der Gedankenblitz. Jetzt lag das Buch noch hier herum, und vor dem Wegräumen habe ich nochmal kurz reingeblättert. Welche Geschichte kam mir nun vor ein paar Tagen in den Sinn? Gleich die erste: “Gott”: (http://www.zgedichte.de/gedicht_6454.html).

        Ja, ja, manche Dinge brauchen eine gewisse Zeit, um zu reifen … so haben auch die Worte dieses Gedichts in mir gewirkt – sie waren nicht vergessen … sie waren wie Samen, der nun langsam zu keimen beginnt …

        Immer im Fluss,
        Ralph

        • Kirstin says:

          Hallo Ralph,

          ich bin sehr geprägt von den 12-Schritte-Gruppen. Von daher ist mir die immer wiederkehrende Kapitulation sehr geläufig. Aber klar ist es nochmal was anderes, sie immer wieder selbst zu erleben. Und ja, ich bin froh über die letzte Woche. Hat sie mir gezeigt, wie sehr ich vorher wieder im außen unterwegs war. Im außen gesucht, mein inneres zu finden und zu füllen. Aber genau andersherum soll es sein. Im innen finden, und das, was nach außen möchte, wird denn atomatisch sich zeigen.

          • Ralph says:

            Hallo Kirstin,

            worum handelt es sich genau bei der Kapitulation im Außen, von der du schreibst? Für mich klingt das nach Transzendierung des eigenen Willens – also wie “nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe”. Ist es das? – Würde ja den ersten vier Punkten des Zwölf-Schritte-Programms recht nahe kommen.

            Ralph

  5. Liebe Kirstin, klar sind wir Zauberer oder Zauberinnen, genau das Gleiche ist mir heute morgen auch bewusst geworden 🙂

    Liebe Grüße
    Johanna

    • Kirstin says:

      Liebe Johanna,

      gehts weiter mit den Parallelitäten? Würd mich freuen, etwas mehr über Zauberer und Zauberinnen zu erfahren irgendwann. 🙂

      Liebe Grüße von Kirstin

  6. Olaf says:

    Du liebe Kirstin,
    das mit dem Zing ist wirklich toll, zauberhaft. Irgendwie ist alles weicher und liebevoller um mich herum geworden. Freut mich so das zu beobachten. Bleiben wir einfach weiter in der Zing-Energie, das fühlt sich gut an 😀 😀 😀
    Sei ganz innig umarmt,
    vom Olaf

    • Kirstin says:

      Ja, lieber Olaf, aber weißt Du, was ich bei mir beobachte? Wenn ich weiter zinge, denn wird erstmal alles obere abgetragen. Aber irgendwann kommen da auch Dinge hoch, von denen ich gar nicht wußte, daß sie noch da sind. Und die sehr schmerzen. Aber gut ist es ja, daß es hoch kommt. Denn im außen zeigt sich nur das, was auch in mir selbst vorhanden ist. Möchte ich Liebe im außen erleben, muß ich sie erstmal in mir fühlen. Genau so mit der Freude und dem Vertrauen. Aber ich glaub fest, es lohnt sich. Denn am Ende des Weges wird hoffentlich meine eigene Seele stehen und die Arme aufhalten. Und das werd ich denn auch im außen erleben. Wahrscheinlich dann, wenn ich gar nicht mehr dran denke.

      Ich drück Dich auch ganz dolle.

      Viele liebe Grüße von Kirstin

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