Die Sache mit dem Karma

Foto von Doris

Als ich das erste Mal in jungen Jahren von Karma hörte, war es in einer Fassung von: was du hier an Bösen tust , wirst du in deinem nächsten Leben wieder zurückbekommen.

Wow, das war für mich ein Schlag in die Magengrube und ich bekam mächtig Angst, überdachte mal alles was ich so angestellt hatte und dabei wurde mir kalt und heiß zugleich. Schon damals hatte ich von dieser Welt genug und ich wollte nie wieder hierher kommen. Dann kam mir diese Karmageschichte dazwischen, mir wurde erklärt, nur wenn wir ein ganz reines sauberes Leben haben, nur Gutes tun und niemanden mehr verletzen, würde das Karma gelöscht werden und man brauchte nicht mehr auf die Erde zurückkehren. Also man mußte schon zum Jesus werden um “oben” zu bleiben.

Ich war am Boden zerstört und frustriert, denn ein so reines Leben hatte ich bis dahin mit Sicherheit nicht gelebt und ich sah mich für alle Ewigkeit wieder hier inkarnieren, es schien mir  unvorstellbar, so ein ganz “heiliges” Leben a la´Jesus oder Buddha zu leben. Ich war wie alle anderen auch, wurde ich verletzt, tat ich es unbewusst mit anderen auch, war ich verzweifelt tat ich eben Dummes, andere gaben mir die Schuld und ich gab anderen die Schuld. Für mich war der Mensch und das Leben ein Rätsel und eine sehr ungerechte Sache, so wie das hier ablief. Ich begann meine Suche um dieses Rätsel zu lösen, denn es musste doch einen Weg geben um aus diesen Rad der Wiedergeburt herauszukommen. Wenn ich schon wieder hier herunter musste, dann mit so wenig Schulden wie möglich, damit es nur mehr ganz wenige Leben sein würden, das schwor ich mir.

Ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn ich an das junge Mädchen von damals zurückdenke. Inzwischen hatte ich die Sache mit dem besser Karma verstanden und ich begann tiefer zu forschen, denn wie sollte man ein besserer Mensch werden, wenn so viel Schmerz und Leid in einem steckt, das andere mir immer zufügen?

Es galt zu erkennen, warum die Menschen so sind wie sie nun mal sind. Was steckt dahinter? Als ich das Leben meiner Eltern erforschte, warum sie so waren, fand ich zu meiner Überraschung die selben Schmerzen in ihnen wie bei mir. Auch sie hatte viel Leid erfahren als Kinder und deswegen viele Verhaltensmuster entwickelt um sich zu schützen. Sie wussten von allem ja nichts und glaubten alles richtig zu machen, doch ich erkannte dadurch, warum sie sich so ungerecht und verletzend verhielten. Damit war mein erstes Verständnis für die Menschen und mich selber geboren. Ich konnte eigentlich niemandem mehr etwas vorwerfen, denn jeder hatte alte unerkannte Muster aus der Kindheit in sich, mit denen er agierte und reagierte. Ich war ja bis dahin auf der gleichen Schiene gefahren.

Das brachte mich wieder zum Karma zurück und ich wusste, dass es jetzt wichtig war, die alten Muster und Verletzungen zu heilen und damit abzuschließen, ja und Vergebung war ganz wichtig und sich wirklich bemühen, bewusster  und achtsamer durch das Leben zu gehen.

Dann erfuhr ich dass die Seele hierher kam um neue Erfahrungen zu machen. Sie, die nur Liebe und Licht kannte, wusste nicht was Dunkelheit und Angst, Schmerz und Leid waren. Das alles wollte sie kennen lernen, denn es war ja das Gegenteil von dem was sie kannte. Alle anderen Seelen wollen das auch und darum sind wir hier. Aha, das warf ja ein ganz neues Licht auf alles, obwohl ich sofort zu meiner Seele sagte: Wie konntest du nur so blöd sein?

Irgendwo las ich dann, dass nach dem Tode niemand auf der anderen Seite über die Seele richtet oder über ihr Verhalten hier urteilt, sondern dass die Seele ihr eigener Richter ist. Das haute bei mir rein, denn wenn ich mir das vorstellte, dann konnte ich es sofort annehmen. Wenn ich auf der anderen Seite auf das eigene Leben zurückblicke und sehe, dass ich hier zu lieblos war oder dort zu egoistisch, da einfach wegschaute und dort den anderen die Schuld gab, usw., dann  werde ich als Seele mit mir selbst nicht zufrieden sein. Ich werde also einen neuen Plan mit den anderen entwerfen um es im nächsten Leben besser zu machen. Denn solange ich nicht ganz zufrieden mit mir bin, mit dem Leben das ich gerade lebte, solange würde ich wieder inkarnieren.

Diese Erkenntnis weckte mich wirklich auf, denn jetzt galt es einen anderen Weg einzuschlagen um das Karma dieses Lebens so gut wie möglich zu reinigen. Dieser neue Weg konnte nur gemeistert werden, wenn ich mich ganz von meinem Herzen führen lies und mir selbst vertraute. Denn nur das Herz kennt alle Wahrheiten und nur dort ist alle Weisheit und alles Wissen versteckt, das ich brauchte um auf den richtigen Weg zu bleiben.

Der Verstand würde sich dem Herzenswissen und der Liebe unterordnen müssen und das Ego liebevoll integriert werden. Kein leichter Weg ist das, aber ein sehr erfüllender und lehrreicher, bei dem man oft ins Stolpern gerät, sich die Nase aufschlägt und gar nichts mehr versteht, lach, denn der Verstand ist eben begrenzt. Doch wer ihn einmal beginnt, der steht auch wieder auf wenn er fällt, denn er fühlt genau dass es der richtige Weg ist um wirklich nach Hause zu kommen und aus dem Rad der Wiedergeburt in dieser Dimension für immer auszusteigen.

Wir schreiben das Jahr 2012 und die Menschheit geht in eine höhere Dimension. Dort wo es die Dunkelheit nicht mehr gibt und wir die Wiederanbindung mit allem was ist erfahren werden.

Wer immer sich entschieden hat mitzugehen, den Weg des Herzens und der Liebe einzuschlagen, wird in diese Dimension mitkommen und sein Karma damit abschließen können.

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12 Responses to Die Sache mit dem Karma

  1. Kirstin says:

    Liebe Angie,

    “Doch wer ihn einmal beginnt, der steht auch wieder auf wenn er fällt, denn er fühlt genau dass es der richtige Weg ist um wirklich nach Hause zu kommen und aus dem Rad der Wiedergeburt in dieser Dimension für immer auszusteigen.”

    genau so sehe ich es auch für mich. Manchmal ist es zum die Wände hochgehen, aber das ist es trotzdem, was mir immer mehr Sicherheit und Vertrauen bringt. Immer wieder nach innen schauen und daraus das außen selbst kreieren.

    Liebe Grüße von Kirstin

  2. Angelika says:

    Ja die Wände hochgehen kann man wie oft man will, die halten das aus 😉 liebe Kirstin,
    jetzt sind wir schon den ganzen Berg hochgeklettert und der Gipfel ist schon in Sicht, da kann man nur mehr Vertrauen in sich haben 🙂
    Wünsche dir einen guten Endspurt voller Freude und Liebe 🙂

  3. Angelika says:

    Dein Zing passt einfach zu gut, grins, wird auch mein Hit 🙂

  4. Ralph says:

    Hallo Angelika,

    ein schönes Bild, dass Du da mit Deinen Worten malst. Es ist faszinierend zu sehen, wohin Deine Worte zeigen … ja … jenseits der Worte sind wir eins.

    In stiller Andacht,
    Ralph

  5. Angelika says:

    Danke lieber Ralph,
    wenn wir keiner Worte mehr bedürfen, erkennen wir uns in unserem Herzen….
    Namaste´ Ralph

  6. Cerulean says:

    Mich hat das auch beschäftigt. Wenn jeder Gedanken und jede Tat Karma erzeugen würde im Sinn eines unbarmherzigen physikalischen Gesetzes, dann wäre hier tatsächlich kein Entkommen.

    Eine spirituelle Person hat mal gesagt: „Wir schaffen Karma im Umgang mit unseren Mitwesen. Massgebend fürs Karma ist allein, welche Gefühle wir bei unseren Mitwesen auslösen.“

    Zum illustrieren ein Beispiel. Nicht zum Nachahmen empfohlen:

    Du siehst wie dein Nachbar im Garten einen Topf Gold vergräbt. Eines Nachts schleichst du in seinen Garten und gräbst es aus.

    1. Fall
    Dein Nachbar stirbt eines Tages, ohne es je bemerkt zu haben. Kein Karma.

    2. Fall
    Dein Nachbar schaut nach, ob das Gold noch da ist. Sieht, dass es gestohlen wurde und stirbt aus Gram. Heftiges Karma.

    So kann die gleiche Handlung mal Karma auslösen und mal nicht.

    LG
    Cerulean

  7. Angelika says:

    Danke Cerulean,
    das ist eine interessante Info und sehr wichtig für das Zusammen leben.
    Ja, so klappt´s dann auch mit dem Nachbar 🙂

    Liebe Grüße und einen schönen Tag 🙂

  8. Olaf says:

    Liebe Angelika,
    ein toller Artikel 😀 😀 😀 Danke dir.
    Alles Liebe,
    Olaf

  9. Angelika says:

    Danke lieber Olaf,
    hab einen wunderschönen lichtvollen Tag 🙂 🙂 🙂

  10. Edith says:

    Liebe Angelika,
    “Osho” hat KARMA für mich sehr einleuchtend erklärt:
    Relevant sind nicht die Taten sondern die Gedanken – der letzten Gedanken vor dem Tod ! Bei Gedanken wie: Hätte ich… würde ich doch… …möchte ich noch…. – sagt Gott: ok bitteschön kannst Du haben 🙂 !!!
    Bei Gedanken wie: wouw Danke für Alles das war super ! wirst Du ewig frei sein…
    🙂 🙂 🙂
    Lieber Gruss Edith
    http://www.endlichFREI.ch

  11. Angelika says:

    Liebe Edith,
    also diese Variante habe ich noch nie gehört ;), aber sie klingt gut, dann heißt das, dass wir es täglich sagen sollten, denn man weiß ja nicht wenn die letzte Stunde schlägt. Aber wahrscheinlich kommt es auf die innere Einstellung zum Leben an 🙂
    Aber was ich mich frage: machen wir es und schwierig oder wird es uns schwierig gemacht ?
    Herzlichen Gruß an dich und danke für diese Anregung, werde mich mehr damit befassen 🙂

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