Hinter den Kulissen

Amita schloss die Tür und lies sich mit einem lauten Seufzer auf die Couch fallen. Es war wieder mal alles schiefgelaufen und sie fühlte sich unendlich müde und wollte nur noch ihre Ruhe haben. Warum konnte sie nicht immer dieses Gefühl der Liebe und Freude in sich halten, warum fiel sie bei der ersten negativen Situation wieder heraus? Amita zog sich die warme Decke über ihren Körper, schloss die Augen und wollte nur noch schlafen und alles vergessen.

Sie fand sich in der goldenen Lichtkugel wieder mit der sie über der Erde schwebte. Die ihr schon bekannte Stimme fragte sie sanft nach ihren Gefühlen. Amita fühlte sich schwer und enttäuscht, sie fühlte sich verletzt und alleine. Die Menschen um sie herum waren nicht liebevoll und freundlich und überhaupt war die Welt ein einziges Chaos an Leid und Ungerechtigkeit. „Du hast also das Negative wahrgenommen und konntest dein gutes Gefühl nicht halten?“ wurde sie gefragt. „Es ist nicht möglich, wie denn auch, wenn die anderen so egoistisch und kaltherzig sind. Wie soll ich sie denn lieben und dabei noch im Frieden sein?“ entfuhr es Amita.

Die Lichtkugel näherte sich der Erde, ihrem Land und stoppte dann über ihrer Stadt. Sie bemerkte die Menschen die sie kannte und wie in einem Zeitraffer wurde ihr das Leben und die Gedanken dieser Menschen gezeigt. Sie sah ihre Freundin die sich mit ihrer Mutter stritt und Amita fühlte plötzlich ihre Gefühle. Sie war wütend weil ihre Mutter sie nicht so annahm wie sie war und ihr dauernd Vorschriften machte. Ihre Mutter glaubte dass ihr Tun richtig sei, denn sie wollte nur das Beste für ihre Tochter. Deshalb war Mia immer so rebellisch und hatte auf der Arbeit dauernd Probleme, sie fühlte sich immer unterdrückt und wehrte sich dagegen indem sie störrisch und widerspenstig war und jeder der ihr etwas sagte, was ihr nicht gefiel, wurde aus ihrem Leben verbannt.

Dann wurde Mia ihr Mann gezeigt, wie er als Kind geschlagen wurde und seinen Eltern nie etwas recht machen konnte. Er fühlte sich ungeliebt und minderwertig und wollte mit tiefen Gefühlen nichts mehr zu tun haben, da diese für ihn zu schmerzhaft waren. Darum verdrängte er alles und wollte alles locker und leicht nehmen. Die meisten Menschen hielten ihn für oberflächlich, dabei scheute er es tiefer in sich und andere hinein zu blicken, die Angst vor dem Schmerz war einfach zu groß.

Dann sah sie ihren Chef, der das Unternehmen seines Vaters übernahm, er wollte eigentlich ganz was anderes tun, wollte jedoch seinen Vater nicht enttäuschen. Dafür erlebte er jeden Tag die Enttäuschung, nicht sein eigenes Leben zu führen und war deshalb so launisch und unausstehlich. Ihre unselbstständige Kollegin der man immer alles sagen musste, die sich nie entscheiden konnte. Sie war behütet aufgewachsen und ihr wurde alles abgenommen, denn sie sollte es einmal besser haben im Leben als die Elten. Dabei fühlte sie sich verloren und verlassen in ihrem Leben, jetzt da sie alles alleine bewältigen musste.

Da war noch die andere Kollegin, die intrigant und falsch war und die immer im Mittelpunkt sein wollte. Ihr Vater hatte die Familie schon früh verlassen und die Mutter war immer auf der Arbeit. Sie hatte die Verantwortung für ihren Bruder und immer wenn etwas war, bekam sie die Schuld an allem. Sie lernte zu lügen um nicht immer der Schuldenbock zu sein. Da war niemand der ihr den Rücken stärkte und fühlte sich ungerecht behandelt. Als die Mutter dann wieder heiratete, wurde ihr Bruder der Mittelpunkt und sie stand außen vor. Sie intrigierte unbewusst wo sie konnte um ein wenig Aufmerksamkeit und Liebe zu bekommen, was sehr selten geschah, denn ihre Lügen wurden aufgedeckt und keiner vertraute ihr so recht. Dabei war sie es, die dem Leben und den Menschen nicht vertrauen konnte und darunter litt.

Mia war erschüttert und ihr wurde bewusst, dass sie plötzlich eine Menge Mitgefühl für alle hatte. Sie sah sie nun mit anderen Augen an und verstand ihr Verhalten besser. Ihr war auch klar, dass alle diese Menschen im Grunde einen guten Kern hatten, der aber durch ihre schlechten Erfahrungen fast verschüttet war.

„Die Menschen glauben an das was sie wahrnehmen, sie halten es für die  Wahrheit und wissen nicht, dass nur eine kleine Veränderung in ihrem Blickwinkel ihr Herz wieder öffnen würde. Ihre Wunden könnten schnell heilen und sie würden viel leichter und glücklicher durch das Leben gehen. Nichts ist so wie es scheint, es gibt immer eine tiefere Wahrheit hinter allem. Du hast gerade deine Gefühle verändern können, weil du tiefer schauen konntest. Alle Menschen erleben ihr Leben als ob es der einzigen Wahrheit entspricht und glauben im Recht zu sein mit ihren Ansichten.

Jede Wahrheit hat also auch ihre Berechtigung vom Blickwinkel des jeweiligen Menschen aus gesehen. Das ist es was es zu erkennen gilt und dann kann man seine eigene Wahrheit verändern und eine ganz andere Wahrnehmung der Dinge erfahren. So wie du es gerade erlebt hast.“

Mia nickte und erkannte noch etwas: „So wie ich sie jetzt sehe, kann ich ihnen auch gar nicht mehr böse sein. Ich empfinde nur Mitgefühl und Liebe für sie. Ihr Verhalten verletzt mich auch nicht mehr, denn ich fühle dass sie so viele Schmerzen in sich tragen und es nicht wissen. Eigentlich führen sie immer in einem Kampf gegen alles, nur um sich selber zu beschützen. So wie es mir auch oft erging, aber wie gehe ich jetzt mit ihnen um? Ich kann doch nicht nur Mitgefühl haben und ihrem Verhalten trotzdem zustimmen? Das verändert ja nicht viel an der Situation.“

Die Stimme war sehr mitfühlend als sie antwortete: „Es reicht schon aus, wenn du sie jetzt mit anderen Augen siehst, wenn du Mitgefühl und Verständnis für sie hast. Denn du wirst jetzt anders auf sie zugehen und offener mit ihnen umgehen. Du wirst keine Ablehnung ihnen gegenüber fühlen und das werden sie irgendwie merken. Du wirst automatisch beginnen, ihre guten Seiten zu suchen und erkennen und diese dann zu stärken.

Deine Energie hat sich jetzt verändert und du strahlst jetzt etwas anderes aus: du nimmst sie an, du erkennst sie an so wie sie sind und du verstehst sie. Das ist einen sehr positive Energie und damit können sie sich verändern. Du selber aber wirst in deiner positiven Schwingung bleiben und dich wohl fühlen und einfach deines tun, ganz gleich was um dich herum geschieht. Kümmere dich immer um deine Eigenschwingung, das ist das Wichtigste, denn dadurch verändern sich alle Dinge in deinem Leben und du hilfst anderen damit ihre Schwingung zu erhöhen.“

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8 Responses to Hinter den Kulissen

  1. Kirstin says:

    Liebe Angie,

    ich finds großartig, was ich hier lesen kann. Es ist auch ganz meine Ansicht. Wenn wir versuchen, hinter die Kulissen zu schauen, müssen wir immer weniger bis gar nicht mehr werten oder urteilen. Denn können wir alles lieben. Das konnte ich auch schon erfahren.

    Und Mitgefühl haben – mit den anderen und mit uns selbst. Und alles lieben.

    Liebe Grüße von Kirstin

    • Angelika says:

      Liebe Kirstin,
      es hat mir immer sehr geholfen wenn ich die Vergangenheit der Menschen kennenlernte, das Verständnis wird viel größer und vielfach fand ich Parallelen zum eigenen Leben. Verstehen bringt Mitgefühl ins Herz und die Erkenntnis, dass der andere eigentlich Ich selber bin 🙂
      Wuschelige Umarmung für dich 🙂

  2. Liebe Angelika,
    dein Beitrag hier bewegt mich sehr! Die Beispiele und das Bild mit der Lichtkugel sind so plastisch, als hätte ich das gerade erlebt. Ich danke dir von Herzen.
    Die Schwingung von Mitgefühl und Liebe ist lebendig – lebt hier und jetzt, besonders in diesem Erlebnis von Amita …
    Herzensgrüße schickt dir
    MarIna

    • Angelika says:

      Danke liebe MarIna,
      ich glaube deine Ina hat mächtig Spaß mit der Lichtkugel und ich kann mir ganz gut vorstellen, dass sie mit dir damit gerne auf Reisen gehen möchte 🙂
      Von Herz zu Herz einen liebevollen Gruß an euch beide 🙂

  3. Ralph says:

    “Eigentlich führen sie immer einen Kampf gegen alles, nur um sich selber zu beschützen.”
    -> Oh ja, kommt mir verdammt bekannt vor … fühle mich da auch durchaus persönlich angesprochen. Einige Kriegsschauplätze habe ich schon verlassen, aber irgendetwas scheine ich noch nicht sehen zu wollen … da ist noch irgendetwas unterschwellig am wirken … und kämpft weiter, obwohl mir sonnenklar ist, dass ich immer nur mit mir kämpfe … um nicht zu sagen ‘gegen mich’ … und es insofern unmöglich ist zu gewinnen …

    • Angelika says:

      Hallo Ralph,
      wir sind wohl alle noch am Kämpfen und vieles ist noch so unklar. Ich habe begonnen auf mein Körpergefühl zu achten, denn wenn er sich irgendwo verspannt, dann bemerke ich dass ich wieder im Kampf bin und kann dann besser erkennen, was gerade los ist.
      Das kann eine Verkrampfung im Bauch, Nacken, Solarplexus sein, oder auch oft die Hände und im Rücken. Tritt auf während eines Gesprächs, einer gewissen Situation, beim Film gucken, lesen oder wenn ich wieder in Gedanken gefangen bin. Ist ein guter Indikator der Körper und sehr hilfreich.
      Was mir auch sehr hilft, ist das bewusste tiefe Einatmen in den jeweiligen Körperteil, wo ich das Gefühl wahrnehme, so lange, bis es sich leichter anfühlt. Das kann man eigentlich jederzeit machen :), denn alles können wir nicht im Kopf erkennen, sondern nur über das Herz :).
      Namaste´lieber Ralph

  4. Olaf says:

    Liebe Angelika,
    ich bin sehr berührt von der Liebe und dem Mitgefühl, dem bedingungslos liebenden und mitfühlenden Wesen in uns. Ich finde es ganz erstaunlich wie es sich mehr und mehr zum Ausdruck bringt, auf ganz unendlichen vielen Wegen. Es alles liebevoll betrachtet und umhüllt. Mit meiner tiefsten Essenz durch Geschichten und Metaphern in Berührung zu kommen hebt auch meine Schwingung immer wieder an.
    Ich danke dir von Herzen für all die Liebe und Schönheit die das bedingungslos liebende Wesen in uns, durch dich hier zum Ausdruck bringt 😀 😀 😀
    Sei gesegnet in all dem Reichtum, der du bist.
    Alles Liebe,
    Olaf

    • Angelika says:

      Lieber Olaf,
      ich danke dir und es freut mich dass deine Schwingung angehoben wurde :). Unsere Seelen scheinen wohl unendlich geduldig zu sein in ihrer bedingungslosen Liebe und wir alle werden Tränen der Freude weinen, wenn wir uns ganz mit ihnen vereinen und die eigene Schönheit erkennen :). Doch auch der Weg dorthin erstaunt mich immer mehr und lässt mich demütig werden, vor dem was ich wahrnehme in uns allen.
      Viele lichtvolle Umarmungen 🙂

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