„Du bist genau wie meine Mutter …

Foto von Doris

… und das fand ich da auch schon doof“ … so sagte jemand vor zwei Tagen zu mir. Und ich hab mich riesig gefreut. 🙂 Warum? Das will ich hier schreiben.

Ich vertrete schon lange die Ansicht, daß unsere Seele sich Kontakte und Beziehungen sucht, die ihr helfen oder in denen sie sich etwas ansehen kann. Ganz früher dachte ich, daß wir durch unsere Beziehungen einfach glücklich werden sollen, aber da das nie klappte bei mir, musste ich ja etwas tiefer nach Erklärungen graben.

Also schaute ich mich in meinen Kontakten um. Da gab es bei mir sehr unterschiedliche Gefühle. Da waren die Menschen, mit denen es einfach nur „klappte“. Sowas hab ich denn gute Freundschaft genannt. Und es waren die Menschen, wo es irgendwie „knisterte“ – im positiven wie im negativen. Das hab ich denn für Liebe gehalten.

Und damals dacht ich ebenfalls noch, die Stärke der Liebe würde sich bemessen lassen an der Stärke des erlebten Leides. Und wahre Liebe müsse eben weh tun 😉

Das war mir aber irgendwann egal. Weil dieses erlebte Leid irgendwie überhand nahm. Und das wurde denn selbst mir klar, daß sich so unmöglich Liebe anfühlen konnte. Also musste wieder mal nach Erklärungen gegraben werden.

Ich stellte fest, daß die Menschen, mit denen es „knisterte“, alle etwas gemeinsam hatten. Sie erinnerten mich an meinen Vater. Oder auch an mich selbst. Und sie symbolisierten immer wieder die Dinge, die schon als kleines Kind Schmerz bereitet hatten. Und die ich vielleicht als vermeintlich Erwachsener selbst übernommen hab. Die ich aber jetzt überhaupt nicht leiden kann in mir.

Und es gibt natürlich auch die andere Möglichkeit, daß diese Menschen Eigenschaften lebten, die ich selbst gern gelebt hätte, mich aber nie getraut hab.

Na ja, jedenfalls begann ich, mein Feld „aufzurollen“. Mich selbst und die entsprechenden Kontakt zu hinterfragen, was da los ist. Dabei stellte ich fest, daß ich wohl vor dieser Inkarnation im Seelencafé beschlossen haben muß, die Rolle der Mutter für ganz viele zu spielen. Klarer ausgedrückt, sie eben immer wieder einfach durch meine Art an ihre eigene Mutter zu erinnern. Und natürlich an die nicht aufgelösten Dinge in diesem Zusammenhang. Würde theoretisch auch gut passen, denn grad diese Wesen erinnerten mich eben an meinen Vater.

Nur praktisch ließ sich das bei mir noch nie gut umsetzen. Es gab meist nur Ego-Kämpfe. Die andere Seite wollte von meiner Theorie, daß das Problem ja im eigenen inneren liegen könnte, meist nichts wissen. Und wenn ich denn mit dem verwegenen Gedanken kam, daß wir unsere aktuellen Schwierigkeiten als Geschenk betrachten könnten, da dadurch jeder bei sich selbst nachschauen und eine evtl. alte Wunde heilen könnte, und wir es vielleicht hinterher gemeinsam besprechen und darüber lachen und uns gegenseitig dadurch viel näher kommen könnten – na, denn ging der Kampf meist in die nächste Runde. Nicht das eigene Problem sonder ich wurde bekämpft. Wir seien schließlich im Jetzt, und damit habe die Vergangenheit nichts zu tun. Und bei dem hab ich auch selbst kräftig mitgemischt.

So hab ich denn nach Kampf-Ende versucht, meine Dinge mir selbst anzuschauen. Aber da mir der Austausch mit dem betreffenden Gegenüber fehlte, fühlte es sich meist recht unvollkommen an. Irgendwann in den letzten Jahren hab ich auch aufgegeben mit diesen „Knister-Kontakten“. Hab einfach nur für mich bemerkt, aha, wieder so etwas, das kenn ich ja schon. Also ist da noch etwas in mir, das geliebt und angenommen werden möchte. Hab das gemacht, so gut ich konnte. Aber einfach nicht mehr großartig versucht, das mit dem Gegenüber zu klären, weil ich keine weiteren blauen Flecke wollte.

Und nun das vor zwei Tagen! Dieser o.g. Ausspruch. Es war wie eine Erlösung. Fast so, als würde ein Bann von mir genommen worden sein. Pikanterweise hab ich ja auch noch am selben Tag wie diese Mutter Geburtstag. Ich kann es auch nicht genau erklären. Jedenfalls war ich in der ersten Sekunde sprachlos, aber denn musste ich einfach nur lachen. Und vor allem: wir haben gemeinsam gelacht. Und es scheint mir so, als müsste ich seitdem nicht mehr diese Rolle des Erinnern an alte Gefühle spielen, sondern dürfte endlich einfach nur ich selbst sein. Und wenn das tatsächlich so ist, würde es ja wirklich für eine Verabredung der Seelen im Seelencafé sprechen. Und wenn ich in mir selbst alles geheilt hab, werd ich solche Schwierigkeiten ja auch nicht mehr in mein Leben ziehen müssen.

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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9 Responses to „Du bist genau wie meine Mutter …

  1. Liebe Kirstin, 🙂
    wie schön, dass Ihr schließlich gemeinsam lachen konntet – vor allem GEMEINSAM !!!
    Das zeigt ja schon deutlich, dass du inzwischen etwas anderes LEICHTERES anziehst. Und lachen ist eine so wunderbare Seelenmedizin. Davon noch gaaaaanz viel 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂
    wünscht dir mit herzlichen Grüßen
    MarIna 🙂

    • Kirstin says:

      Das stimmt, MarIna, daß ich jetzt Leichteres anziehe, da haste echt recht. Früher wär das sicher wieder im Drama ausgeartet. Danke für den Hinweis.

      Liebe Grüße von Kirstin

  2. A´...Engel Ralf says:

    Liebe Kirstin,

    das ist ja schon ziemlich doof und ich möchte mal wissen, was für Seelen du so im Seelencafé triffst – naja, zumindest hast du dich gefreut und es hat ja noch was Gutes: Der Mensch wird dann ja wohl auch deinen Geburtstag ja nicht vergessen(;-)

    Was gibt dir jedoch die Gewißheit, als “leichtes” Mädchen nicht mehr diese “schweren” Seelen an “Land zu ziehen”? Mag sein, daß du ja gerade predestiniert bist, an und mit diesen schweren Fällen zu wachsen oder diesen wunderbaren Geschenke auszupacken.

    Möge das Lachen mit dir sein,
    mit uns allen…

    Alles Liebe,

    Ralf.

    • Kirstin says:

      Jaha – mein Lieber – ich mit der großen Klappe. Hör mich großspurig tönen: Ach, jetzt aber bitte mal ne Herausforderung, sonst langweil ich mich bloß. Würdest Du mich bitte vor dem nächsten Mal im Seelencafé kräftig schütteln? Vielen Dank 🙂 Und das mit dem Geburtstag ist so – das hat der Mensch jetzt davon!

      Wahrscheinlich hast Du mit Deiner Frage auch noch recht. So wie ich mich kenne, ist das so. Aber denn geh ich da auch noch durch – wo ich schon mal hier bin.

      Liebe Grüße von Kirstin

  3. Ralph says:

    Hi Kirstin,

    “sondern dürfte endlich einfach nur ich selbst sein.”

    Das liest sich für mich, als ob Du trennst zwischen dem, was Du bist, und dem, was Du nicht bist.

    Meine Erfahrung ist:

    -> Ich war immer ich – was könnte ich sonst gewesen sein? Es gibt nur mich.

    -> Ich erkenne mich in all meiner Vielfalt. Und ich erkenne die Einheit in der Vielheit.

    Kannst Du das auch für Dich annehmen:

    -> Du warst immer Du – was könntest Du sonst gewesen sein als Du? Es gibt nur Dich!

    -> Erkennst Du Dich in all Deiner Vielfalt? Und erkennst Du die Einheit in dieser Vielheit?

    Ralph

  4. “Dabei stellte ich fest, daß ich wohl vor dieser Inkarnation im Seelencafé beschlossen haben muß, die Rolle der Mutter für ganz viele zu spielen.”

    Hi Mama Kirstin :-),

    ich bin zwar glaub ich ein paar Jährchen älter als du (aber was ist schon Zeit), trotzdem erkenne auch ich das liebevolle Mütterliche in dir. Danke.

    Deine oft trotzige, unvernünftige, mit dem Kopf durch die Wand wollende “Tochter” Johanna

    😉 🙂 ❤

    • Kirstin says:

      Liebe Johanna,

      jetzt bin ich aber platt 🙂 unseren Kontakt hatte ich bislang eigentlich nicht für einen “Knister-Kontakt” gehalten, 😉 Aber wenn dem denn nun so ist, denn erkenn ich mich in diesen Eigenschaften auch bestens wieder, liebe “Tochter” 😉

      Liebe Grüße von Kirstin

  5. Angelika says:

    Ohh, liebe Kirstin, lass die Mami noch ein wenig hier ;), wir treffen uns dann im Seelencaffe zwecks Klärung der neuen Rollen 😉 🙂

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