Öffnen wir unsere Herzen auch für die Tiere, Bäume und Pflanzen?

Hab ich gestern den Vorschlag gemacht, unsere Herzen für uns selbst und einen anderen Menschen zu öffnen. „Spielen wir nicht jeden Tag Karneval?“ So möchte ich heute darüber über die anderen Seelen schreiben, mit denen wir ebenfalls zur Erde gekommen sind. Und die ebenfalls einfach nur das gleiche wollen wie wir: Leben und überleben.

Ausschlag für diesen Text gab ein Tatort-Krimi von Neujahr, den ich gestern abend mir angesehen hab. Einer der Hauptschauplätze war ein Schlachthof. Und es ging darum, daß eine Angestellte in diesem Schlachthof dahinter gekommen war, was für miese Methoden dort bei der Tötung der Tiere angewandt wurden. Sie wollte das an die Öffentlichkeit bringen, und wurde deshalb gemobbt von ihren Kolleginnen. Weil sie Angst um ihren Job hatten. Und ich vermute mal, das war auch der Grund für ihren Tod. Das weiß ich jedoch nicht genau, weil ich den Tatort irgenwann ausgestellt hab. Und zwar da, als die Kommissare einen Tierarzt befragten, der für die Überprüfung der Schlachtung zuständig war.

Er erzählte von den Methoden, die ganz selbstverständlich immer und überall vorkommen, und die auch von jeder Behörde offenbar geduldet werden. Z.B., daß schon mal Tiere bei lebendigem Leib gesiedet werden, weil dem Schlachter oft die Zeit für eine „humane“ Tötung fehlt. Ich konnt es einfach nicht mehr weitersehen. Es hat mir das Herz zerrissen. Hab Liebe zu allen Tiergeschwistern geschickt, vor allem zu denen, wo der Mensch immer wieder meint, sie essen zu müssen. Hab sie um Verzeihung gebeten, was der Mensch ihnen immer wieder antut.

Ok, ich selbst bin zwar Vegetarier und esse an tierischen Produkten lediglich Bio-Käse und Bio-Eier. Aber z.B. trage ich auch Lederschuhe. Zwar völlig frauen-untypisch 😉 kaufe ich höchstens alle paar Jahre mal ein neues Paar, aber immerhin. Und diese ganze Bio-Sache – na ja, selbst da weiß man ja nicht so recht.

Mir geht es hier auch in erster Linie um das Bewusstsein. Ich finde es so erschreckend, daß z.B. immer noch von Vegetariern oder Veganern und „normalen“ Menschen gesprochen wird. Wie sehr ist es offenbar in den Köpfen der Menschen, daß es völlig normal ist, andere Lebewesen einfach umzubringen, nur damit der Mensch überleben kann.

Klar, ich höre sie jetzt deutlich, die Einwände, daß das im Tierreich doch schließlich genau so sei. Fressen und gefressen werden. Ist so – kann ich nix gegen sagen. Obwohl es ja auch genügend Tiere gibt, die selbst Vegetarier sind. Und interessanterweise sind daß z.B. grad die Tiere, die der Mensch meint, essen zu müssen. Diese Tiere töten ihrerseits kein anderes Tier – und auch keinen Menschen.

Aber das ist es ja auch nicht. Ich kann ja nicht mein eigenes Verhalten abhängig von anderen machen. Also – nur weil auch Tiere Tiere essen, darf ich das auch einfach so. Und selbst wenn ich meine, Fleisch essen zu müssen, so kann ich trotzdem zu jeder Zeit mein Bewusstsein dafür erweitern, wie denn zu Lebzeiten mit diesen Tieren umgegangen wird, oder auch, wie sie getötet werden.

Das gleiche gilt für mich für die Bäume und Pflanzen. Auch diese Seelen sind gemeinsam mit uns hier. Auch sie haben ihre Aufgabe, für ein reibungsloses Miteinander hier zu sorgen. Genau wie wir eigentlich, oder? Der Mensch hält sich selbst doch für die Krone der Schöpfung. Wäre es da nicht eigentlich seine erste Verpflichtung, wirklich gut für alles zu sorgen?

Was aber wird gemacht, Bäume werden einfach so umgehauen, ohne nachdenken. Ebenso werden Pflanzen jeden Tag immer wieder misshandelt. Und niemand macht sich große Gedanken drum – ist eben so – das Leben ist kein Ponyhof. Und falls doch mal jemand an die Bäume denkt, dann auch eher aus eigenem Interesse heraus, weil man es eben schön findet, einen Baum zu sehen.

Was ich sagen möchte und dies immer wieder – und ich finde, man kann es nicht oft genug sagen: Alles – aber auch wirklich alles ist Bewusstsein. Bitte, bitte denken wir daran bei allem, was wir tun. Für mich gibt es absolut keinerlei Unterschied zwischen einem Menschen, einem Tier, einem Baum oder einer Pflanze.

Und vielleicht mag ein Gedanke hilfreich sein: Wie wäre es für uns, wenn das, was wir grad im Begriff sind zu tun, jetzt uns selbst oder unseren Kindern angetan würde. Und wenn ich dann nicht werte, sondern alle Lebewesen auf die gleiche Stufe stelle, denn sollte es erheblich weniger Leid geben in der Welt. Wir reden von der neuen Energie, der neuen Welt. Wer könnte ernsthaft glauben, daß es da so weitergeht, wie es jetzt ist. Fangen wir doch also schon heute an, nachzudenken, in dieser Minute.

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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16 Responses to Öffnen wir unsere Herzen auch für die Tiere, Bäume und Pflanzen?

  1. Rainer says:

    ich finde das nichts schöneres gibt als das Vertrauen meiner Katzen zu genießen, sie teilen ihren Schlafplatz mit mir……. das ist so wunderbar….

  2. Angelika says:

    Ich kann dir in jedem Punkt dieses wundervollen Textes nur zustimmen liebe Kirstin, es ist für mich noch immer unverständlich, dass Menschen sich spirituell nennen und das nur auf sich beziehen. Ist denn nicht alles hier auf der Erde Spirit, Geist?
    Wenn ich diesen Weg ganz gehe, dann beinhaltet dies auch, da ich mit allem verknüpft bin hier auf Erden, dass ich alles mit einbeziehe und die Verantwortung dafür übernehme, wie ich als erwachter Mensch damit umgehe.
    Als Mensch lebe ich hier auf diesen Planeten und er mit mir und es liegt an uns dass wir nicht nur uns verändern, sondern dazu beitragen dass sich alles Leben hier verändert im positiven Sinne und dass alles Leben hier gewürdigt und geachtet wird. Das ist für mich wahre Spiritualität und dafür setze ich mich auch ein.
    Danke aus ganzem Herzen für deine Worte, Namaste´

  3. Brigitte says:

    Liebe Kirstin!
    Du hast das wie immer ganz wundervoll auf den Punkt gebracht. Ein Arikel, den ich gerne immer wieder lesen werde,

    LG

    Brigitte

  4. Ralph says:

    Hi Kirstin,

    vielen Dank für Deinen Text. Habe meiner Frau grad Deinen Artikel vorgelesen, und sie hat in dem Buch „Abenteuer Essen!“ von Christina Weiskopf zu diesem Thema mal folgendes herausgesucht:
    „Alles, was ihr an Nahrung zu euch nehmt, stellt eine Art von innerer Antenne dar, die bestimmte Wellen aufnimmt. Durch die Fleischnahrung verbinden wir uns täglich mit der Angst und Grausamkeit, die im Tierbereich herrschen. Wer Tiere tötet, nimmt ihnen nicht nur das Leben, sondern auch die Möglichkeit, gemäß ihrer Art zu leben und sich weiterzuentwickeln. Deshalb stößt ein Fleischesser auf Schwierigkeiten, wenn er sein höheres Wesen entwickeln will. Tierische Nahrung bewirkt eine Erdenschwere im Körper und im Geist. Wir kommen jetzt in die Uranuszeit, die mineralische Zeit, hinein, und gerade hier werden durch den Genuss von Totem der Egoismus und die Geldgier gefördert. Diese Tendenzen können wir schon beobachten: Wer Geld hat, will noch mehr, und die Spanne zwischen Arm und Reich wird immer größer. Wenn das Wild kein Zutrauen zum Menschen hat, wenn die Vögel davonfliegen, wenn er sich ihnen nähert, und wenn ihn die ganze Natur als Feind betrachtet, ist es Zeit, sich wieder mit der Schöpfung zu versöhnen.“

    Egoismus und Geldgier waren auch bei mir früher recht gut entwickelt – da war ich ganz gut an die mich umgebende Gesellschaft angepasst. Vieles davon habe ich zwischenzeitlich hinter mir lassen können. Dass diese Eigenschaften mit dem Fleischkonsum korrelieren, ist mir hingegen recht neu. Manchmal stößt man auf Widerstände, und hat keine Ahnung, woraus diese resultieren … aber letztlich hängt ja alles mit allem zusammen. Zwischenzeitlich ernähren wir uns deutlich bewusster, essen aber nach wie vor Fleisch, jedoch weniger exzessiv und unter vollständigem Verzicht auf Schweinefleisch.

    Ich werde Deinen Artikel zum Anlass nehmen, mir folgendes noch einmal ganz langsam und eindringlich zu vergegenwärtigen (gleiche Quelle wie oben):
    „Fleisch fault im Darm. Problematisch ist vor allem der Fäulnisprozess, dem das Fleisch im Darm anheimfällt. Wenn sie das Fleisch auf den Tisch bekommen, ist die Leichenstarre bereits gelöst, und das Fleisch in Verwesung übergegangen, es ist abgehangen. Es entstehen verschiedene Zersetzungsgifte, die eine chemische Verwandtschaft mit Koffein und Nikotin haben. Daraus erklärt sich die Suchtauslösung. Die bei dem Fäulnisprozess im Darm freiwerdenden Leichengifte sind verantwortlich für den Darmkrebs.“

    Unabhängig davon sind für mich aber die von Dir geschilderten Dinge auch ein Spiegel … und ich bin für mich selbst immer noch am Beobachten im Innen, was mir da genau gespiegelt wird – es zeigt sich noch nichts wirklich Greifbares. Aber es kann nicht anders sein: Wenn ich Grausamkeiten im Außen wahrnehme (‚gezeigt bekomme‘), dann nur deswegen, weil es immer noch Grausamkeiten in mir selbst gibt. Denn was auch immer ich sehe – ich sehe immer nur mich selbst.

    Grad kam mir da der Gedanke, dass es ja neben dem persönlichen Unbewussten auch noch das kollektive Unbewusste gibt … und dass es wohl der nächste logische Schritt ist, sukzessive nicht nur das Bewusstsein auf individueller Ebene zu wahren, die persönliche Achtsamkeit zu schulen, sondern dann auch aus diesem Bewusstsein, dieser Achtsamkeit, dieser Losgelöstheit von jeglicher Form die Verbindung mit dem kollektiven Bewusstsein zu suchen … mein Licht scheinen zu lassen …

    Eines ist mir jedenfalls klar: Es ist unmöglich, das Unbewusste zu bekämpfen. Sobald ich damit anfange, werde ich selbst unbewusst. Sobald ich auch nur versuche, den Wahnsinn zu bekämpfen, werde ich selbst wahnsinnig.

    Der einzige Weg scheint mir, selbst voll bewusst und achtsam zu bleiben, immer und immer wieder der Versuchung der Identifikation mit dem Verstand, der Illusion eines von allem anderen getrennten persönlichen Ich zu widerstehen, und damit ein Beispiel zu geben. Anderen durch mein Beispiel zu zeigen, dass es Alternativen zur „normalen“, unbewussten, getrennten, nach etwas strebenden, etwas wollenden individuellen Existenz gibt.

    Ralph

  5. Liebe Kirstin, danke für den Text.
    Weißt du, dass diese grausame Massenschlachtung und Massentierhaltung gerade auch mein “Thema” ist und schon immer war. Ich habe z.B. kürzlich einen Link über Küken und Legehennen gefunden, der mich so fassungslos und betroffen gemacht hatte, dass ich es gar nicht ausdrücken kann. Wie können Menschen nur so grausam sein? Ich wollte eigentlich diesen link hier einstellen, tue es aber nicht, um nicht noch mehr negative Energie in das Thema zu geben.

    Stattdessen ist mir eingefallen, dass genau dieses Thema und die positiven Bilder dazu eine meiner ersten “Wirklichkeitsvisionen” war:
    http://wirklichkeitsvisionen.wordpress.com/2011/01/12/glucksschwein-visionen/

    LG Johanna

  6. Kirstin says:

    Ihr Lieben,

    ich danke Euch sehr für Eure Reaktionen auf diesen Text. Möge Gott geben, daß die Qualen all dieser Geschöpfe sofort aufhören.

    Liebe Grüße von Kirstin

  7. Maria says:

    Hallo liebe Kirstin, hier wieder einmal ein Gedicht von mir, das zu deinem Text passt. Wieder mal in bayrisch, manches lässt sich halt am besten in der eigenen Muttersprache ausdrücken.

    Noch Maul und Klauenseuche und BSE,
    gibt`s jetz a nu de Voglgripp,
    do konns da ja vergeh.

    A Virus soids sei, a ganz a gfährlicha,
    i glab es war gscheida,
    de Verantwortlichn warn ehrlicha.

    Dass do so vui Viecha miassn schderm,
    des kimmt davo, weils in de Ställe
    nei pfercht wean.

    Da Egoismus, de Geldgier und de
    verschlossenen Herzn,
    machan ois kaputt und grang,
    do brauchst di ned wundern,
    wenns noch de Kia und Säu,
    a de Henna und de Vögl glangt.

    Vui Artn san scho ausgschdorm
    und vui schderm aus oi Dog,
    bloss wos do wirklich schuid dro is,
    koana wirklich wissen mog.

    Olles wead auf de Andern gschobn,
    und weida gäds wia zuvor,
    g`ändert wead gar nix
    und olle singans dann im Chor.

    Weg mit de Henna, weg mid de Kia,
    weg mid de Säu und weg mid de Schdiar.
    De san gefährlich fia uns Menschn,
    de bringan uns nu olle um,
    olle weans verscharrt, verbrennt,
    bis olle san ganz schdumm.

    De Tiere wenn redn kanntn,
    de dans eich scho sogn,
    und i bin ma sicher,
    de dan eich so manches frogn.

    De Viecha dan sogn, sad´s seiba
    d`schuid, wos se da Mensch
    überhaupts ois eibuid,
    er moant er war meahra wert wia mia,
    doch do deischt er sich gewaltig und des wia.

    Auf de göttlichen Gesetze,
    head boid koana mehr
    und do frogts ihr eich,
    wo de Krankheitn keman her.

    Des liegt doch auf da Hand,
    des is doch ois ganz klar,
    i denk, dass offensichtlich is,
    dass da Mensch is de Gefahr.

    Na mia, mia armen Viechal,
    mia dean eich sicha nix,
    mia zoagns eich bloss im aussen,
    wos in eich drinn is los,
    do heifan eich a koane Drix.

    Mia Tiere dienen eich doch bloss,
    mit Würde mia des ois erdrogn,
    ihr legts de Händ bloss in den Schos
    habds so vui Angst und deats blos klogn.

    Aba des is scho ois guad, ois recht,
    wenn eich da Hunga auf uns vergäd
    und uns dann koana mehr essn mächt.

    Voi mit Chemie, und Schdresshormone
    oda hoibad dafeid,
    hoffentlich graust eich so davo
    und ihr ersparts uns in Zukunft dieses Leid.

    Es muass anscheinend vui passiern,
    dass se wos ändern kon,
    vielleicht denkts dann moi endlich um
    und reißt´s des Ruada nummoi rum.

    Seuchn weads nu solang gem,
    solang mia in da Massentierhaltung
    miassn lem.
    Mit eichana Gier und Maßlosigkeit,
    do kemts auf Dauer nimma weid.

    Des wos ihr mit uns ois machts,
    des gfoid uns scho lang nimma,
    drum wead des, wos jetz ois so is,
    ollawei nu schlimma.

    Aba des, is a Frage der Zeid
    und ma siechts ja scho heid,
    d`Menschn wachan schee langsam auf,
    s´is Zeit, bevor nu ois gäd drauf.

    Gott sei Dank, duad se jetz wos
    und d´Leid bleim nimma schdumm,
    weils saign, wenns a so weida gäd,
    sich selba bringan um.

    Guad is, dass de Skandale gibt,
    und aufkimmt, des ganze Gschiss,
    dann b´sinnan se d´Leid wieda drauf,
    auf des, wos wirklich wichtig is.

    Oiso denkts um und schaugts
    auf uns Viecha und auf d´Natur und
    macht`s ned ois kaputt und grang,
    do wos ia saglt´s, hockt´s ia drom,
    i frog mi blos wia lang.

    Ned nur s`Geld und da Gewinn,
    is des Menschen Lebenssinn,
    an Friedn im Herzn und a guads Gfui,
    bei ollem, wos ma duad,
    des duad da Natur, uns Viecha
    und a da ganzn Menschheit guad.

    Maria Widmann

    Dieses Gedicht ist meine Reaktion, auf so manche Berichte in der letzten Zeit. 06/ 07

    • Ralph says:

      Hallo Maria,

      vielen Dank für Dein Gedicht. Da ich bayerisch nie gelernt habe, kann ich da nur langsam lesen … aber grad dieses langsame Lesen hat es in sich … geht es ja nicht um die Worte, sondern darum, worauf die Worte zeigen.

      Die Problematik hat ja – wie mir scheint – mindestens zwei Aspekte:
      a) die Massentierhaltung mit all den genannten (und vermutlich auch einigen noch nicht genannten) Aspekten
      b) der Verzehr von totem Fleisch (also letztlich von Tierleichen) im Allgemeinen

      Mir scheint, dass a) erst durch die allgemeine Unwissenheit in Bezug auf die Auswirkungen von b) auf den menschlichen Organismus überhaupt entstehen konnte. a) scheint mir insofern das Symptom – die Unwissenheit in Bezug auf b) jedoch die Ursache.

      Aufklärung scheint mir da die einzige wirkungsvolle Möglichkeit (und natürlich die Verfügbarkeit von Alternativen) … zumindest hat es bei mir nicht ausgereicht, auf a) hinzuweisen … die Sucht (auch Appetit genannt) ist da doch gelegentlich noch größer (gewesen?) als die Vernunft … allein das Wissen (oder besser nicht-so-genau-Wissen) über die Herkunft dessen, was ich da mit großem Appetit verzehre, hat zwar zu einer Reduktion des Fleischkonsums und zum Aufgeben des Verzehrs von Schweinefleisch geführt; aber erst das (wiederholte!) Klarmachen dessen, was ich da eigentlich esse:
       Leichenteile, wobei die Fleischzellen durch die Zubereitung abgetötet wurden!
      führt jetzt so langsam zu einem Umdenken und entsprechend zur Veränderung der Essgewohnheiten.

      Zu den fleischfressenden Tieren sehe ich hier übrigens einen oder mehrere Unterschiede:
      – Ich esse das Fleisch nicht frisch, sondern in irgendeiner Weise behandelt (in jedem Fall zwischengelagert und zubereitet).
      – Wenn es sich nicht um Wild handelt, das ich direkt vom Jäger bekomme, dann stammen die Tiere nicht aus der freien Natur, sondern aus der menschlichen Nutztierhaltung … dazu zählen letztlich alle Haustiere, auch wenn sie ganz „natürlich“ vom Bauern gehalten werden – sie stammen nicht mehr aus der freien Natur.
      – Je nach (aus Unwissenheit und Profitgier immer weiter gesteigerter) Intensität der Nutztierhaltung, Nutztierschlachtung und Nutztierverarbeitung nimmt die Degenerierung immer weiter zu. Details dazu erspare ich mir und Euch allen hier, dazu wurde ja weiter oben schon geschrieben. Als Egoist könnte ich mich dann ja immer noch auf den Standpunkt zurückziehen: Was geht mich all das an – ich will satt werden und es soll mir schmecken, und gut ist’s. Aber auch ein solcher Egoist wird vielleicht nachdenklich, wenn er erfährt, was er da aufgrund der Massentierhaltung eigentlich isst, das beginnt beim Futter, geht weiter über die Haltung, die eingesetzten Medikamente, die Art der Tötung (und daraus im Fleisch enthaltene Stresshormone) und hört vermutlich bei der weiteren Verarbeitung und mehrfachen Zwischenlagerung noch nicht auf. Und das alles, ohne überhaupt schon mal über die Widernatürlichkeit all dessen nachgedacht zu haben.

      Und da komme ich jetzt doch noch zu meinem geliebten Spiegel: Alles, was wir mit den Tieren tun, tun wir auch mit uns selbst. Ursprünglich wollte ich schreiben: ‚Alles, was wir den Tieren antun, tun wir auch uns selbst an.‘ – aber mit dem Wort „antun“ suggeriere ich bereits – schiebe ich Euch eine Wertung unter. Wozu sollte ich das tun? Es mag jeder selbst für sich entscheiden, was er zukünftig isst. Vielleicht reicht es ja, sich die Frage zu stellen: Was würde die Liebe tun?

      Ralph

  8. Ralph says:

    Hallo Kirstin,

    Du schreibt, dass Du Vegetarier bist. Magst Du uns erzählen, wie Du dazu geworden bist? Da ich mich grad selbst in einer solchen Übergangsphase befinde, interessieren mich Deine diesbezüglichen Erfahrungen und natürlich auch die Auslöser, die Dich letztlich dazu gebracht haben, aus Teilen toter Tiere gewonnene Produkte (ich nehme mal an, dazu zählen auch Gummibärchen und Gelatine) nicht mehr zu verzehren.

    Danke,
    Ralph

    PS: Vielleicht hast Du ja früher schon mal darüber geschrieben – dann wäre ich für einen Link auf den entsprechenden Beitrag sehr dankbar.

    • Kirstin says:

      Ja, sehr gerne, Ralph, aber nicht heute. Kann nicht viel schreiben, weil die Arme nicht wollen (Rheuma). Einen Text hab ich glaub ich darüber noch nicht geschrieben.

      Liebe Grüße von Kirstin

      • Ralph says:

        Danke für die prompte Antwort.

        Lass Dir Zeit – auch das Rheuma kommt ja nicht von ungefähr.

        Vielleicht wird’s ja bei Gelegenheit ein neuer Blog-Artikel … bin schon gespannt.

        • Kirs Tin says:

          Lieber Ralph,

          ich bin Dir noch eine Antwort schuldig. Also zum Vegetarier geworden bin ich ursprünglich aus gesundheitlichen Gründen wegen meiner Arthritis. Dann jedoch begann ich meinen spirituellen Weg und ganz schnell trat meine Gesundheit in den Hntergrund. Für mich war es fortan undenkbar, Tiere zu töten, nur weil ich meine, ich müßte sie essen. Ich ess ja auch keine Menschen – wo ist da der Unterschied?

          Ich muß aber auch sagen, daß ich auch früher nie gern Fleisch oder Fisch gegessen hab. Aber selbst wenn es die gesundheitlichen Gründe nicht mehr gäbe, würde ich auch heute nie wieder Fleisch oder Fisch essen. Natürlich esse ich auch keine Gelantine und nur Bio Käse mit mikrobiellem Lab. Allein aus ethischen Gründen. Natürlich kann man jetzt sagen, ich esse ja auch Pflanzen. Aber auch da bemühe ich mich, Obst oder Gemüse zu essen von Pflanzen, die durch diesen Verzehr nicht getötet werden müssen. Also mehrjährige Pflanzen oder eben Früchte, wie Obst oder z.B. Tomaten oder Paprika. Ganz konsequent bin ich da aber nicht. Esse Salat und Kartoffeln oder Zwiebeln.

          Liebe Grüße von KirsTin

          • Ralph says:

            Hi KirsTin,

            besten Dank für Deine Antwort. Darf ich noch weiter fragen?

            Wie steht es neben Käse mit anderen Milchprodukten (z.B. Sahne) und mit Eiern? Und wie mit Getreideprodukten?

            In wieweit vermeidest Du das Abtöten der vegetarischen Nahrung (z.B. durch Kochen) vor dem Verzehr (Stichwort Rohkost, vgl. z.B. http://payoli.wordpress.com/2010/12/09/rohkost-%E2%80%93-die-anti-rheuma-diat/)?

            Dass Du auf die Mikrowelle verzichtest, versteht sich ja vermutlich schon fast von selbst …

            Liebe Grüße zurück vom Ralph

            • Kirs Tin says:

              Außer Käse nehme ich keine Milchprodukte zu mir, ok, Schokolade, ich gestehe es. Ansonsten nur Bio-Reis-Sojamilch. Getreide sehr gerne, Bio-Volkornbrot und Haferflocken und so weiter. Also alles Vollkornprodukte.

              Sonst nur Bio-Eier hier aus Norddeutschland. Auch nicht optimal, ich weiß.

              Ja, und mit dem Kochen ist es tatsächlich so, am liebsten roh, wo das nicht geht, z.B. Kartoffeln, so unverkocht, wie möglich. Also Kartoffeln durchaus sehr bißfest. I

              Klar keine Mikrowelle 🙂

              • Ralph says:

                Da schwingen wir ja recht ähnlich … allerdings halten wir uns bei den Milchprodukten an die Aussagen von Frau Weiskopf: Butter und Sahne sind okay – und Eier auch.
                Sojamilch hat uns übrigens nicht so geschmeckt, Hafermilch dagegen hat in der Familie allgemeinen Zuspruch gefunden.
                An Schokolade gibt es noch Restbestände, aber mir kam grad die Idee, diese zukünftig vielleicht durch (selbst gemachtes) Studentenfutter zu ersetzen …
                Selbst gebackenes Brot (unter Verwendung von Dinkel statt Weizen) schmeckt übrigens auch super-lecker (und wir wissen, was drin ist :-)). Kartoffeln werden im Schnellkochtopf zubereitet – vorzugsweise gedünstert. Meine Frau hat grad die Haferflocken für’s morgige Frühstück eingeweicht …

                Gute Nacht,
                Ralph

                PS: Das Buch “Abenteuer Essen” war (und ist) nicht nur für meine Frau, sondern auch für mich eine unglaublich spannende Lektüre (http://www.buchhandel.de/detailansicht.aspx?isbn=9783931954369), meine Frau hat beim letzen Besuch bei Frau Weiskopf schon wieder zwei Exemplare für’s Weiterverschenken gekauft …

                • Kirs Tin says:

                  Klar sind Butter und Sahne ok. Mir jedoch geht es in allererster Linie immer um das Wohl der Tiere. Mein eigenes ist mir da eher zweitrangig. Und je mehr Milchprodukte ich konsumiere, desto mehr trag ich auch hier wieder zum Leid bei unter Umständen, wenn die Tiere nicht artgerecht leben können. Und ich glaub halt nicht, daß es zum “normalen” Leben einer Kuh gehört, ständig irre viel Milch geben zu müssen. Klar, wäre ich ganz konsequent, würd ich die Bio-Eier und den Bio-Käse auch nicht essen … Aber da hab ich wirklich im Netz recherchiert, wo und wie ich wirklich Bio-Ware bekomme, wo es den Tieren in erster Linie gut geht. Totale Sicherheit werd ich sicher nie bekommen, und auch bei Bio-Ware gibt es sicher Gegenargumente, wie z.B. bei den Hühnern. denen dies Bio-Futter auch nicht gut bekommt.

                  Ach ja, und bei Käse esse ich auch nur den Käse, der mit mikrobiellem Lab hergestellt wird. Denn das andere Lab wird aus Kälbermägen gewonnen, also wieder vom geschlachteten Tier.

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