Alles Guru oder was?

Immer wieder merke ich dass wir Menschen, die schon länger den spirituellen (geistigen) Weg gehen, uns noch zu gerne von dem was um uns ist verführen lassen und so manches wie einen Guru anhimmeln und dem blind folgen.

Ich weiß diese Zeit ist nicht einfach und so manches Mal wird man wegen der
hohen Energie die herein strömt durchgeschüttelt und die Welt wird auf den Kopf gestellt. Die eigenen Schatten kommen verstärkt hervor und drücken auf unser Gemüt, der Körper wird mehr oder weniger schwer belastet und die Beziehungen werden vielfach schwieriger. Es liegt in der Natur des Menschen dem Leid und den Schmerzen zu entfliehen und nichts scheint ihm schwerer, als sich dem zu stellen und die Wahrheit hinter allem zu erkennen.

Die meisten von uns suchen in Büchern, in Seminaren, sprituellen Schulen,

Channelings, Kartenleger oder Heilern ein besseres Verstehen für sich und die Welt und hoffen Heilung zu finden. Jeder Weg scheint recht, solange dieser Weg Erleichterung und bessere Gefühle bringt.

Es ist durchaus wunderbar dass uns heute so viele Wege offen stehen und wir wirklich viel Hilfe von außen bekommen, denn eigentlich unterstützt ja jeder den anderen in irgendeiner Form. Es sind alles Mittel und Werkzeuge die uns geschenkt werden um endlich aufzuwachen und frei zu werden von jeglicher Form des Leidens und Schmerzes.

Doch liegt auch gerade in diesen Lehren und Aussagen von Außen unsere größte Gefahr verborgen, die wir vielfach nicht wirklich erkennen und uns in dabei in einem unglaublichen Netz verstricken, immer wieder tiefste Abstürze erleben und dann verwundert und gerädert die Augen reiben.

Vieles nehmen wir über unser Denken war und rollen es da oben hin und her bis es dem Verstand irgendwie passt und das Egobewusstsein zufrieden damit ist und sich wohlfühlt.

Dabei ist gerade das Duo Verstand und Ego jetzt in bester Freundschaft unterwegs, denn ihre Welt beginnt ja durch das erwachende Herzbewusstsein zu wackeln und so entwickeln sie ganz subtile Wege um uns auszutricksen, denn wenn der Mensch wirklich über das Herz geht, würde er die Illusion all seiner Schmerzen erkennen und damit wäre die Dominanz von Ego und Verstand beendet. Sie lassen es nicht zu dass der Mensch wirklich in sich selber hinein blickt, seinen eigenen Schmerz wirklich ansieht, dahinter blickt, die Zusammenhänge erkennt.

Also vermeiden wir oft unbewusst uns den eigenen Tiefen zuzuwenden, zu überprüfen ob die alten Wahrnehmungen wirklich stimmen, geben immer noch anderen für alles die Schuld und werten jede andere Meinung als Angriff. Wir stecken manchmal in einem geringen Selbstwertgefühl oder Selbstmitleid, oder fühlen uns blockiert von anderen Menschen oder trauern ihnen ewig hinterher. Sehr oft sind wir nicht imstande die Lehre in dieser Begegnung zu erkennen und vielfach schaffen wir es nicht, andere wirklich mit Liebe und Leichtigkeit loszulassen und schleppen die ganze Vergangenheit im Rucksack täglich mit uns herum.

Viele glauben dass Meditation, Verstandesgelebte Lehren, die eine und andere Einweihung ausreichend sind, um alles in sich zu heilen und sich zu befreien. So hält der Mensch ziemlich stur daran fest und erlebt nicht die Leichtigkeit und tiefe innere Liebe, das immer höhere Bewusstsein und innere Freiheit die gerade jetzt erfahrbar ist. Es fällt dann schwer mit dem was im Alltag geschieht umzugehen, denn jegliche Art von negativer Energie bereitet Unbehagen und der ist auszustellen. Kritik wird als Angriff und Beleidigung bewertet und dem anderen der Rücken zugedreht, ohne zu hinterfragen warum das so ist.

Viele sind unbewusst in eine Abhängigkeit gefallen, wie man sie gerne in Gurukreisen findet. Also wo der Guru von seinen Jüngern angehimmelt wird und sie alles befolgen müssen was er ihnen aufträgt. Es mag ja für einige Zeit gut und recht sein um etwas zu lernen und zu erkennen, doch je länger man darin gefangen bleibt um so mehr verliert man den wirklichen Zugang zu sich selbst. Im Außen wird die Erlösung gesucht, die doch letztendlich nur im Inneren zu finden ist.

Irgendwie scheint der Mensch noch immer etwas scheinbar Mächtigeres oder Höheres von Aussen zu brauchen dem er folgen kann, erinnert mich immer wieder an unsere alten Muster der Kirche, der wir über Jahrtausende blind vertrauten und folgten. Wenn es heute auch weniger die Kirche oder die Bibel ist, der wir uns zuwenden, so sind es eben andere Meister und Lehren denen wir anhängen. Doch macht uns das nicht wieder abhängig in irgendeiner Form und verhindert dass wir endlich zu uns finden?

Ich meine ein wahrer Meister oder Guru schafft sich keine Anhänger und Schüler die ihm folgen, sondern erzieht sie zu selbständigen und selbstkritischen Meistern, die nur sich selber folgen und den Kurs selbst bestimmen.

Darum wäre es vielleicht an der Zeit, sich zu fragen: wer bin ich denn ohne diese Lehren und täglichen Weisheiten die ich mir vorkaue? Einfach alles mal für drei bis vier Wochen lang beiseite zu schieben und nur in sich selber hineinschauen, nach innen horchen, mal die Aufmerksamkeit dem Herzen zuwenden und aus dem Inneren kommen. Es mag simpel klingen, doch in dieser Einfachheit liegt der Schlüssel zu sich selbst. Sehr schnell bemerkt man die eigene Abhängigkeit und die Begrenzung, die man sich erschafft. Alle Lehren einfach als Sprungbrett benutzen und nicht mehr. Sich ehrlich mit sich selber beschäftigen, wirklich hinschauen an was ich noch klammere, was ich nicht loslassen kann, wo belüge ich mich selber noch, wo erwarte ich von anderen etwas, was soll der andere mir geben damit ich zufrieden bin, welche Vergangenheit klebt immer noch an mir, wen kann ich nicht verzeihen, wen grolle ich noch, wer stört mich noch, wo mache ich mir noch etwas vor, usw.

Erkenne dich selbst, diese weise Aussage des Orakels von Delphi beinhaltet nichts weiter, als die Illusion all unserer Leiden und Schmerzen zu erkennen, uns für immer zu heilen und unsere wahre Größe und Göttlichkeit zu erfahren.

Geh nach innen und komme aus deinem Inneren, sonst gehst du leer aus. Das Orakel ist in dir, es ist alles in dir was du suchst und es wartet nur auf dich. Du selbst wartest die ganze Zeit auf dich, du wunderschönes geliebtes Herz .. komm endlich nach Hause … erkenne endlich dass dein Selbst, dein Inneres der wahre Meister, Guru und Lehrer ist und das .. das bist du .. denn das Licht das du suchst war immer schon in dir.

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14 Responses to Alles Guru oder was?

  1. Kirs Tin says:

    Liebe Angie,

    ich hab das auch alles gemacht. Bücher gelesen, Karten, eine sogenannte spirituelle Ausbildung und ein oder zwei Seminare. Auch Einweihungen hab ich gemacht. Aber irgendwann hab ich immer festgestellt, daß es mir nichts mehr bringt. Um mich selbst kam ich nie herum. Tatsächlich konnte alles immer nur ein Werkzeug sein.

    Und es ist ja auch gut so. Wie sollten z.B. die Menschen, die z.B. nicht viel Geld haben, wie sollten die das machen. Oder die außerhalb wohnen und schlecht irgendwo hinkommen. Weiterentwicklung darf doch an nichts äußerem hängen.

    Und ich finde es so heilsam, wenn ich begreife, daß ich keinesfalls so ohnmächtig und hilflos bin, wie ich immer dachte. Daß ich jederzeit – in jeder Sekunde – alles ändern kann – einfach durch die Kraft meines Geistes. Tja, klappt nicht immer, aber immer öfter 😉

    Liebste Grüße von Kirstin

    • Ruth Saphir says:

      Ich glaube ihr Lieben, und hier gibt es wirklich klar abzuwägen, dass wir unterscheiden sollten, ob wir jemandem “auf dem Leim” gehen, oder ob wir eine Starthilfe erhalten für unseren eigenen Weg. Vieles haben wir gehört, gelernt, verworfen, nie eingehalten oder uns verbissen – auch das war eine Phase und nun, glaube ich, kommen wir immer mehr bei uns selbst an, finden unseren eigenen Weg und damit uns selbst. Ich nutze auch heute noch Karten, weil die Antwort immer gut ist, oft rüttelnd und ausrichtend und Meditationen, so wie es mir gerade in den Sinn kommt… und wie kommt es nur dahin, in den Sinn???? Keine Verbissenheit mehr, kein Zwang, kein “Muss” – klares Unterscheidungsvermögen, dann werden wir auch nicht abhängig-….Und schaut doch, solche “Einweihungen”, die ihr auch erlebt habt, gehörten in früheren Zeiten selbstverständlich zum Leben, gerade, wenn gewisse Übergänge ins Haus standen und wenn jemand von Euch schon einmal etwas von Visionssuche gehört haben sollte – das kostet ordentlich Geld, aber du wirst in dein eigenes Leben entlassen und darum geht es doch…Es gibt auch anderes, ich weiß und auch ich habe das alles durch!!!!! Aber auch hier hat jeder Wahl…..
      Eure Ruth

      • G. Mara G. says:

        Ja, liebe Ruth *Saphir, dazu sage ich *JA*! 🙂
        Ich erlebe Menschen, die einst einen Weg voller BeGEISTerung gegangen sind, und ihn nun “verdammen” – und genau das bindet sie und hält sie gefangen im eigenen Un-Frieden. Dann ist das halt so … du sagst es: jeder hat die Wahl!
        Liebste Grüße von Mara 🙂

        • Kirs Tin says:

          So sehe ich es auch. Starthilfe ist sehr gut, hab ich auch immer wieder gehabt. Und verdammen ist nicht gut. Warum sollte ich es auch verdammen? Hat es mir doch zu einem Zeitpunkt sehr gedient, als Werkzeug eben. Und vielleicht wird es mir auch wieder mal dienen. Nur abhängig werden, das möchte ich nicht.

        • Angelika says:

          Das meine ich ja liebe Ruth,
          darauf achten dass man sich nicht in die Abhängigkeit von irgendwas oder irgend jemand begibt, sondern begreift dass es einfach nur Hilfen sind die ich benutzen kann. Dabei aber die wichtigste Arbeit mit mir selber, mit meinem Inneren nicht einfach beiseite schiebe und mich den momentanen Ablenkungen hingebe.
          Was immer mir hilft mich wirklich mit meinem Sein auseinander zu setzen, mich zu erkennen ist gut, darauf kommt es an. Ob jemand seine Werkzeuge verdammt bleibt ihm überlassen, zeigt doch auch wieder was auf nicht wahr?
          Mir hat jeder Weg und jedes dieser Wekzeuge immer sehr geholfen und dafür bin ich dankbar. Jeder hat die Chance sich dessen zuu bedienen und sollte es auch tun, sich darüber aber bewusst sein dass sie eben nur Hilfen auf den Weg zu mir sind und keine Götter die mir meine innere Arbeit abnehmen 🙂
          Liebste Grüße

    • Angelika says:

      Liebe Kirstin,
      alle diese Hilfen sollen nur ein Sprungbrett, ein Stupser sein, ohne in eine Abhängigkeit zu geraten. Denn es ist alles in uns was wir suchen, wie sonst sollten die Menschen in den armen Ländern das auch schaffen, solche die sich nicht einmal ein Buch leisten können. Alle Macht ist in uns und ebenso alle Weisheit. Darum ist es ja ausschlaggebend ob wir immer nur im Aussen suchen oder uns wirklich mit uns selber beschäftigen.
      Lieben Knuddel von Angie 🙂

  2. G. Mara G. says:

    Liebe Angelika,
    der Mensch, der den Weg zum Herzen, den Weg nach innen geht und *aus dem Inneren kommt*, aus dem Herzen heraus lebt, der ist gutmütig, gnädig, gnadenvoll, ruhig, besonnen, bedächtig, gelassen – in solchem Maße, wie die innere Entwicklung und Transformation vorangeschritten ist. Ich glaube nicht, dass *ein wahrer Meister* “erzieht”, er lässt gewähren und die Feste so feiern wie sie fallen … die Erfahrungen so machen wie sie kommen, respektierend und achtend den Weg eines Jeden. Den Zeitpunkt, wann ein Mensch *erkennt*, kann niemand anders für ihn bestimmen.
    Ich glaube, dass in 2012 niemand mehr daran vorbeikommt, sich mit sich selbst, mit seinem Selbst, auseinanderzusetzen. Sei es durch gravierende Erfahrungen im Leben, durch Krankheit, durch Druck am Arbeitsplatz, in der Beziehung … und immer wird eine helfende Hand da sein, die zu ergreifen jeder selbst entscheidet.
    Viele Wege führen … ins eigene Licht.
    Liebste Grüße von Mara 🙂

    • Angelika says:

      Liebe Mara,
      sehe ich genau so, wahre Meister holen dich dort ab wo du stehst und reichen dir eine Hand wenn du sie brauchst, doch sie zerren dich nirgendwohin und lassen dich so sein wie du bist, sie sind es die dir zeigen, dass alles in dir drinnen ist.
      Dieses Jahr wird sicher für viele ein Chaos, gleichzeitig eine einmalige Chance für alle Menschen 🙂
      Lichtvolle Grüße von Angelika

      • G. Mara G. says:

        Liebe Angelika,
        so sehe ich das nicht. Es sind winzige Feinheiten in der Formulierung, mit denen ich nicht konfrom gehe. 😉
        Wer zerrt an mir, den ich dies nicht tun ließe?
        So wie du das schreibst schwingt Opfer-Sein mit, Fremdbestimmung und Abgabe von Macht – das so geschehen zu lassen liegt einfach im Weg eines Jeden.
        Dein Eingangsbeitrag klingt polarisiert, damit meine ich, es klingt als seien die, die den bewussten Weg ins eigene (und ALL-Eine-) Herz gehen, “die Guten” und andere, denen viele Folgen ( wie, was, wer und “wohin” auch immer ) sind “die nicht-Guten”. Doch ist es eine unumwindbare Tatsache, dass wir Göttlichen Menschen alle gleichermaßen vollkommen unvollkommen sind, niemand besser oder schlechter ist – es sei denn, wir machen DAS daraus.
        Bei allem Wissen und aller Weisheit, die wir in uns tragen, können wir immer und jederzeit noch was dazulernen und auch bemerken, wo wir noch aufgerührt werden, getriggert, und bestenfalls können wir erkennen, warum das so ist.
        Möglicherweise haben wir uns selbst ein “Anhängertum” noch nicht verziehen, oder demjenigen, den wir so an uns haben zerren lassen …
        Und auch können wir bemerken, an winzig kleinen Feinheiten, das wir manchmal nur *denken*, im Herzen zu sein, doch sind wir ganz woanders. Und das darf auch so sein. Das gehört alles dazu.
        Das Erwachen nimmt kein Ende. Immer wieder gibt es einen noch helleren Moment und wieder eine feine kleine Erkenntnis fügt sich allem hinzu.
        Ich freue mich, dass du alles so geschrieben hast wie du es geschrieben hast. Jeder kann sich erkennen in und an deinem Beitrag, jeder kann daran erkennen wo er sich gerade bewegt.
        Lieb grüßt Mara 🙂

        • Angelika says:

          Liebste Mara,
          ich weiß nicht was genau du an gewissen Formulierungen wahrnimmst, das überlasse ich vollkommen deiner Wahrnehmung. Dazu sind diese Texte auch da, um sich selber zu hinterfragen und auch hinzuschauen, was mich gerade wie und warum antriggert.
          Wenn du daraus Opferbestimmung, Fremdbstimmung, Gut und Böse liest und wahrnimmst, dann kannst du vielleicht das mal überprüfen.
          Für mich selber kann ich sagen, dass ich beim Schreiben nicht an das dachte, weil ich meinen Gedanken freien Lauf lasse und das ausdrücke worüber ich mir Gedanken mache oder was gerade aus mir kommt.
          Du siehst also, ein Text und schon zwei verschiedene Wahrnehmungen 🙂
          Liebste Grüße von Angelika

  3. Ralph says:

    Hallo Angelika,

    habe erst für mich gedacht – lass mich doch einfach mal gar nicht kommentieren … letztlich ist mir schon länger klar:
    „In dem Moment, in dem man beginnt, jemandem zu folgen, hört man auf, der Wahrheit zu folgen.“ (Jiddu Krishnamurti)

    Während des Frühstücks kam dann aber doch noch etwas hoch:

    Ich erinnerte mich an den Vers im Tao Te King:

    „Wer das Lernen übt, vermehrt täglich.
    Wer den SINN übt, vermindert täglich.
    Er vermindert und vermindert,
    bis er schließlich ankommt beim Nichtsmachen.
    Beim Nichtsmachen bleibt nichts ungemacht.“
    (http://www.iging.com/laotse/LaotseD.htm#48)

    In diesem Zusammenhang erkannte ich den Unterschied … wenn ich jemandem zuhöre, kann ich mich fragen, was mir vermittelt wird: Wird etwas vermehrt, oder wird etwas vermindert. Handelt es sich um eine Lehre, oder handelt es sich um Leere? Solang ich noch etwas suche, bin ich natürlich anfällig für jede neue Lehre …

    Wenn mir Geschichten erzählt werden – und alles in Bezug auf Vergangenheit und Zukunft ist für mich eine Geschichte, dann weckt das in mir kein Interesse. Grad gestern wollte mir jemand erzählen, dass wir nach dem Tod nicht sofort zum Ursprung zurückgehen, und hat sich dann über meine Gleichgültigkeit hinsichtlich dieser Geschichte gewundert …

    Habe – auch gestern – etwas über horizontales und vertikales Denken gelesen, wobei das Denken in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für horizontales Denken steht, und das Verbleiben in der Gegenwart als vertikales Denken. Klar, sind alles nur Begriffe, aber ich habe das während des Frühstücks mal so fast nebenbei visualisiert … habe die horizontale Dimension immer weiter eingeschränkt, den Zeitstrahl auf einen Punkt, das Jetzt, reduziert … und im gleichen Moment explodierte förmlich die vertikale Dimension, bekam ich Zugang zu etwas anderem, öffnete sich etwas in mir … und zwar im Hara. Es war faszinierend zu beobachten, wie der Bauch so unmittelbar auf die im Kopf erfolgte Visualisierung resonierte. Vom Hara breitete es sich senkrecht nach unten und oben durch alle Chakren hindurch aus …

    Beim Durchblättern des Tao Te King (jedes Mal, wenn ich da reinblättere, fühle ich mich unmittelbar angesprochen … Laotse spricht da ja über das, worüber man eigentlich gar nicht sprechen kann) bin ich grad noch an folgenden Zeilen hängen geblieben (http://www.iging.com/laotse/LaotseD.htm#16):

    „Schaffe Leere bis zum Höchsten!
    Wahre die Stille bis zum Völligsten!
    Alle Dinge mögen sich dann zugleich erheben.
    Ich schaue, wie sie sich wenden.
    Die Dinge in all ihrer Menge,
    ein jedes kehrt zurück zu seiner Wurzel.
    Rückkehr zur Wurzel heißt Stille.
    Stille heißt Wendung zum Schicksal.
    Wendung zum Schicksal heißt Ewigkeit.
    Erkenntnis der Ewigkeit heißt Klarheit.
    Erkennt man das Ewige nicht,
    so kommt man in Wirrnis und Sünde.
    Erkennt man das Ewige,
    so wird man duldsam.
    Duldsamkeit führt zur Gerechtigkeit.
    Gerechtigkeit führt zur Herrschaft.
    Herrschaft führt zum Himmel.
    Himmel führt zum SINN.
    SINN führt zur Dauer.
    Sein Leben lang kommt man nicht in Gefahr.“

    So – und jetzt hab ich hier noch eine schöne Geschichte für Euch:

    Ralph

    • Angelika says:

      Hallo Ralph,
      du schreibst: In diesem Zusammenhang erkannte ich den Unterschied … wenn ich jemandem zuhöre, kann ich mich fragen, was mir vermittelt wird: Wird etwas vermehrt, oder wird etwas vermindert. Handelt es sich um eine Lehre, oder handelt es sich um Leere? Solang ich noch etwas suche, bin ich natürlich anfällig für jede neue Lehre …

      Es gibt Menschen die glauben etwas vermitteln zu müssen und dann kommt Kopfdenken herüber, in dem das Herz nicht angesprochen wird. Wenn ich heute jemandem zuhöre, dann höre ich mit dem Herzen zu, wenn das Herz aber aus den Worten des anderen nichts entnehmen und auch nichts dahinter fühlen kann, dann werde ich niemals anfällig für irgendeinen Leere.
      Wenn du gestern meinst dass sich ein anderer über deine Gleichgültigkeit wunderte, frage ich dich: wie kannst du dir da sicher sein?

      Weißt du, ich bin nicht viel in meinem Kopf, im Denken, das ist mir zu beschränkt und kann das Meiste gar nicht fassen und verarbeiten. Heute denkt mein Herz, dieses “Denken” von der Mitte aus erfasst so viel mehr und ich bin ganz im Hier und Jetzt dabei. Dabei wird mein Denken so ziehmlich ausgeloggt, d.h. ich brauche keine Zitate oder Lehren um mich selber zu begreifen, mich zu finden oder jemanden etwas zu vermitteln. Wie kann ich es dir erklären, die Intelligenz des Herzens ist viel mehr als ich jemals in irgendeiner Lehre finden könnte, es geht weit darüber hinaus, darum sagen mir all diese Dinge nichts oder kaum mehr etwas.
      Vor Jahren blieb ich auch darin verhaftet und spulte es im Kopf ab, versuchte mich darin zu finden. Ich wollte es auch jeden mitteilen und fand jede Menge Unverständniss und Ablehnung. Kein Wunder, denn ich hatte das was ich verstanden war nicht umgesetzt. Je mehr ich mich meinem Herzen zu wandte, desto mehr Weisheit und Wissen fand ich in mir, ich verstand mich und andere und ich fand Zugang und Verständniss für so vieles, was mir durch das reine Denken verborgen blieb. Heute setze ich dieses innere Wissen um und lebe es und siehe da, ich fand auch den Zugang zu anderen und es entsteht ein reger tiefer Austausch.
      Der Kopf mag zu vielen Dingen nein sagen, weil er damit blockiert bleibt, denn das Denken bezieht sich immer auf Erfahrungen. Das Herzdenken aber hat alles Wissen in sich und darüber erhalte ich eben das Verständniss für so vieles mehr als mir der Kopf ermöglicht. Es kommt aus dem Inneren, die ganze Weisheit ist darin verborgen und jeder
      hat Zugang dazu, wenn er über das Herz einsteigt.
      Liebste Grüße 🙂

  4. Ralph says:

    Hallo Angelika,

    Du schreibst: „Wenn du gestern meinst dass sich ein anderer über deine Gleichgültigkeit wunderte, frage ich dich: wie kannst du dir da sicher sein?“
    -> Da kann ich mir gar nicht sicher sein – es ist lediglich eine Geschichte, die ich da erzähle. 😉 Ich habe Verwunderung wahrgenommen, und habe sie dann auf den anderen projiziert.

    Du schreibst: „Es gibt Menschen die glauben etwas vermitteln zu müssen“
    -> Und nun frage ich dich: Wie kannst du dir da sicher sein?

    Du schreibst: „ich brauche keine Zitate“.
    -> Ich habe auch oft gedacht, ich brauche irgendetwas nicht … bis ich erkannte, dass dieser Gedanke eine Illusion war. Seither denke ich nicht mehr darüber nach, was ich wohl brauche und was nicht, sondern folge einfach dem Fluss des Lebens, alles willkommen heißend, dem ich begegne.

    Du schreibst: „Wenn ich heute jemandem zuhöre, dann höre ich mit dem Herzen zu, wenn das Herz aber aus den Worten des anderen nichts entnehmen und auch nichts dahinter fühlen kann, dann werde ich niemals anfällig für irgendeinen Leere.“
    -> Wenn ich heute jemandem zuhöre, dann weiß ich, dass ich mir letztlich selbst zuhöre. Wenn dann mein Herz aus den gehörten Worten nichts entnehmen und auch nichts dahinter fühlen kann, dann hat das nichts mit den gehörten Worten zu tun, sondern mit mir – mit meinem Herz, das noch nicht offen genug ist. Letztlich nehme ich einfach nur einen Teil in mir noch nicht wahr.

    Vielen Dank für Deine Worte, die diese Selbstreflexion ausgelöst haben,
    Ralph

    • Angelika says:

      Hallo Ralph,
      ich kann mir nicht sicher sein ob Menschen mir etwas vermitteln oder nicht, es fühlt sich manchmal so an, wie wenn ich mit einen riesigen Berg an Worten erdrückt werde, Worte die nicht mein Herz erreichen und sogar meinen Verstand blockieren.
      Vor Jahren las ich alles was ich zwischen die Finger bekam und lief mit diesen Zitaten und Lehren schwanger herum, mal diesen Weg damit gehend, mal den anderen. Ich dachte ich käme ohne all das nicht weiter, suchte bei jeder Frage in den Büchern, vieles verstand ich dadurch doch ich setzte es nicht wirklich um. Das änderte sich als ich begann nach Innen zu gehen und was ich über mein Herz erkannte, lebte ich dann. Heute lese ich wenig und lass mich einfach von meinem Inneren führen, das ist damit gemeint.
      Es ist druchaus möglich dass mein Herz noch nicht offen genug ist für bestimmte Worte, ich schliesse nichts aus. Irgendetwas hat sich in den letzten Monaten in mir verändert und so ist mir manche Sprache die ich früher verstand nicht mehr zugänglich. Ich lasse es so sein, es hat ja alles seinen Sinn, der sich irgendwann enthüllt. Vielleicht ist es ja auch ein Anfang, genau diese Sprache in einer ganz anderen und tieferen Weise zu verstehen, wer weiß 🙂

      Lieben Dank für diesen Nachdenkkommentar,
      Angelika

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