Die Vergangenheit befreien

Mitunter erlebt man einen richtigen Flash in sich, eine Erkenntnis nach der du lange gesucht hast um etwas Wichtiges zu verstehen und loslassen zu dürfen. Genauso erging es mir letztens in einem Gespräch mit einem lieben Freund der mich auf ein ein paar wichtige Details meines Denkens aufmerksam machte, die ich doch tatsächlich übersehen hatte und dafür bin ich ihm unendlich dankbar 🙂

Ich habe ja vieles gelernt und so konnte ich immer sehr schnell vergeben und loslassen was geschehen war, ich blickte auch nicht mehr zurück und so machte ich immer den Weg frei für die vielen Geschenke die das Leben für mich bereithielt.

Meltis.Pixelio.deNur diesmal klappte es nicht so recht, denn es waren Dinge geschehen, die mich in scheinbar große Schwierigkeiten brachten und und kein Ende in Sicht. Also zerbrach ich mir immer wieder den Kopf darüber, was ich denn nur übersah und nicht erkennen konnte. Ich verstand die Menschen, vergab ihnen und nahm alle in Liebe an, blickte nach vorne und dachte dass es nun geklärt wäre. Denkste, ich hatte nur eine Hälfte der Lehre absolviert und die andere Hälfte gar nicht erkannt.

Wie Perlen einer Kette reihten sie sich plötzlich meine eigenen Gedanken vor mir auf: „Hätte ich nicht … hätte ich mich besser informiert .. wie naiv ich doch war … meine Schuld dass ich Vertrauen hatte … hätte ich doch auf mein Inneres gehört … hätte ich mich doch nie darauf eingelassen .. ich bin so dumm gewesen ..“

Schluck .. du meine Güte, ich habe mich die ganze Zeit kritisiert und dadurch zum Opferlamm gestempelt! Blieb die ganze Zeit in meinem Schuldbewusstsein hängen, weil ich damals nicht klüger gehandelt hatte. Also ich war erst mal platt, denn auf das war ich nicht vorbereitet.

Ich untersuchte also meine Gefühle in Bezug auf meine Gedanken, oh oh, na da war mir aber was entgangen. Da tummelten sich putzmunter Wut, Ärger, Frust, Misstrauen gegenüber dem Leben und Abhängigkeitsgefühl auf meiner inneren Spielwiese herum und ich bemerkte nicht mal den Ursprung dieser Selbstkreation und die Fesseln mit denen ich an der Vergangenheit festhielt. In dem Moment erkannte ich dass ich meinem Denken mal wieder auf den Leim gegangen war, es sprangen riesige Ketten von meinem Herzen und ich fühlte eine große Last von meinen Schulter fallen. Ich lachte laut über mich selber, wusste ich doch was für eine schöpferische Macht Gedanken haben und was ich mir die ganze Zeit erschaffen hatte. 

Ein Satz kam aus mir hervor: Indem ich die Vergangenheit am Leben erhalte, kann sich die Zukunft im Jetzt nicht frei entfalten!

Ich untersuchte also schonungslos diese versteckten Teufelchen im Kopf mit Byron Katie´s Methode und schon bei der Frage, wer ich denn ohne diese Gedanken wäre lachte ich abermals laut auf, denn ich bemerkte sofort die grenzenlose Freiheit in mir, die sich ohne alledem einstellte.

Daraufhin bekam die Umdrehung der Gedanken einen Sinn: Ich habe alles richtig gemacht! Ganz gleich was war, ich habe alles richtig gemacht, ich habe mein Bestes gegeben!

Markus Hein.Pixelio.deIch glaubte gerade das war es dann, da schickte mein Selbst gleich noch den Rest der Kollektion hinterher, na ja, wenn schon denn schon: die ganze Situation hatte mein Leben ja völlig auf den Kopf gestellt, mich in große Schwierigkeiten gebracht und da ich so schön in Schwung war, zerlegte ich auch die nächsten Überzeugungen in ihre Einzelteile. Ich kann nicht, weil ich das nicht habe .. das geht nicht weil.. solange das nicht so ist, kann ich das nicht tun .. das ist sowieso sinnlos,wenn das nicht klappt dann .. usw., alles Mauern die ich selber aufstellte .. 

Ich untersuchte auch das und machte mein Herz gaanz weit auf und zog alles bis auf den letzten Fusel in mein Herz hinein, jeden Gedanken, jede Situation, einfach alles. Dieses großartige Herz nahm alles in sich auf und dadurch konnte ich alles restlos annehmen was ist. Wisst ihr wie es ist wenn man in der Liebe seines Herzen wirklich alles annehmen kann? Es ist grandios, ganz wundervoll und vor allem wird es mit einem Male ganz leicht. Egal was ist, alles wird einfach geliebt im Herzen und ich fand mich mit Tränen der Demut und Dankbarkeit wieder, glücklich darüber eine weitere Illusion durchschaut zu haben.

Lieben was ist, sagt Katie immer, diese Lehre konnte ich endlich in ganz großen Umfang umsetzten und wie ich es liebe, es ist nur mehr Liebe für alles da, grenzenlose Liebe und Leichtigkeit.

Ihr glaubt das Herz sei nicht so groß um wirklich alles in sich aufzunehmen? Ich kann euch versichern dass ich gerade unglaublich große Brocken in meines hineinzog und da ist immer noch mehr als Platz genug da für alles andere. Im Herzen ist Platz für das ganze Universum …

Hier ein paar Videos von Byron Katie während sie “The work” macht:

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8 Responses to Die Vergangenheit befreien

  1. Kirs Tin says:

    Liebe Angie,

    ich glaube, daß vergessen wir am meisten, uns selbst gut zu behandeln und uns selbst zu vergeben. Über jeden anderen würden wir uns sofort beschweren, wenn er uns so behandeln würde,.

    Auch ich mache grad so superschöne Erfahrungen mit Byron Katie. Heute hatte ich einen Tag, der so leicht war und wie im Flug vergangen ist. Ich wünsche Dir, daß sich für Dich alles zum Guten wendet.

    Danke, daß Du da bist.

    Liebste Grüße von Kirstin

  2. Ralph says:

    Hallo Angelika, hallo Kirstin,

    einfach wunderbar, Euch auf Eurem Weg begleiten zu dürfen.

    Hab grad nochmal in “Lieben was ist” reingeblättert, und las folgenden Satz:

    “Es gibt keinen Frieden in der Welt, bis Sie in diesem Augenblick Frieden in Ihrem Inneren finden.”

    Nachfolgend mal ein Brief, den ich im Dezember 2010 schrieb:

    ———-
    Hallo meine liebe scheue Füchsin,

    anbei ein paar Exzerpte (und gelegentliche Anmerkungen) aus dem Hörbuch
    “Lieben was ist. Wie vier Fragen Ihr Leben verändern können”
    von Katie Byron und Stephen Mitchell
    (vgl. hierzu auch http://www.thework.at/Ursache-Wirkung.78.0.html).

    Texte in “” stammen direkt aus dem Hörbuch,
    Texte in ” stammen aus der gleichen Quelle, wurden von mir aber sinngemäß angepasst (meist lediglich in der Person: wir/ihr -> ich/Du).

    Du wirst beim Lesen Dich ebenso wie mich immer mal wiedererkennen … das geht schon mit dem ersten Satz los …

    [2010-12-05]
    “Ich fühle mich müde und traurig und von allem getrennt.”
    “So fühlt es sich an, wenn man mit dem streitet, was ist. Es ist sehr stressig. Ich liebe die Wirklichkeit, weil es weh tut, wenn ich mit dem streite, was ist. Und ich stelle fest, dass ich bei diesem Streit verliere – immer. Es ist hoffnungslos. Ungeprüfte Vorstellungen sind das Grab, in dem wir uns selbst beerdigen.”

    “Ein Gedanke ist harmlos, solange wir ihn nicht glauben. Es sind nicht unsere Gedanken, die Leiden verursachen, sondern die Tatsache, dass wir uns an diese Gedanken klammern. Wenn wir an einem Gedanken hängen, bedeutet das, dass wir ihn für wahr halten, ohne ihn zu hinterfragen. Eine Überzeugung ist ein Gedanke, an den wir uns – oft schon seit Jahren – klammern. Die meisten Leute denken, sie sind das, wofür sie sich in Gedanken halten.”

    “Wenn sie erkennen, dass jeder belastende Augenblick ein Geschenk ist, das ihnen den Weg zur Freiheit weißt, wird das Leben für Sie zu einem Leben der Freude und Fülle.”

    “Wenn Du in ständigem Entsetzen leben willst, dann schaffe Dir eine Zukunft.”

    “Leute, die wissen, dass es keine Hoffnung gibt, sind frei. Die Entscheidungen liegen nicht in ihrer Hand.”

    Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an Dich denke – und gäbe es ihn, so wäre es für mich ein verlorener Tag.

    Früher waren meine Traurigkeit und mein Sehnen unspezifisch – heute hat mein Sehnen ein Ziel, meine Traurigkeit einen Grund.

    -> Damit bin ich – so denke ich – einen Schritt näher an der Heilung …

    Ich liebe Dich – bedingungslos:
    – egal, ob Du mir schreibst oder nicht
    – egal, ob Du mit mir sprichst oder nicht
    – egal, ob Du mich sehen möchtest oder nicht

    Du bist bei mir – egal, ob Du mir schreibst oder nicht, mit mir sprichst oder nicht, mich sehen möchtest oder nicht.

    Ich liebe Dich – und nichts, was Du tust, und nichts, was ich tue, kann daran etwas ändern.

    Und damit gibt es dann eigentlich keinen Grund mehr für meine Traurigkeit, keinen Grund mehr für mein Sehnen … im Kopf ist das klar, nur dauert es wohl seine Zeit, bis sich diese Einsicht bis in die letzte Zelle meines Körpers ausgebreitet hat.

    Es stellt sich also letztlich nicht die Frage, ob ich an Dich denke oder nicht / ob Du an mich denkst oder nicht; sondern es geht um die Art der Gedanken – und die daran gekoppelten Gefühle. Es liegt somit in unserer Hand, ob wir Zorn, Freude, Verlangen, Trauer oder Furcht – um nur einige Gefühle zu nennen – fühlen. Und es sind Deine Gefühle der Angst, und es sind meine Gefühle der Trauer – die uns “herunterziehen” – die dazu führen, dass wir uns wünschen, gar nicht mehr an den anderen zu denken. Das aber ist letztlich keine Lösung: Die Lösung ist vielmehr, bewusst die eigenen Gedanken zu steuern – in Richtung von Freude, Glück und Liebe.

    Und das funktioniert: Indem wir das annehmen, was ist – statt darüber nachzudenken, was sein sollte. Und so habe ich es selbst in der Hand: Ab sofort betrachte ich jeden Tag als ein Geschenk – egal, ob Du mir schreibst oder nicht, mit mir sprichst oder nicht, mich sehen willst oder nicht. Entweder Du schenkst mir einen Brief, oder ein Gespräch, oder Deine Gegenwart – oder Du schenkst mir Dein Schweigen, oder Deine Abwesenheit. Es ist ein Geschenk – so oder so, ob ich etwas bekomme oder ob ich davor verschont bleibe. Du bist meine Lehrerin – so oder so.

    ‘Wenn Du nicht zu mir kommst, dann weiß ich dadurch, dass ich Dich nicht brauche. Wenn Du kommst, dann weiß ich dadurch, dass ich Dich brauche.’

    Hier noch ein wenig Gehirnakrobatik im Zusammenhang mit Projektionen:

    ‘Wenn Du mit mir nicht mehr tust, was ich mit Dir nicht tun soll, dann kannst Du auch wieder mit mir reden.’

    “Anderen zu berichten ist eine effektive Möglichkeit, die eigenen Erkenntnisse zu festigen.”

    “Wir hängen nicht an Menschen oder Dingen, sondern an ungeprüften Konzepten, die wir im Augenblick für wahr halten.”

    “Furcht ist das, was wir erleben, wenn wir uns an einen Alptraum klammern.”

    ‘Angst macht taub und stumm. Wenn wir aus Angst weglaufen, laufen wir immer gegen eine Mauer. Und wenn wir uns dann umblicken, stellen wir fest, dass es da wo wir zuvor waren, viel besser war.’

    Nun beantworte Dir selbst die Frage: Was ist Dir lieber: Meine Gegenwart, oder Deine Gedanken, Deine Geschichte darüber?

    Mein Schmerz hat nichts mit Dir, Deine Angst hat nichts mit mir zu tun – sondern mit meinen Gedanken über Dich, mit Deinen Gedanken über mich.

    ‘Ich lebe so, wie ich meine, dass Du leben solltest.
    Lebst Du so, wie Du meinst, dass ich leben sollte?’

    “Ich bin froh, wenn Dich Dein Weg glücklich macht. Wenn Du ihn mit mir teilen möchtest, bin ich Dir dankbar.” – wenn nicht, dann ist das auch okay.

    ==
    [2010-12-08]
    Hat mir doch heute Morgen mein Ego/Ich folgenden Gedanke eingegeben:
    “Meiner scheuen Füchsin sind meine Bedürfnisse völlig egal. Selbst wenn ich sterbenskrank wäre, und sie die Einzige, die meinen Tod noch abwenden könnte, würde sie keinen Finger rühren.”

    Hab mir also gleich mal die erste Frage von “The Work” (http://www.thework.at/Die-vier-Fragen.81.0.html) gestellt: “Ist das wahr?” Antwort: “Das weiß ich nicht.”
    Die Antwort auf die zweite Frage: “Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?” konnte ich dann mit “Nein” beantworten.
    Auf die dritte Frage: “Kann ich einen Grund finden, der mir keinen Stress verursacht, an diesem Gedanke festzuhalten?” kann ich sofort mit “Nein!” antworten. Die vierte Frage “Wer wäre ich ohne diesen Gedanke?” ist auch nicht so schwer zu beantworten, am ehesten wäre die Antwort wohl: “Ich wäre erleichtert.”

    Hier passt auch der Spruch gut:
    # Das ‘Ich’ liebt nicht – es will etwas.
    ==

    Ich für meinen Teil weiß, dass ich für Dich sehr viel Wärme und Zärtlichkeit in mir trage.

    In Gedanken küsse ich Dir all Deine Tränen und all Deine Angst einfach weg – und halte Dich ganz, ganz fest.

    Dein Ralph

    PS: Hier noch die für mich wichtigsten “Katie-Ismen”
    (nach http://www.thework.at/Katie-ismen.75.0.html):

    # Wenn ich ein Gebet hätte, dann wäre es dies: „Lieber Gott, bewahre mich vor dem Verlangen nach Liebe, Anerkennung oder Wertschätzung. Amen.

    # Ich verursache mein eigenes Leiden – alles davon.

    # Geistige Gesundheit leidet nicht, niemals.

    In Liebe,
    Ralph
    ———-

    Scheint, als ob noch mehr als ein Jahr zu vergehen hatte, um mich in die Lage zu versetzen, einen solchen Brief auch zu veröffentlichen. Wenn ich ihn heute lese, so finde ich darin auch wieder Gedanken, die ich mit den vier Fragen pulverisieren kann, so
    a) „Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an Dich denke – und gäbe es ihn, so wäre es für mich ein verlorener Tag.“ Outsch, da steckt doch glatt eine Wertung drin. Ein verlorener Tag – so etwas kann sich doch nur das Ego ausdenken.

    b) „Damit bin ich – so denke ich – einen Schritt näher an der Heilung …“ Wen interessiert denn, was ich denke? Ein Schritt näher … aber immer noch getrennt? Hähh? Schaffung psychologischer Zeit durch die Hintertür!

    c) „Die Lösung ist vielmehr, bewusst die eigenen Gedanken zu steuern – in Richtung von Freude, Glück und Liebe.“ Gedanken steuern? Na wenn das mal gut geht. Einfach beobachten ohne zu reagieren ist schon schwer genug! Durch eine Richtung polarisiere ich letztlich schon wieder. Ist für viele als erster Schritt vielleicht sinnvoll, aber eben nur als erster Schritt. Anhaftung löse ich nicht auf, indem ich statt am Unangenehmen nun am Angenehmen hafte.

    Nachdem ich den Gedanke „Mit mir stimmt etwas nicht“ auch so ewig mit mir herumgetragen habe – und immer wieder darin bestätigt wurde (Wie kommt das wohl bloß?), hier auch von mir ein Video von Byron Katie während sie „The Work“ macht:
    http://www.thework.com/deutsch/video_selbst.asp

    Das geht so tief – immer noch – immer wieder.

    Denkt immer daran:
    “Sie sind die vollkommene Gesundheit, ob es Ihnen passt oder nicht. Sie erzählen sich die Geschichte, Sie sollten stärker oder gesünder sein, um nicht erkennen zu müssen, dass Sie perfekt sind. Ich bin perfekt für das, was ich gerade tun muss, für den Ort, an dem ich sein soll. Ich bin ohne Zukunft.” (Byron Katie)

    Eins mit Dir, Angelika; eins mit Dir, Kirstin; eins mit allem, was ist. Ich spüre es – jetzt, in diesem Moment.

    Ralph

    • Kirs Tin says:

      Danke Ralph für das, was Du schreibst und daß Du den Brief veröffentlicht hast. Es bewegt einiges in mir, kann es nicht genau in Worte fassen, aber es ist ein “Ja”.

      Ich liebe jede Minute, in der mein Sehnen still ist. Aber dann liebe ich auch die Minute, in der es da ist. Und genau dadurch tun sich neue türen auf.

      Für mich ist grad mein Lieblings-Satz: “Lieben, was ist”. Den empfinde ich als so heilsam. Wann immer Druck da ist, “Lieben, was ist”.

      Und dann mußte ich noch lachen. Beschäftige ich mich mit Katie, tauchen immer mir sehr bekannte Fragen auf 😉 Und jetzt erscheinen sie mir so stimmig. Lach – da ich nie verstanden hab, was Du wolltest in Deinen Kommentaren, hab ich immer gedacht, Du willst mich nur ärgern. Wie schön, daß das nicht wahr ist 😉

      Liebe Grüße von Kirstin

      • Ralph says:

        Hallo Kirstin,

        solche Erkenntnisse – wenn ich realisiert habe, was ich einem anderen Menschen unterstellt habe – haben bei mir regelmäßig zu zwei Dingen geführt:
        – eine ungeheure Erleichterung und Freiheit, verbunden mit einem grenzenlosen Lachen
        – eine umfassende Demut vor der eigenen (persönlichen) Fehlbarkeit – vor dem eigenen Glauben an die Illusion einer Trennung

        Gehe sorgsam und liebevoll mit Dir selbst um. Zu realisieren, dass alles Dein Spiegel ist (und nichts anderes steckt ja hinter Katies Umkehrung), kann sehr demütigend sein und auch zu einem überwältigenden Schamgefühl führen. Alles, was ich irgendwann mal irgendjemandem unterstellt habe, habe ich letztlich nur bei mir selbst nicht gesehen. Der andere hat es mir gezeigt, und ich habe ihn dafür verurteilt, statt ihn als meinen Spiegel zu erkennen und ihm daher dankbar zu sein. Der damit verbundene Schmerz ist ein ganz besonderer … aber ich bin zuversichtlich, dass Du auch diesen Schmerz lieben lernst … er führt Dich in die Freiheit.

        Katie: “Seien Sie während des gesamten Prozesses offen für Möglichkeiten, die über das hinausgehen, was Sie zu wissen glauben. Nichts ist spannender, als den Geist des Nichtwissens zu entdecken.”

        Alles Liebe,
        Ralph

        • Kirs Tin says:

          Hallo Ralph,

          ja, die ersten beiden Punkte, die sind auch auf mich zugetroffen. Erleichterung, Befreiung, Lachen und Demut.

          Schmerz und Scham hab ich hier nicht empfunden, weil es für mich sehr normal ist, daß wir Menschen uns alle gegenseitig spiegeln. Oder einfach das Außen unser Innen spiegelt. Genau, wie Du mein Spiegel bist, bin ich ja auch ein Spiegel für Dich. Und darüber hätt ich mich von Anfang an gern mit Dir ausgetauscht. Hab es ja ebenso gleich bemerkt, genau wie Du. Aber das hat ja nicht geklappt, Und mehr ist ja nicht passiert.

          Der Geist des Nichtwissens … hab dieser Tage mal wieder bemerkt, daß ich weiß, wie wenig ich weiß …

          Alles Liebe von Kirstin

          • Ralph says:

            Hallo Kirstin,

            Du schreibst, dass Du Dich gern mehr mit mir darüber ausgetauscht hättest, wie Du mich spiegelst, und dass das nicht geklappt hat. Das klingt, als hättest Du diesbezüglich gewisse Erwartungen gehabt, die sich so nicht erfüllt haben. Wie hast Du Dir das denn vorgestellt?

            Aus meiner Sicht habe ich eigentlich ausnahmslos geschrieben, was in mir hoch kommt, wenn ich das eine oder andere von Dir lese. Dabei habe ich Dich quasi in mir gesehen – als Spiegelbild. Mal habe ich dann in der Ich-Form geschrieben, mal in der Du-Form … das verwischt bei mir zwischenzeitlich, da ich alles, was ich schreibe, auch als an mich selbst geschrieben betrachte. Viele Dinge, die Du schriebst, haben in mir resoniert – und ich habe aufgeschrieben, was hoch kam … sowohl für mich, als auch für Dich (letztlich sind wir ja eins).

            Aber vielleicht hattest Du ja etwas anderes im Sinn? Bin schon gespannt! Für mich war es jedenfalls immer anregend, mich mit Dir auszutauschen: Deine Beiträge haben mich so oft getriggert, noch mal in mich zu gehen und zu rekapitulieren, wo ich hinsichtlich dieser Dinge stehe. Letztlich ist alles, was ich hier jemals geschrieben habe, eine Ich-Botschaft.

            Früher ging es mir oft so, dass ich in der Aussage eines anderen in erster Linie einen Angriff gesehen habe. Habe alles dahingehend abgeklopft, was er mir jetzt (wieder!) über mich sagt – was ihm an mir nicht passt – auf welche (subtile!) Art er mich jetzt wieder ärgern will. Das setzt natürlich voraus, dass ich mich als ein getrenntes, verletzbares Individuum sehe – als Persönlichkeit, die sich beleidigt, geärgert, veralbert etc. fühlt … als potentielles Opfer. Mit zunehmender Transzendierung dieser Sichtweise sehe ich nun alle Aussagen in erster Linie als Ich-Botschaften des Absenders. Das Wissen, ein Spiegel zu sein, ist tief in mir verwurzelt. Auch wenn der andere “Du” sagt, höre ich ihn automatisch “ich” sagen. Das kann den anderen durchaus erst mal arg erschrecken und so wirken, als wäre ich unnahbar … bis er all das erkennt … und dann auch meine Aussagen ebenso hört. Einfach nur zuhören – ohne zu interpretieren! – ist so unglaublich schwer … ist jedenfalls meine Erfahrung. So richtig geht das eigentlich erst, wenn man sich selbst völlig leer macht … als Person überhaupt nicht mehr existiert … alle Reaktionsmuster, alle Bilder, alle Gedankenkonstrukte hinter sich gelassen hat. Und genau dafür hat mir “The Work” sehr geholfen. Ich weiß heute, dass nichts, aber auch gar nichts von dem, was ich denke, wahrer ist als das genaue Gegenteil. Das eine ist genauso ein Gedanke wie das andere. Erst, dadurch, dass mir die Anhaftung an meine eigenen Gedanken bewusst wurde, sehe ich sie nun auch bei anderen –und natürlich haben alle anderen, bei denen es mir zuerst aufgefallen ist, mir wiederum geholfen, es bei mir selbst zu sehen. Und so frage ich mich jedes Mal, wenn ich bei irgendjemandem sehe, dass er an einem Gedanke anhaftet: Ralph, gibt es bei Dir nicht auch einen Gedanke, an dem Du noch anhaftest? Und ich bin dankbar, wenn ich auf irgendeinen Gedanke aufmerksam gemacht werde, an dem ich noch anhafte; denn dann kenne ich ja die vier Fragen und die Umkehrung … das läuft bei mir als ständiger Hintergrundprozess.

            Alles Liebe,
            Ralph

            • Kirs Tin says:

              Hallo Ralph,

              ich glaub, daß war es. Dieses mal in der Ich-Form reden, mal in der Du-Form. Ich habe es so aufgefaßt, daß Du hier als der unterwegs sein wolltest, der mich sozusagen missioniert. So als eine Art Guru. Für mich ist es so, wenn mich etwas stört, dann schaue ich eben bei mir nach und gehe demzufolge auch in die Ich-Form.

              Alles Liebe von Kirstin

  3. Angelika says:

    Hallo ihr Lieben,
    einen Gruß von mir mit einem Zitat aus Persien: Durch die Liebe werden alle Dinge leichter, die der Verstand als allzuschwer gedacht hat.
    In Liebe und mit einem Schmunzeln,
    Angelika

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