Warum sollte ich … ?

Ich drehe mich und sehe uns Menschen zu. Viele sprechen zu mir in in ihrer Sprache, manche laut und dröhnend, einige eindringlich und beschwörend, einige leise ja fast flüsternd.

Ich höre ihnen zu und ich frage sie: Warum soll ich mich von etwas oder jemand getrennt fühlen und ihn verurteilen … wenn ich mich selbst in allem fühlen und erkennen kann? Sag mir doch mir, warum sollte nur dein Weg der Richtige sein … gehst du den Weg deines Herzens? Er schließt alle Wege mit ein …

Warum sollte ich unbedingt nur deines als Wahrheit betrachten und mich an einer Lehre festklammern, wenn auch alle Weisheit in mir ist und wenn mein Herz mich alles lehrt?

HansJürgenSpengmann.Pixelio.de

Warum sollte ich jedes gesagte oder geschriebene Wort auf die Waagschale legen … wenn das Herz hinter den Worten liest? Und wieso sollte ich meine Gedanken als wahr betrachten … wenn mein Herz mir etwas anders sagt? Wie kann ich dir erklären, dass die Sprache und das reine Denken begrenzt sind und du nur mit dem Herzen alles erkennen kannst?

Erkläre mir warum ich lügen soll… wenn mein Herz nur Wahrheit spricht? Und warum sollte ich niemanden vertrauen … wenn ich meinem Herzen vertrauen kann? Ja, warum sollte ich denn Angst haben … wenn in nur Liebe in mir ist?

Wie könnte ich zwischen Dunkelheit und Licht trennen … wenn ich alles in mir habe? Und wieso sollte ich das eine verurteilen und nur das andere lieben … wenn ich erst durch das eine das andere erfahren habe?

Wie könnte ich nicht das Dunkle anschauen … wenn ich doch dadurch mich erst erkennen kann? Und warum sollte ich die Dunkelheit als niedrig betrachten … wenn sie mir doch das Licht zeigt? Kann ich mich auch nur vom einen abwenden … wenn beides mein größter Meister ist?

Noch was, sollten wir die Welt nicht lieben … haben wir sie doch erschaffen? Wie könnte wir sie als schlecht bezeichnen … sind wir doch ein Teil von ihr? Und wie kann ich ein Patriot sein … wenn ich mit der ganzen Welt im täglichen Leben verbunden bin?

Sag mir warum ich nicht anderen helfen soll … helfe ich dann nicht mir selbst? Und warum sollte ich mich nicht für den Frieden und die Liebe einsetzen … wenn Krieg und Hass niemals die Lösung ist?

Michaelbrem.Pixelio.de

Ich soll nicht über die Unangenehmen Dinge sprechen, wenn ich durch sie erkenne was es zu verbessern gilt. Und warum sollte ich still sein … wenn ich dadurch der Wahrheit ans Licht helfe? Sag mir, warum sollte ich die menschlichen Grenzen leben … wenn Gott in mir grenzenlos ist?

Warum ist es unmöglich jeden Menschen zu lieben … wenn ich doch aus der Quelle der Liebe stamme? Also sag mir, warum sollte ich nicht bedingungslos lieben … wenn Gott, unsere Quelle alles bedingungslos liebt? Wenn ich doch eins bin mit ihm … und damit auch mit dir .. und du mit mir? Sag mir, wie könnte ich noch trennen zwischen mir und dir?

Wieso glaubst du dass die Liebe schwach macht … wenn ich dadurch so viel Stärke fühle? Und warum glaubst du dass Liebe feige sei … wenn mich doch erst die Liebe mutig macht?

Wieso glaubst du dass Liebe alles zulässt … wenn sie doch alles ans Licht bringt? Und warum meinst du dass Liebe nur scheinheilig ist … wenn gerade die Liebe dir die Wahrheit sagt?

Wieso glaubst du, dass Liebe sich nur einer Sprache bedient … weil du nur das Angenehme hören willst? Warum glaubst du dass du deinem Herzen nicht vertrauen kannst … wenn du ihm nicht wirklich zuhören willst?

Wieso hörst du nicht wirklich auf dein Herz … weil es dein Leben durcheinanderbringt?

Warum bringt es dein Leben durcheinander … wenn es dir doch nur zeigen will, wer du wirklich bist!

Namaste´

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11 Responses to Warum sollte ich … ?

  1. Kirs Tin says:

    Liebe Angie,

    ja, so ist es. Nur mein Herz zeigt mir, wer ich wirklich bin. Und dort hat alles Platz. All meine kleinen und großen Ängste und Sorgen, das Herz nimmt alles auf und verwandelt es in wunderschöne duftende Rosen. Das Herz kritisiert und bewertet nicht. Im Herz hat auch die Freude Platz und die Liebe.Zu denken, es gäbe dort nur das eine, das vermeintlich leichte, schöne – wie eingeschränkt ist das.
    Ich liebe die vermeintliche Dunkelheit in mir, Ich liebe das Licht. Alles sind Anteile, geliebte Kinder von mir, die zusammen mich erst ausmachen. Ich brauch mich vor nichts zu fürchten, vor nichts wegzulaufen. Für mich gibt es keine größere Erleichterung, als mich selbst und alles andere ehrlich anzusehen und es einfach mit anderen zu teilen. Ich bin Du und Du bist ich.

    Viele liebe Grüße von Kirstin

    • Angelika says:

      Jaa, genau so liebste Kirstin … von Herz zu Herz … da ist einfach Liebe .. überschäumende lachende Liebe … ich bin du und du bist ich … ich höre das Universum leise lachen 🙂
      Herzensumarmung für dich 🙂

  2. Amari says:

    Danke Angelika für das liebevolle Umfassen der Dunkelheit – die lang verachtete Schwester atmet auf 🙂 – da wollte ich so gern Einssein aber ohne das Dunkle. Hat nicht geklappt, aber versuchen konnte man es ja mal 🙂

    Lieben Gruß – Amari

    • Angelika says:

      Wir haben alle lieber den blauen Sonnenhimmel als die dunklen Wolken liebe Amari, aber der segende nährende Regen wird genauso gebraucht wie die Sonne.
      So ist auch der Mensch in diesen Kreislauf eingebunden und kann mit seiner Dunkelheit das Wachstum seiner selbst erschaffen, wenn er es denn zulässt 🙂
      Danke und liebste Grüße,
      Angelika

  3. Olaf H. says:

    “Was wollen uns diese Worte sagen?”, fragte der Verstand – und verschwand.
    Immer wieder einmal kommt bei mir ein “Indischer Lehrer” (virtuell) vorbei: Swami Durcheinanda.
    Kennt Ihr ihn auch? Auwei, dann ist’s mit der inneren Ordnung erstmal wieder vorbei. Dann passt nichts mehr zusammen – hell und/oder dunkel? Richtig und/oder Falsch?

    Du und/oder ich?? “Wir sind alle Eins”, weiß Herr Retiker schon lange, der gute alte Theo.
    Doch immer öfter erfahren wir diese innere Wahrheit auch ganz real – erkennen wir uns wirklich selbst in einem Augenpaar, das doch eigentlich zum ‘Du’ gehört…

    Vielleicht ist das zunächst nur ein Aufblitzen für einen Bruchteil einer Sekunde, doch bleibt etwas zurück – wie eine undichte Stelle im alten Ich. Oft ist’s wie ein kleiner Schock – und gleichzeitig ist da dieses ganz besondere Glücksgefühl…

    Warum sollte ich noch warten?
    Auf den “Aufstieg”, auf die neue Zeit, auf irgendeine Rettung?

    Liebe Angelika, herzlichen Dank für diesen wundervollen Osterstrauß mit den so naheliegenden Fragen aus dem wissenden und liebenden Herzen!

    liebe Ostergrüße an alle von Olaf H.

    • Angelika says:

      Lieber Olaf,
      dein Swami scheint wohl in uns allen manchmal anwesend zu sein 🙂 und er ist gut, vermag er doch Theo einen Riegel vorzuschieben .. in den Augen des anderen erkennen wir uns selber und die Herzen öffenen sich gaaanz weit … du bist ja ich .. wow, alles ein Herz … Glücksgefühle überall .. die neue Welt entsteht in diesen Augenblick ..

      Liebsten Dank für deine sonnigen Zeilen und eine Herzensumarmung für dich,
      Angelika

  4. Amari says:

    Wunderbarer Humor, der Herr Swami Durcheinanda! Liebe Grüße an ihn, wenn er mal wieder vorbeischaut…
    Amari

  5. Ruth Saphir says:

    Warum soltest du? Was solltest du? Wer hat gesagt, dass du etwas solltest? Kennt du ihn und selbst, solltest du ihn kennen, kennst du ihn wirklich? Warum sollte ich tun, was jemand mir sagt, den ich nicht einmal kenne? Zeitalterlang sind wir diesem Unbekannten auf den Leim gegangen und kleben immer noch fest. Er… den wir nicht kennen – wird von alleine nicht loslassen. Warum auch? Hatte er doch stets leichtes Spiel mit uns. Eine zusammenklebte Masse läßt sich einfach besser kontrollieren, als all die Einzelteilchen, die sich frei bewegen. Erinere dich an den Artikel “Crash” von gestern. Dort hat sich Liz’a von dem Kleister befreit und geht nun einen Weg, auf dem nur noch ein einziges Wesen ihr sagt, was sie “sollte” und sie bleibt dennoch frei. Ihn kennt sie besser, weil er sie in- und ausendig kennt. Ihm kann sie vertrauen, mag er noch so verrückt sein und ihr Dinge raten, die ihr Verstand allemal nicht begreift. Warum sollten wir? Ja warum? Weils bequem und unauffällig ist? Nein Angie, lasse uns den einsamen Weg gehen, auf dem wir irgendwann auffallen, weil er anders ist und weil wir uns auf diesem Wege den anderen zum Geschenk machen. Was sollen die anderen mit uns anfangen, wir wir auch nur in dem Kleister festhängen und kaum noch Luft zum Atmen haben. Sollen ist Pflicht, Sollen ist “muss”, Sollen erzeugt Druck und macht uns eng… schau auf die Mondin (torwege), die heute am Zuge ist…

    In Liebe
    Ruth

    • Angelika says:

      Liebste Ruth,
      den lieben Kleister überlasse ich gerne anderen und wie du schon sagst. wir gehen unseren Weg entlang, egal wer mitkommt oder auch nicht, da ist jeder frei zu entscheiden.
      Manchmal, da fragen mich Menschen nach den warum … besser erkannt, sie fragen sich damit selber … und ich antworte ihnen warum ich den Kleister nicht mehr brauche .. einige verstehen es, andere noch nicht … jeder geht seines Weges und das macht unendlich frei im Herzen .. ich halte es wie Liz´a und es ist mein persönlicher Weg und der auch der deine und vieler anderer … wir leben die Freiheit unserer Herzen.
      Ach, die Mondin ist herrlich kraftvoll .. was für ein Geschenk 🙂

      Fühl dich von Herz zu Herz bedingunglos geliebt,
      Angie

  6. Ralph says:

    Hallo Angelika, Du Botin Gottes,

    vielen Dank für diesen Blog-Beitrag. Wenn ich ihn lese, dann wundere ich mich, dass Du so viele Menschen mit Deinen Warum-Fragen konfrontierst. Woher sollen all die anderen das den wissen? Wenn sich Dir diese Fragen stellen, dann bist Du auch die Einzige, die diese Fragen beantworten kann. Frage Dein Herz, wenn es denn einer Antwort auf diese Fragen bedarf.

    Ich habe mal in mich hineingehört, aber all diese Fragen stellen sich mir überhaupt nicht (mehr). Gelegentlich taucht mal die eine oder die andere auf … aber irgendwie scheinen sie allesamt dem Verstand entstammend, der mal wieder keine Ruhe geben will. Dies erkennend, überlasse ich ihn einfach sich selbst …

    Ich soll nämlich gar nichts – nie und nimmer. Und sonst auch niemand. Kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal “Ich soll …” oder „Du sollst …“ gesagt oder geschrieben habe.

    Allerdings höre auch ich immer mal wieder auf meine Ausführungen: „Warum sollte ich …“ – und bin verwundert, wo mein Gegenüber gehört hat, dass er etwas soll, obwohl ich das gar nicht gesagt oder geschrieben habe.

    Vielleicht hast Du all diese Fragen ja auch nur deswegen gestellt, um selbst darauf zu antworten.

    Mit den Antworten sprichst Du mir aus dem Herzen. Letztlich führst Du diese Fragen ja mit Deinen Antworten alle ad-absurdum, wie ich es auch nicht besser könnte. Ich wäre vermutlich etwas kürzer, indem ich einfach antworten würde:
    „Ich habe keine Ahnung, warum Du das solltest – und ich habe auch keine Ahnung, wie Du auf diese Frage kommst, die sich mir so überhaupt nicht stellt.“

    An einem Punkt möchte ich allerdings noch eine alternative Sichtweise offerieren: Du schreibst, dass wir ein Teil der Welt sind. Ich sehe mich jedoch nicht (nur) als einen Teil. Wenn ich alles bin, was ist, dann bin ich die Welt.

    Interessant finde ich den letzten Fragenkomplex (der ja nicht mehr auf dem Konstrukt “Warum sollte ich …” abstellt):
    „Wieso glaubst du, dass Liebe sich nur einer Sprache bedient … weil du nur das Angenehme hören willst? Warum glaubst du dass du deinem Herzen nicht vertrauen kannst … wenn du ihm nicht wirklich zuhören willst?
    Wieso hörst du nicht wirklich auf dein Herz … weil es dein Leben durcheinanderbringt?
    Warum bringt es dein Leben durcheinander … wenn es dir doch nur zeigen will, wer du wirklich bist!“

    Welche Antworten findest Du in Dir, wenn Du Dir selbst diese Fragen stellst, statt einem anderen? Denn was der glaubt (oder besser gesagt was Du annimmst, dass er glaubt), ist doch irrelevant (bzw. ist er auch nur ein anderes Ich). Daher ist doch einzig und allein interessant, welche Antworten Du in Dir auf diese Fragen findest – da sie sich Dir nun mal so offensichtlich gestellt haben.

    Eins mit Dir, die Du die Liebe bist,
    Ralph

  7. Angelika says:

    Hallo Ralph,
    als ich schrieb, dass ich den Menschen zuhöre, schliesst das auch ihre Fragen mit ein die sie mir dann stellen. Ich antworte ganz gerne mit einer Gegenfrage, indem ich einfach meine Wahrnehmung als Frage an sie stelle … mehr nicht .. sie denken dann nach, sind frei sich damit zu beschäftigen oder auch nicht.
    Zu den letzten Fragen kommen wir fast immer und ich stelle sie ganz bewusst, weil ich in mir die Antworten gefunden habe .. eben darum kann ich sie ihnen stellen …
    Es mag für dich vielleicht seltsam klingen, wenn ich auf Fragen mit Gegenfragen antworte .. ich kann es jedoch nur weil ich diese Antworten in mir gefunden habe … was ja wieder mit einschliesst, dass ich sie mir schon selber gestellt hatte ..
    Man sieht nur mit dem Herzen gut,
    in Liebe,
    Angie

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