Ich will kein Schöpfer meines Lebens sein

von Doris

Hallo ihr Lieben,

in letzter Zeit habe ich ziemlich rar gemacht hier auf dem Neue Erde Blog. Zwei spirituelle Seminare im Januar hatten mich wieder einmal sehr in einen Selbstverbesserungszwang getrieben (mein großes Lebensthema!) und zu einem seelischen Absturz geführt, aus dem ich nur mit Hilfe von Medikamenten wieder heraus kam. Vergangene Woche ist aus meinen Erfahrungen ein Text entstanden, den ich gerne mit euch teilen möchte:

Bild von Doris

Früher habe ich einfach die Hände aufgehalten und das, was ich gebraucht habe, ist mir zugeflossen – ohne Bestellungen ans Universum, ohne positive Gedanken, ohne bewussten oder spürbaren Kontakt zur geistigen Welt. Es hat mir immer genügt, den momentanen Schritt zu sehen, ohne zu wissen, wohin mich der Weg führen wird. Ich bin meinen Weg intuitiv gegangen und habe mich einer Intelligenz anvertraut, die größer ist als ich. Nicht mein Bewusstsein, sondern meine Sehnsüchte haben mir die Richtung gewiesen. Alles, was ich wissen musste, fand ich entweder in meinem Inneren oder es wurde mir genau zu dem Zeitpunkt, an dem ich es brauchte, gezeigt. Und wenn ich allein nicht weiterkam, wurde ich zu Menschen geführt, die mir helfen konnten.

Doch jetzt soll ich mir mein Leben plötzlich selbst erschaffen. Alles ist voll mit Resonanz- und anderen Gesetzen, geistigen Techniken und Dingen, die ich wissen und beachten muss, um glücklich und erfolgreich zu sein. Ich muss aufpassen, was ich denke und fühle, um nur ja nichts Negatives in mein Leben zu ziehen. Ich muss Wünsche und Ziele haben, so als sei das Hier und Jetzt nicht gut genug. Dabei gehört die Zukunft zu diesen abstrakten Dingen, die ich mir noch nie so richtig vorstellen konnte. Mein Leben lang habe ich weitgehend im Augenblick gelebt und darauf vertraut, dass jederzeit für mich gesorgt wird. Und es wurde für mich gesorgt, besser als ich es je selber hinbekommen hätte.

Das heißt nicht, dass mein Leben je leicht oder voller Freude gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Aber ich lebte es, weil ich kein anderes hatte, machte das Beste daraus und glaubte immer an den Sinn darin. Das Schwierige, Schmerzvolle und Unkontrollierbare gehörte zu mir. Es war der Rahmen, den meine Seele gewählt hatte, um in diesem Leben Erfahrungen zu machen. Es verlieh meinem Leben Tiefe, Sinn und Einzigartigkeit. Es war kein Fehler im System und keine Störung, die repariert werden musste!!!

Doch jetzt ist es auf einmal ein persönliches Versagen, wenn es mir nicht gelingt, Fülle und Gesundheit zu manifestieren. Es ist ein Versagen, Stimmungstiefs oder Ängste zu haben. Heutzutage braucht man kein Leid mehr, um zu wachsen. Man ist selbst der Schöpfer seines Lebens. Man weiß, was man will, und erschafft es sich mit Hilfe einer der vielen wunderbaren Techniken, die es dafür gibt. Wer immer noch unbewusst auf seinem Weg herumstolpert, ist spirituell unreif. Wer demütig alles annimmt, was das Schicksal ihm beschert, lebt noch in der alten Energie.

Ich will aber genau so leben! Mir geht es um den unbekannten Weg, nicht um den Gipfel oder um die Aussicht. Die trage ich ohnehin längst in mir. Wenn meine Seele entschieden hat, nicht mit der Seilbahn nach oben fahren, sondern sich den Berg zu erobern – Schritt für Schritt, ohne Landkarte, oft gefährlich nah am Abgrund entlang, stets schwankend zwischen Angst und Vertrauen – warum sollte ich das in Frage stellen?

Ich will keine Instant-Heilung. Alles, was ich will, ist, den Weg durch meine persönlichen Dunkelheiten gehen zu dürfen, ohne mich dauernd dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich mir immer noch keine Lebensfreude herbeimanifestiert habe. Ich will mir für meine Heilung Zeit lassen dürfen und jeden Schritt davon auskosten, in der Gewissheit, dass ich in jedem Augenblick am richtigen Punkt meines Weges bin.

Ich will einfach nur ICH sein zu dürfen, genau das individuelle Ich, das ich mir für dieses Leben gewählt habe, mitsamt meinen Stimmungstiefs, meiner Angst, meiner Traurigkeit – aber auch mit den nicht bestellten Überraschungsgeschenken des Universums, mit der Kraft, die aus dem Überwinden von Hindernissen erwächst, und voller Mitgefühl für die Dunkelheiten anderer.

Ich wünsche euch allen frohe Ostern!

Doris

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25 Responses to Ich will kein Schöpfer meines Lebens sein

  1. Du liebe Doris,
    deine so wunderbar kraftvollen, authentischen Worte berühren mich sehr – sehr!!!
    Und sie sprechen mir auch aus der Seele. In all diesem – wie du es so treffend ausdrückst – “Selbstverbesserungszwang” sehe ich schon lage genau die Gefahren, die du aufzeigst.
    Ich habe gerade vor kurzem zu einer Freundin gesagt:” Ich habe keine Ziele, außder vielleicht dem, mit mir selbst soviel Frieden wie möglich zu fühlen (liebevoll mit mir zu sein mit all meinen Stärken und Schwächen, Tiefen und Höhen). Ich LEBE EINFACH VOR MICH HIN! UND ich VERTRAUE DER GÖTTLICHEN FÜHRUNG.”
    Ich wünsche dir von Herzen, dass es dir nun wieder besser geht und du deinenWeg so gehst, wie es dir entspricht. Dass der heilige = heilende Geist mit dabei ist, das spricht nach mienem Empfinden ganz deutlich hier aus diesem Text!
    In diesem Sinne w´ünsche ich dir FROHE Ostern!!!
    Herzlichst Marina

    • Doris says:

      Liebe Marina,

      danke für deine lieben Worte. Ich bin meinen Weg eigentlich immer so gegangen wie es mir entspricht. Nur war damit eben auch immer das Gefühl verbunden, nicht zu genügen und andere zu belasten. In eben diesen Abgrund wurde ich jetzt noch einmal hineingesogen, um mir das Thema noch einmal intensiv anzusehen.

      Es geht es mir aber schon wieder viel besser, auch dank der wundervollen Spielwiese auf deiner Homepage, auf der mein inneres Kind Schutz finden durfte. Vielen Dank für diesen Ort! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Doris

      • LIebe Doris,
        wie schön, dass es dir schon wieder besser geht 🙂 ! Und es freut mich, dass die Spielwiese für die inneren Kinder dazu beitragen konnte. Sie ist allerdings nicht auf meiner Homepage, sondern auf meinem anderen Blog “ein Zuhause für das innere Kind”. Hier mal der Link dorthin, falls uns noch andere innere Kinder auf der doriten Spielwiese besuchen kommen möchten.
        http://innereskind.wordpress.com/
        Nun wünsche ich dir noch schöne Oster-Erfahrungen in der inneren und äußeren Welt.
        Sei herzlich gegrüßt von
        MarIna

  2. Verena says:

    Danke

    Ich kann das alles so gut nachvollziehen, was du schreibst. Auch das mit den Medikamenten.

    Du hast mich, ebenso wie Marina, sehr berührt mit dem, was du schreibst.

    Auch ich fühle mich zuweilen stark irritiert von den Do’s und don’ts…..

    Wie schön, dass du dir erlaubst, deinen seelenweg zu erkennen und zu gehen.

    Alles liebe dir
    Verena

    • Doris says:

      Liebe Verena,

      auch dir ein herzliches Dankeschön für deine Zeilen.

      Ich denke, jeder von uns hat sein persönliches Lebensthema, das in immer wieder neuen Verpackungen daherkommt, manchmal eben auch in einem spirituellen Mäntelchen. Hinter all den Verpackungen das eigene Thema zu erkennen und dem eigenen Weg zu vertrauen, ist eine große Aufgabe.

      Liebe Grüße,
      Doris

  3. Christa Winkler says:

    “Ich will einfach nur ICH sein zu dürfen, genau das individuelle Ich, das ich mir für dieses Leben gewählt habe, mitsamt meinen Stimmungstiefs, meiner Angst, meiner Traurigkeit – aber auch mit den nicht bestellten Überraschungsgeschenken des Universums, mit der Kraft, die aus dem Überwinden von Hindernissen erwächst, und voller Mitgefühl für die Dunkelheiten anderer.” UND ALLE ANDEREN AUCH ! liebe Grüße von der Spielwiese.

  4. Ruth Saphir says:

    Liebe Doris, dein Artikel hat dazu geführt, dass sich mein Solarplexus sofort verengte, weil ich spürte, wie sehr du dich unter Druck setzen läßt, seit ein paar Wochen. Lasse das ncht zu und wirf alles über Bord. Du musst überhaupt nichts! Lass dir doch nichts sagen von all jenen die außerhalb von dir sind. Dein Inneres wird dir alle Antworten geben und du hast sie doch schon erhalten, bevor die dich in die Zwänge begeben hast. “Werdet wie die Kinder!!!” und Kindern ist es völlig glleichgültig, ob sie mit dem, was sie tun, ihr Leben erschaffen oder nicht. Wenn du dich rechtfertigst, bist du unsicher.. wenn du nur noch ein mitfühlendes Lächeln hast für dien “Angreifer” (die dann keine mehr sein können), dann hast du keine Rechtfertigungen mehr nötig. Vielleicht möchtest du “crash” lesen, denn Liz’a hat alles über Bord geworfen mit Pauken und Trompeten und als sie alles hinausgeworfen hatte, war Platz und Raum für ihren wirklichen Führer, der sie nie unter Druck setzen würde. Schau auch, wenn du dich noch nicht selbst heilen kannst, weil da noch irgendetwas zu begrieifen ist, dann ist es eben so. Wenn du es erkannt hast, wird es locker möglich sein. Vielleicht ist es keine gute Zeit, sich immer mehr und immer neu mit Fremdwissen aufzufüllen… Höre auf den Gott in dir. Der wird dich mit Leichtigkeit führen
    In Liebe
    Ruth

    • Doris says:

      Liebe Ruth,

      ich glaube, es war noch nie eine gute Zeit, sich mit Fremdwissen aufzufüllen. Zumindest ist das nie mein Weg gewesen. Eigentlich ist es ein Witz, dass ausgerechnet ich, die ich kaum spirituelle Bücher lese und nie spirituelle Seminare besuche, innerhalb von wenigen Wochen gleich in zwei solche Seminare geführt wurde! Ich schreibe bewusst geführt, weil es kein Zufall gewesen ist und auch kein Fehler. Ich habe nämlich auf diese Weise ganz wichtige Erkenntnisse gewonnen – wenn auch nicht unbedingt diejenigen, die die Seminarleiter mir beibringen wollten. 😉

      Wenn ich alles, was das Leben mir bringt, als Geschenk annehme, dann bin ich mit mir und mit Gott im Einklang. Dann brauche ich keine Meditation, um innere Ruhe zu finden. Dann schweigt mein Verstand, ganz von selbst. Dann brauche ich keinen Kontakt zu Geistführern und Engeln, keine Karten und keine Channelings, die mir sagen, wo es lang geht. Dann gibt es keine Fragen mehr. Dann brauche ich keine Heilrituale. Dann muss ich mir keine Zukunft erschaffen, die ich sowieso nicht überblicken kann, sondern darf einfach nur den aktuellen Schritt gehen. Dann darf ich einfach wieder die Hände aufhalten und das Beste erwarten.

      Alles Liebe,
      Doris

  5. Lars says:

    Liebe Doris, ( Geschenk Gottes, doron = das Geschenk, die Gabe)

    ich kann Dich nur zu dieser Erkenntnis beglückwünschen. Du bist einen enormen Schritt in Deinem Wachstum vorangegangen. Ein weiterer Schleier der Illusion ist bei Dir gefallen. Mit dieser Erkenntnis wirst Du sehr vielen aber vor allem mir helfen den richtigen Blick auf die Geschehnisse zu bekommen. Deine Gedanken sind wundervoll und voller Wahrheit und ich glaube diese Erkenntnis wird Dir genau das bringen wozu Du hier bist. Dein Beitrag ist wahrscheinlich der wertvollste den ich seit Jahren gelesen habe und der jetzt zum richtigen Zeitpunkt kommt. Ich höre zur Zeit mal wieder die Gespräche mit Gott und habe es gestern selbst wieder mit ihm begonnen und jetzt kommt prommt seine Antwort über Dich zu mir. Das nenne ich synchronizität. Und Deine Namensbedeutung trifft hier wohl mehr als exakt zu.

    Vielen Dank Liebe Doris sei gesegnet.

    Lars

    • Doris says:

      Lieber Lars,

      Ja, ein Schleier der Illusion ist gefallen. Doch eigentlich ist die Erkenntnis für mich schon uralt. Ich vergesse sie nur immer wieder. 😉

      Kontrolle versus Hingabe, Ego versus Intuition – das ist schon mein ganzes Leben lang mein großes Thema. Zwar hat sich mein Ego im Laufe der Jahre von einem kontrollsüchtigen Tyrannen, der alles im Griff haben musste, in einen freundlichen Staubsaugervertreter verwandelt, der auch wieder geht, wenn er merkt, dass er von seinem Produkt nicht überzeugen konnte. Aber manchmal bricht eben doch noch der alte Tyrann durch, der felsenfest überzeugt ist, man könnte das Leben doch in den Griff bekommen. Dann gerät das Ego in heftigen Streit mit dem Herzen, das seine neumodischen Techniken nicht haben will, weil es doch bisher mit der Hingabe ganz gut funktioniert hat. Und ich stehe mittendrin, bekomme die blauen Flecken ab und weiß nicht, wessen Argumente ich logischer finden soll…

      So ist das Leben. Genau das macht es so spannend!

      Doris

  6. Elias says:

    Liebe Doris, wenn du nicht Schöpfer deines eigenen Lebens sein möchtest,- wer soll dann die Ehre haben, dein Leben zu gestalten?

    Soll es Gott sein der dein Leben hinbiegen soll und wenn ja welcher denn?
    Möchtest du von Ashtar Sheran dein Leben gelebt haben oder gar von Jesus Christus?
    Oder lässt du dein Leben vielleicht von deinen Wünschen und Begierden lenken,- von Emotionen oder Channelings aus dem Reiche des Lichts?
    Vielleicht hast du ja auch eine Freude damit, ganz einfach den Weg deines Herzens zu folgen in der die Liebe die du bist zu Hause ist.

    Ich persönlich finde den Herzensweg als den stimmigsten für mich und wie ich erkennen kann, folgst auch du deinem Herzen dem du zu 100 Prozent vertrauen kannst.

    Ps: Wegen der Verengung die du in manchen Chakren anderer Menschen auslöst mache dir keine Gedanken,- da möchte nur wieder mal jemand seine Verantwortung auf dich schieben.
    Manchmal ist es ganz wichtig alle Dinge über Bord zu werfen, damit man von ihnen nicht in die Tiefe gezogen wird.
    Das was wirklich zu dir gehört wird auch dann noch zu dir gehören wenn du alles über Bord geworfen hast. Alles andere das dann nicht mehr da ist,- hat nie wirklich zu dir gehört!

    Liebe Doris, ich feiere dein Leben
    Elias

    • Doris says:

      Lieber Elias,

      natürlich darf und soll ich mein Leben gestalten, aber ich brauche es nicht zu erschaffen. Wenn ich aufhöre, es kontrollieren zu wollen, entfaltet es sich ganz von selbst wie ein guter Roman, Wort um Wort, Seite um Seite. Natürlich muss ich selbst den Schritt gehen, der gerade ansteht, und dabei auch Entscheidungen treffen, aber ich muss nicht schon die nächsten zehn Buchseiten im voraus kennen.

      Ich weiß nicht, wer mein Leben plant und erschafft. Gott? Meine Seele? Der Zufall? Ich weiß nicht, ob der Roman schon fertig geschrieben ist oder ob die folgenden Seiten noch leer sind und darauf warten, von mir geschrieben zu werden. Es genügt mir, jederzeit genau das Wort zu leben, das im Moment von mir gelebt werden will.

      Ist es das, was du mit Herzensweg meinst?

      Liebe Grüße und einen schönen Ostersonntag! (hier schneit es gerade)

      Doris

  7. Bea Mari says:

    Hallo Doris!

    Danke!
    Deine Worte haben mir aus der Seele gesprochen!
    Mir grummelt es auch schon ewig und drei Tage im Bauch, dass ich für alles verantwortlich sein und alles selbst geschaffen haben soll!
    Wer kann sich denn selbst erschaffen? Wer von uns könnte wirklich eine dermaßen komplexe, vielgestaltige und wunderbare Welt, in der es IMMER etwas Neues zu entdecken gibt, ganz alleine oder auch mit anderen zusammen erschaffen? Nicht mal einen Käfer würden wir hinkriegen!
    Muss ich wirklich meine eigene innere Gedanken- und Gefühlspolizei sein, die aufpasst, dass ich ja nicht den kleinsten “negativen” Gedanken denke und auch ja nichts “Negatives” fühle?
    Ich frage mich schon lange, wie das gehen soll und ob das nicht die Ablösung für die Erbsünde ist. Wenn nicht mal mehr die Gedanken frei sind, brauchen die Herrschenden nichts mehr zu tun, können sich bequem im Sessel zurücklehnen, wir übernehmen die Diktatur und Tyrannei ganz freiwillig selbst!
    Das ist für mich unfassbar!
    Zumal in meinem Leben (bin jetzt 59) nichts darauf hinweist, dass sich meine Gedanken wirklich manifestieren.

    Frohe Ostern und liebe Grüße!

    Bea Mari

  8. Angelika says:

    Liebe Doris,
    ich finde das einfach gut was du gerade erfahren hast, denn es hat dir einmal mehr gezeigt dass du dich auf dein Inneres verlassen kannst und das Wichtigste daran ist wohl, dass du dich mit dir selber wohl fühlst. Ganz egal was gerade in dir ist, du hast verstanden dass alles in dir zu finden ist und das finde ich ganz grandios.
    Ausserdem sind wir sowieso immer am erschaffen mit Gedanken und Gefühlen und man kann nicht nicht erschaffen. Die Seele holt sich schon in das Leben was sie für ihre Entwicklung braucht und eben darum ist es das Beste auf sich selbst zu hören. Sonst lauft man sich nur selber davon.

    Allerliebste Grüße,
    Angelika

  9. Bea Mari says:

    Hallo Angelika!

    Ich denke nicht, dass wir erschaffen, ich denke, wir ziehen uns das an, was wir brauchen.
    Ist ja schon alles da!
    Aber vielleicht ist es ja auch nur Definitionssache. Ich verstehe unter Erschaffen, dass man etwas, was es vorher nicht gab, erschafft. Aber das tun wir nicht. Es ist eher so, wie wenn man ein Bild malt. Papier, Farben und Pinsel gibt es schon, wir fügen mit gegebenen Komponenten uns selbst entsprechend etwas neu zusammen! Ich würde es gestalten nennen!

    Liebe Grüße

    Bea Mari

    • Angelika says:

      Hallo Bea Mari,

      wie du schon schreibst, es ist nur eine Definitionssache … etwas gestalten ist ja schon eine Schöpfung … ob es sich für uns neu oder bekannt anfühlt/ aussieht, es bleibt eine schöpferische Gestaltung 🙂
      Liebste Grüße,
      Angelika

  10. Doris says:

    Hallo ihr beiden,

    ich sehe es für mich so wie Angelika schrieb: “Ausserdem sind wir sowieso immer am erschaffen mit Gedanken und Gefühlen und man kann nicht nicht erschaffen. Die Seele holt sich schon in das Leben was sie für ihre Entwicklung braucht.”

    Ob man das erschaffen oder gestalten oder anziehen nennt, ist wohl letzten Endes wirklich nur Definitionssache. Mir persönlich ist wichtig, dass ich das Erschaffen einer Instanz überlasse, die die großen Zusammenhänge überblickt und weiß, was mir und dem Ganzen am Besten dient.

    Es kann gut sein, dass andere Menschen, die weiter entwickelt sind als ich, eine so gute Verbindung zu ihrer Intuition (zu Gott, zur geistigen Welt, zu höheren Dimensionen, zu wem oder was auch immer) haben, dass sie in großer Klarheit und Bewusstheit ihren Weg selbst erschaffen können und dabei im Einklang mit dem großen Ganzen sind. Vielleicht ist es wirklich die Zukunft der Menschheit, über ihre bisherigen mentalen und materiellen Begrenzungen hinaus zu wachsen und absichtsvoll aus mulitidimensionalen Quellen zu schöpfen? Erwachsen mitzugestalten, anstatt wie Kinder nur die Hände aufzuhalten?

    Ich kann und will nicht beurteilen, was für andere Menschen der richtige Weg ist. Ich kann nur sagen, was (momentan!) mein Weg ist. Und der heißt eben: Hingabe.

    Mir fehlt bislang der bewusste Draht zu den anderen Dimensionen. Entweder habe ich noch nicht gelernt, nicht wie man richtig zuhört, oder die geistige Welt redet nicht mit mir. Oder liegt es daran, dass ich gar keine Fragen habe? Dass mich die großen Zusammenhänge nicht sonderlich interessieren? Mir genügt es, Ton in den Händen des Schöpfers zu sein, in dem kindlichen Vertrauen, dass er etwas Schönes daraus bauen wird.

    Ich wünsche euch noch schönen Abend.

    Doris

    • Angelika says:

      Wunderschön Doris,
      gehe einfach deinen Weg und mach dir keinen Kopf darüber was andere tun und wie weit sie sind, es wird sich uns alles in der richtigen Zeit entfalten.
      Danke für deine Worte,
      liebevolle Umarmung,
      Angelika

  11. Amari says:

    Liebe Doris,

    oh ja, da stimme ich dir sehr zu! Ich hab ein Riesen-Unwohlsein mit der ganzen Universums-Bestellerei, auch wenn ich mittlerweile einsehe, dass ALLES dazu gehört und die auch ihren Platz hat. Klar ist der Mensch ein – zumeist unbewusster – Schöpfer seines Universums, aber der Versuch, sich alles schön zu reden und zu bestellen ist für mich nicht der Ausweg, sondern vielmehr das glatte Gegenteil von Ganzheit und Einheitsbewusstsein – eine krasse Trennung, also das, was der “spirituelle Mensch” herkömmlich doch eigentlich gar nicht will oder? Ich möchte ein erfülltes Leben führen aber bitte nur mit einer Hälfte der hier vorhandenen Möglichkeiten!

    Deshalb kann ich nicht mal in die Freude darüber einstimmen, dass es dir jetzt gerade “gut” geht – denn mein momentaner Erkenntnisstand ist, dass es ebenso wie in luftige Höhen auch in dustere Tiefen geht, wenn man wirklich leben will, und wenn ich dir zum Gerade-besser-gehen gratuliere, behaupte ich indirekt ja schon wieder, dass du nur dann auf dem rechten Weg bist, wenns im Moment “gut” ist, und nehm meine eigene Erkenntnis nicht ganz ernst.

    Ich hab lange geglaubt, es ist grad gut und ich bin grad richtig, wenn es sich gut anfühlt. Ich hab auf irrwitzigen Wegen Heilung erleben dürfen. Da war ich so bestärkt darin, dass ab jetzt alles gut sein wird. Dann wurde ich krank (nicht lebensbedrohlich), und es gab keine Heilung – und irgendwann war klar: es MUSS NICHT. Es kann so oder so ein sinnvolles Leben sein, mein Weg eben. Ich habe mal über den Schriftsteller Walt Whitman gelesen, der in einem Buch über “Erleuchtete” auftaucht, dass er einmal in seinem Leben körperliche Heilung erlebt hat und damit Vorbildwirkung für andere entfaltete – in seinem späteren Leben erlebte er dann keine Heilung für Krankheit und erwies sich ab da auf humorvolle Weise als Vorbild dafür, wie man damit lebt, wenn man grad mal nicht körperlich geheilt wird… Wie sollen wir wirklich wissen – mit dem Verstand jedenfalls nicht – welcher Weg richtig ist, und so haben plötzlich Hingabe und Demut (ehemalige Unwörter für eine emanzipierte Frau meines Alters!) für mich eine enorme Anziehungskraft gewonnen.

    Ich muss nicht mal mehr körperlich gesund werden! Auch wenn es passieren mag, wenn es anliegt. Ich darf sogar irgendwann einfach sterben, ohne dass ich deshalb “versagt” hätte. Wie einfach! Zwar nicht einfach für den Verstand und den Körper, die keine Unnannehmlichkeiten mögen, aber dennoch: welche Erleichterung!

    Danke Doris und ein augenzwinkerndes “alles Gute 🙂 auf deinem Weg”

    Amari

    • Doris says:

      Liebe Amari,

      ich danke dir für deine wertvolle Sichtweise.

      Ich denke wie du, dass der Wahn, alles selber machen und kontrollieren zu wollen, seinen Platz in der Zeit hat. Er war und ist ein wichtiger Befreiungsschlag aus jahrhundertealter Unterdrückung durch die weltliche und kirchliche Obrigkeit. Wenn dabei auch mitunter das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, so wird das Pendel auch wieder zurückschwingen und uns vielleicht in eine gesunde, freudige Demut führen, in der Krankheit und Leid weder als Strafe Gottes noch als eigenes Versagen gelten, sondern einfach als Tatsache, mit der es zu leben gilt wie mit dem Wechsel der Jahreszeiten.

      Natürlich ist es verlockend, sich im großen Warenhaus des Universums nur schöne, angenehme Dinge zu bestellen – abgesichert durch AGBs und mit 14-tägigem Rückgaberecht. Aber woher soll ich denn wissen, ob Gesundheit wirklich immer besser ist als Krankheit? Woher soll ich wissen, ob nicht gerade meine Fähigkeit, mit einer psychischen Krankheit zu leben, anderen Menschen zum Heil wird?

      Selbstverständlich braucht es Menschen, die in den Welten des Lichts zu Hause sind und diese Welten anderen Menschen nahebringen können. Aber ebenso braucht es Menschen, die gelernt haben, die Dunkelheit zu verstehen und ihr angstfrei zu begegnen. Denn Licht und Dunkelheit sind ja zwei Seiten ein und derselben großen Liebe, aus der wir alle stammen und in der wir in jedem Augenblick unseres Daseins leben. In einem Leben mag das Licht überwiegen, in einem anderen die Dunkelheit, je nachdem, welchen Schwerpunkt die Seele gewählt hat.

      Vor zwei Tagen habe ich auf meinem Schreibblock notiert: “Ich lerne, im Dunkeln zu gehen.” Zuerst dachte, ich, es müsste doch eigentlich heißen: “Ich lerne, im Dunkeln zu sehen.” Aber dann habe ich gemerkt, dass der Satz mit “gehen” schon richtig war. Denn wenn ich mich führen lasse, dann ist es nicht nötig, etwas zu sehen. Dann kann ich das Dunkel zappenduster sein lassen und werde trotzdem meinen Weg finden.

      Übrigens, wenn ich geschrieben habe, dass es mir momentan “gut” geht, dann habe ich damit nicht gemeint, dass ich mich dauernd gut fühle, sondern nur, dass ich halbwegs im Einklang mit meinem Gefühls-Auf-und-Ab bin. Ich bin nun einmal ein emotional ziemlich instabiler Mensch. Das kann ich vielleicht mit Medikamenten etwas abfedern, wenn es zu schlimm wird, aber ansonsten gehört das einfach zu mir und ich lerne immer besser, damit zu leben. (Die Jünger des positiven Denkens würden mir jetzt wahrscheinlich sagen, dass ich mit solchen Aussagen mein Unglück zementiere. Aber vielleicht sagen sie das auch nur, weil sie nicht mit meinen abgründigen Gefühlen belästigt werden wollen, die ihnen nicht geheuer sind. 😉 )

      Herzliche Grüße,
      Doris

      • Amari says:

        Liebe Doris, wenn die Erkenntnisse, die du hier herüber bringst, aus der Dunkelheit erwachsen sind, wie sollte man dann daran zweifeln, dass die Dunkelheit eine wertvolle Kraft ist 🙂

        Einmal habe ich übrigens sogar erlebt, als ich mich “freiwillig” der Dunkelheit ausgesetzt habe, dass es körperlich heilend war (körperliche Heilung oder auch nicht ist halt immer wieder mein Thema). Schon da wurde mir klar, dass eine Kraft darin liegen muss.

        Und ich stimme dir auch da zu, wenn du schreibst, dass alles seine Zeit hat, dass erstmal das Aufmucken gegen Obrigkeiten und Entwickeln einer starken Persönlichkeit notwendig war als Befreiungsschlag. Heute ist der “Narzissmus” jedenfalls hierzulande so weit vorangetrieben, dass es sich schon wieder erleichternd anfühlt, wenn man nicht mehr alles selbst bestimmen und kontrollieren muss.

        Ich habe mir wiederholt von Vertretern des positiven Denkens anhören müssen, mein Denken sei verkehrt, und wenn ich mir nicht dauernd den besten Parkplatz vorm Geschäft bestelle, lebe ich im Mangelbewusstsein. In 3 D sind aber meines Erachtens nur eine bestimmte Menge Parkplätze vor den Geschäften, und mir hat nicht mehr eingeleuchtet, dass ich immer den besten brauche; vielleicht wär der geeigneter für jemanden mit Gehbehinderung – und ich hab eh zu wenig Bewegung, kann ich doch froh sein mal ein paar Schritte zu laufen… Ich muss doch nicht alle Ressourcen hier auf mich ziehen.

        Vielleicht ist es eine Gratwanderung zwischen Annehmen einer Krankheit oder Zementieren derselben. Ich versuche dafür offen zu bleiben, wenn sich mir Heilungsmöglichkeiten bieten sollten – aber es MUSS halt nicht. Partout festhalten am momentanen Zustand muss auch nicht sein, also bitte, Heilung, fühle dich eingeladen 🙂

        Herzlichst – Amari – und du hast mir wirklich gerade heute mit deinen Überlegungen eine große Freude gemacht

        • Doris says:

          Ja, liebe Amari, natürlich darf Heilung sein, ebenso wie ein guter Parkplatz. Und am allerschönsten ist es, wenn man beides ganz unverdient geschenkt bekkommt! 🙂

  12. dodo says:

    Liebe Doris,
    ich bin übrigens auch eine Doris 🙂 und freue mich sehr, dich hier zu treffen!
    Dein Beitrag hat mich zu erst heftig getroffen, weil deine Zeilen so ganz und gar von mir hätten
    kommen können.
    Jetzt, als ich die Beträge und deine Antworten dazu gelesen habe, kommt mit zu Bewußtsein, dass ich so ganz und gar ohne konkrete Ziele lebe (was mir von meinem vorigen Ehemann hart vorgehalten wurde). Dabei bin ich zufrieden mit meinem Leben und wie du habe ich noch keinen Befehl ans Universum geschickt, um zu bekommen was ich will.
    Dennoch finde ich (oft rückwirkend) mein Leben in wundervollen Bahnen verlaufend und dass es ohne mein bewußtes Lenken einen guten Verlauf für alle Beteiligten gab.
    ZITAT von dir:
    “Ob man das erschaffen oder gestalten oder anziehen nennt, ist wohl letzten Endes wirklich nur Definitionssache. Mir persönlich ist wichtig, dass ich das Erschaffen einer Instanz überlasse, die die großen Zusammenhänge überblickt und weiß, was mir und dem Ganzen am Besten dient.”

    Genau so empfinde ich auch, liebe Doris!
    Was “Wahrheitslehrer” vollmundig erklären und dennoch privat Schiffbruch erleiden, sei dahin gestellt.

    Ich trachte immer öfter nach dem “Himmelreich in mir” durch schöne Erlebnisse, die mir in der Tat niemand mehr nehmen kann. Und jeden Tag sich wenigstens einmal freuen kann sicher jeder Mensch!

    Zu deiner Aussage:
    Meiner Erfahrung mußt du kein klares Ziel haben, weil es sich von Tag zu Tag neu ordnet.
    Diejenigen, die permanent vom selbstgesteckten Ziel reden, können einen freien, wirksamen Geist evtl. nicht wirken lassen, sprich: sie müssen immer und überall selbst aktiv werden, was ermüdet! Alles in der Hand haben, alles kontrollieren und auf Richtigkeit des Kurses!
    Da lehne ich mich eher zurück und lasse geschehen.

    In diesem Sinne wünsche ich dir herzliche Grüße aus dem Allgäu und würdemich freuen von dir zu lesen, liebe Namensschwester.

    Herzlichen Gruß von Doris

    • Doris says:

      Hallo Doris aus dem Allgäu,

      das ist ja witzig, ich wohne seit 5 Jahren am Bodensee, aber ursprünglich stamme ich auch aus dem Allgäu! 🙂

      Meiner Erfahrung nach gibt es manchmal schon wichtige Ziele. Aber die zeigen sich dann auch so klar, dass man weiß, sie stammen tief aus der Seele. Und wenn sie wirklich so klar sind, darf man auch darauf vertrauen, dass sie zur passenden Zeit erfüllt werden.

      Liebe Grüße,
      Doris

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