Esoterik oder Spiritualität?

Die Aussagen wie „Ich bin ein spiritueller Mensch“ oder „Ich beschäftige mich mit Spiritualität“ verwirren heute sehr sehr viele Menschen, da wahre Spiritualität noch immer nicht ganz begriffen wird.

Wo liegt denn eigentlich der Unterschied und gibt es überhaupt einen Unterschied?

Gucken wir uns mal einen „klassischen Esoteriker“ an, jedenfalls das, was ein Großteil der Menschen darunter versteht. Ich bekam vor Jahren auch schon der ehrenwerten Titel „verrückte Esoterikerin“ und das verstand ich damals nicht so ganz, da ich eigentlich nur psychologische und spirituelle Bücher las um das Leben, die Menschen und auch mich besser zu verstehen. Eine gewisse Medialität brachte ich von zu Hause aus mit und die galt es auch erst mal zu verstehen. Ich hatte meine Reiki Einweihungen und testete auch Kristalle, Düfte und Farben, Mudras und Mantras, Räucherungen und eine Zeitlang die Karten und mich interessierte die Astrologie (nicht die Tages-oder Jahreshoroskope). Das alles war mir eine Hilfe auf meinem Weg zu mir selber und ich lernte mich und die anderen auf tieferer Ebene zu verstehen. Dann liefen mir die ganz „eingefleischten Esoteriker“ über den Weg und ich war erst mal erstaunt.

Sie hatten natürlich alle ein Schutzamulett am Körper, meditierten unheimlich viel, hingen an den Lippen ihrer Lehrer und folgten ihren Worten, Haus und Hof wurde regelmäßig gereinigt, gingen regelmäßig zu Sessions und Seminaren, setzten sich in Schwitzhütten und reinigten ihre Körper durch regelmäßiges Fasten und vor allem fragten sie immer Engel und andere Geistwesen um Rat, sie wußten scheinbar auch auf alles eine Antwort. Alles gut und recht dachte ich, jedem das Seine, wichtig war ja dass man zu sich selber fand. Alles von Außen soll ein Input, ein Anstupser sein, um mich zu erkennen, meine innere Weisheit zu verstehen und insofern sah ich nichts Negatives darin, wenn Menschen sich dem Ganzen in so ausgeprägter Form zuwenden. 

 

Alexandra H.pixelio.de

Doch ich bemerkte auch langsam, dass sich sehr viele Menschen nur etwas vormachen, dass gerade der spirituelle Weg dazu verleitet, sich nicht wirklich mit seinem seinem Inneren zu beschäftigen, sondern  mit dem Geschehen im Außen verhaftet zu bleiben. Alles was nicht gefiel wurde dem Ego und anderen an den Kopf geknallt und sehr wenige untersuchten sich selber in täglichen Geschehen und den täglichen Dramen. Bei allen wurde noch immer der Verstand, das Denken eingesetzt, jedoch kaum jemand überprüfte wirklich mit seinem Herzen die ganzen Lehren.

Mich wunderte dann immer wieder, warum diese doch so hoch spirituellen Menschen nicht endlich glücklicher wurden, zufriedener mit sich und ihrem Leben. Ich selber fragte mich das auch oft, denn auch ich suchte und suchte, wenn auch auf einem anderen Weg. Doch nun verwunderte mich der Ausdruck „verrückte Esoteriker“ nicht mehr, denn uns allen ging es bisher auch nicht besser als den Rest der Menschheit.

Im Grunde gibt es keine Unterschied zwischen Esoterik und Spiritualität, es liegt alleine am Namen, wie man ihn interpretiert und was daraus macht. Ob Spirituelle oder ganz normale Menschen, wir laufen nur zu gerne vor uns selber davon und anderen nach, mit denen wir uns scheinbar besser fühlen. 

Viele Menschen lesen heute spirituelle Bücher oder besuchen Seminare und Kurse. Mit dieser Weisheit bewaffnet überfallen sie dann den Nächsten, ohne diese Weisheiten und Lehren wirklich in ihrem Herzen verstanden und für sich selber überprüft zu haben. Damit sind Chaos und Schmerz vorprogrammiert, für sich selber und für die anderen um uns. Denn was ich verstanden habe, soll der Nächste gefälligst auch verstehen und sich damit auseinander setzen. Warum? Damit er sich endlich so verhält dass es mit gut geht … 

Unsere wahre Spiritualität kommt aus unserem Inneren, aus den Tiefen unserer Herzen, doch ganz bestimmt nicht vom Kopf. Unser Herzbewusstsein versteht so viel mehr, erkennt so vieles was wir mit unserem beschränkten Verstand nicht verstehen können und dort in unserem Inneren beginnt und endet unsere stetige Suche, dort ist alle Weisheit und alles Wissen vorhanden das wir brauchen um den richtigen Weg zu gehen. Alles im Außen mag uns zur Anregung dienen, doch wachsen und reifen können wir nur, wenn wir tief in unser Herz gehen.

 

Meltis.pixelio.de

Wir alle haben das nicht etwa von Kindesbeinen auf gelernt und gerade jetzt werden wir damit konfrontiert, diesen Weg zu verstehen und ihn auch zu gehen. Es ist nicht so einfach, mit dem Herzen sich und sein Leben zu betrachten und auch die anderen die um mich herum sind. Denn immer wieder geschieht etwas, das uns verletzt oder auch Angst macht. Dann neigen wir dazu es schnell zu verdrängen und mit der sogenannten spirituellen Weisheit alles weg zu wischen oder die unangenehmen Sachen die wir in uns betrachten sollten, den anderen aufzudrücken. Wir suchen noch immer im Außen, ganz besonders bei anderen Menschen, wir wollen Antworten die uns passen und wollen, dass sie unsere Erwartungen, Schmerzen und unsere Minderwertigkeitsgefühle stillen.

Dabei belügen wir nicht nur die anderen und benutzen sie, sondern wir belügen uns selber am meisten damit.

Gerade Eso-Spirits erwarten von anderen Eso-Spirits dass sie sich genau so verhalten wie sie selber – heftig nicht wahr? Wir glauben so weit vorne zu sein und messen dann die anderen nach unseren Maßstäben. Zu gerne werfen Spirituelle mit ihrem Wissen umher und wollen damit Aufmerksamkeit und Anerkennung erwecken, eben um die eigenen Bedürfnisse erfüllt zu sehen, den eigenen inneren Mangel durch die anderen zu stillen und auch um zu zeigen, wie weit vorne sie schon sind. Wie schnell wir doch wieder Trennung erschaffen, anstatt Einheit …

Es braucht schon wirkliche Größe und Herzbewusstsein um die eigenen Ängste, Unzulänglichkeiten und Schwächen in sich zu erkennen und endlich mal zu heilen. Wie viel Schmerz und Leid gerade durch die falsch verstandene Spiritualität entstanden ist, erkennen erst jetzt immer mehr Menschen und das ist gut so, sehr gut ..

Erst über unser Herz können wir unsere Ängste erkennen und wie sie sich auf vielerlei Arten in unserem Leben ausdrücken oder ganz subtil hinter etwas verstecken. Genau das ermöglicht uns endlich davon frei zu werden und die Illusion zu durchschauen, die wir noch immer leben. Unser innerstes Bewusstsein wird uns klar sagen, wo wir aus unseren eigenen Spiel auszusteigen haben und wo wir nicht mehr das Spiel der anderen mitmachen sollen. Dazu braucht es Mut, Achtsamkeit und Sensibilität für sich und den anderen, denn ohne diese rutscht jeder noch in den maßlosen Egoismus ab, wir werden zu Egogurus und kommen keinen Zentimeter weiter.

Aus dem Herzen kommen bedeutet nicht einfach zu allem ja und Amen zu sagen, im Gegenteil. Das Herz sieht tief in den anderen hinein und erkennt das Licht und auch die Dunkelheit sehr genau. Wenn wir dann glauben dass wir von alledem befreit sind, leben wir weiterhin eine Lüge.

 

ThomasMeinert.pixelio.de

Es wird Zeit wirklich mit dem Herzen zu sehen, es ist die Zeit gekommen, wo wir aufhören müssen uns und andere im Namen der Spiritualität zu verletzen und abzuwerten und es wird höchste Zeit, dass wir uns endlich auf Augenhöhe und in Liebe begegnen sollen. Kein Bewerten und keine Erwartungen mehr, keine Benutzen des anderen um sich damit besser zu fühlen. Keine Schuldzuweisungen mehr, denn wenn ich mich noch wertlos, übergangen, verletzt, nicht angenommen und geliebt fühle, habe ich ein Problem mit mir selber. Wir sind alle Tropfen im großen Ozean des Universums.

Wann immer ich den anderen nicht wirklich lieben kann, tief vom Herzen, liebe ich mich selber noch nicht.

Wir müssen nicht der gleichen Meinung sein, wir müssen nicht die gleichen Ideen haben oder in allem überein stimmen, doch es wird Zeit dass wir aus unserem Egoismus herauskommen und verstehen, dass die Welt sich nicht nur ausschließlich um mich alleine dreht. Wir alle haben noch so viel zu erfahren, zu erkennen und zu verstehen. Wir alle sollen uns gegenseitig unterstützen, anstatt zu bekämpfen, zusammen diesen Weg gehen, anstatt wie immer zu trennen.

 

PaulSchubert/KarinSchmidt.pixelio.de

Wir sind alle eins, kommen aus derselben Quelle und hier auf diesen Planeten leben wir alle zusammen. Da gibt es kein Entkommen vor unserer eigenen Dunkelheit und Ängsten, denn diese wollen endlich erkannt und erlöst werden und das, das schaffen wir nur gemeinsam .. .. denn im anderen finden wir uns immer wieder .. 

Wann immer sich Situationen in unserem Leben wiederholen und wiederholen, haben wir nicht wirklich ehrlich uns selber betrachtet. Erst wenn wir grundehrlich mit uns selber sind, sehen wir die Wahrheit, die zwar unangenehm und schmerzlich sein mag, doch darin liegt die Chance, um uns endlich aus den Dramen und Ängsten zu befreien. Darum ist jeder selber verantwortlich wie er mit sich und den anderen umgeht. Es gilt noch immer das ewige Gesetz: Wie Innen, so Außen!

Nur in unserem Herzen, dort drinnen in der Tiefe finden wir uns selber und die ganze Wahrheit. Dort finden wir auch alles was wir im Außen letztendlich so verzweifelt suchen: wahre Liebe und Freiheit .. Erst wenn wir diese unsere ureigene Liebe wirklich gefunden haben und leben, können wir das Wort Achtsamkeit wirklich verstehen und umsetzen. Für uns und für alle anderen.

Wir alle sind Spirituell, denn wir kommen aus dem Geiste Gottes, wie also kann jemand weniger sein als er?

Der Weg führt eben nur über unser Herzbewusstsein, wir können noch so viel darum herumschleichen im Namen der Esoterik oder Spiritualität und uns etwas vormachen, letztendlich werden wir dem mehr ausstellen können, denn solange wir es nicht wirklich umsetzen, werden wir Leid erschaffen in uns und in anderen.

Je schneller wir diesen so einfachen Weg gehen, desto schneller werden wir wirklich frei sein. Denn wahre Freiheit bedeutet, frei von unserer eigenen Dunkelheit zu sein.

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9 Responses to Esoterik oder Spiritualität?

  1. Liebe Angelika,
    das sind ja viele gehaltvolle und kraftvolle Gedanken. Und der für mich wichtigste Botschaft deines Artikels, nämlich die Antworten im Herzen zu finden, stimme ich total zu!
    Den letzten Satz sehe ich allerdings etwas anders.
    Anstatt “wahre Freiheit bedeutet, frei von unserer eigenen Dunkelheit zu sein.”
    würde ich schreieben
    “wahre Freiheit bedeutet, frei (offen, annehmend, furchtlos…. ) FÜR unsere eigene Dunkelheit zu sein.” oder auch
    “wahre Freiheit bedeutet, frei auch IN unserer eigenen Dunkelheit zu sein.”
    Denn die blinden , bislang unbekannten Fleckn in uns gehören doch auch zu uns. Wenn wir uns vor ihnen nicht mehr fürchten, sie nciht mehr bekämpfen und loswerden wollen, können wir sie annehmen und mit Liebe anschauen. Dann sind wir frei zu sagen ” Ja, auch das gehört zu mir. Ich mache keine Verrenkungen mehr, um zu vermeiden, dass es entdeckt wird (von mir selbst oder anderen)”.
    Die Freiheit mit allen Licht- und Schattenseiten in Selbstliebe und Annahme zu leben, wünsche ich uns allen sehr.
    Herzliche Grüße schickt dir
    Marina

    • Angelika says:

      Danke liebe Marina,
      den letzten Satz kann man ruhig umformulieren wie es für einen passt 😀
      Ich selber erlebe immer mehr, wenn ich alles Dunkle in mir erkenne, wirklich sehe, dann löst es sich einfach auf, ich brauche da gar nichts mehr unternehmen und ankämpfen oder vermeiden hat sowieso keine Sinn. Es ist eifach wichtig sich der eigenen Schwächen bewusst zu werden, als unseren Teil anzuerkennen und dann geht so vieles einfach weg. Will eben alles erlöst werden damit das eigene Licht endlich richtig strahlen kann.
      Hab einen lichtvollen und entpannten Sonntag du Engel der Liebe 😀

  2. Kirstin says:

    Liebe Angie,

    ich erleb es oft so, daß viele Menschen Spiritualität für Esoterik halten und sagen, sie hätten damit nichts am Hut. Und wenn ich denn sage, daß Spiritualität in erster Linie für mich geistig bedeutet, denn können sie mit einmal auch was damit anfangen. Auch Künstler z.b. können für mich hochspirituell sein, denn sie drücken ja aus, was in ihrem Innern ist. Und das ist es doch eigentlich mit der Spiritualität, oder? In sich selbst reinhören und ausdrücken, was ich da finde. Mich selbst und die Welt erkennen. Und ist es nicht das, weswegen wir eigentlich hergekommen sind? Für mich ist das der einzige Weg zum Bewußtsein und zum Aufstieg aus mir selbst heraus.

    Liebste Grüße von Kirstin

    • Angelika says:

      Liebe Kirstin,
      also für mich ist ja jeder spirituell, wie könnte es anders sein wenn unser aller Quelle die selbe ist. Nur ist sie meist versteckt hinter dem Denken und der Mensch erkennt sich nicht selber.
      Wer immer sich auf den Weg macht um sich selber zu finden, wird ein neues Bewusstsein in sich erwecken und damit ist er auf den Weg zu seinem eigenen Licht. Künstler bringen das meist sehr schön zum Ausdruck, doch auch die bucklige Bauersfrau hat oft mehr Weisheit und Selberkenntnis als so mancher “Belesene”.
      Es ist in uns allen, wir sind alles spirituelle Lichtwesen, das gilt es zu erwecken und zu leben, ist alles nur in uns drinnen zu finden, wie du schon schreibst.

      Wir sind alle eins,
      lieben Drücker für dich :d

  3. Roland says:

    Hallo Angelika,
    ich lese schon lange deine Texte und das mit großer Freude. Irgendwie hast du dieselben Wahrnehmungen wie ich und es ist erstaunlich wie übereinstimmend deine Gedanken doch mit meinen sind.
    Mit Schmunzeln las ich gerade deine Erklärung zur Esoterik und Spiritualität, habe es so ähnlich erlebt und manchmal mehr als nur den Kopf geschüttelt. Ihr Frauen seid da einen großen Schritt voran, denn der Großteil von uns Männern hat schon echte Schwierigkeiten damit, wenn es über das Herz gehen soll. Mit unserem Wissen prahlen wir ja gerne und machen uns wichtig, ohne es wirklich intergriert oder überprüft zu haben.
    Mach weiter so, du bist für mich immer wieder eine Erinnerung an alles, in Einheit, dein Roland

    • Angelika says:

      Also das lässt mich gerade Schmunzeln lieber Roland, wenn ein Mann so was gesteht … lach, das zeigt doch einiges an Reife 😉
      Sicher gelingt es uns Frauen leichter über das Herz zu gehen. Wir verlieren diesen Zugang ja nicht so sehr und ich bin wirklich glücklich darüber. Ihr Männer werdet das auch noch schaffen … wir zeigen es euch ja 😉
      Wir sind eins, in diesem Sinne alles Liebe,
      Angelika

  4. Olaf says:

    Und es ist wirklich eine ganz wundervolle Erfahrung offenen Herzens zu sein 😀 😀 😀 Das kann ich nur bestätigen. Manchmal scheinst das natürlichste von der Welt zu sein, ein anderes Mal krieg ich den Klick nicht ganz hin. Aber auch all das gehört zu der Erfahrung Menschsein,
    Wenn ich also allein die Erfahrung des “Nichtoffenseins” derzeit gerade so annehmen kann wie sie ist, bin ich ja auch wieder offenen Herzens, für das was gerade ist. Es scheint ein Paradoxon aber ich glaube darum geht es gerade, annehmen was ist.
    Ehrlich gesagt gehört das nicht immer zu den leichtesten Übungen, in meinem Leben. Aber ich bleibe vollen Herzens dran, so gut es mir möglich ist. Danke dir liebe Angelika 😀 😀 😀
    Mit ganz viel Liebe im Herzen,
    Olaf

    • Angelika says:

      Lieber Olaf,
      ich erlebe es genauso und viele viele andere auch, doch inzwischen wissen wir dass es gut ist so wie es ist … wir erleben immer wieder die Öffnung, weil wir es jedes Mal mit Freude zulassen … und desto mehr schätzen und lieben 😀
      Mit jedem Annehmen gehen wir weg von Trennung und Widerstand und auf die Einheit und die Liebe zu, das Herz wird jedes Mal freier von allen Begrenzungen.
      Ich nenne es mal das “Paradox Gottes” 😀 😀 😀
      Allerliebste Herzensgrüße für dich,
      Angelika

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