„Nur“ da sein – ist das genug?

Bild von Ralf

Vielleicht schreib ich jetzt mal wieder öfter, keine Ahnung. Ich hatte vor ein paar Monaten damit aufgehört, weil ein paar Dinge bei mir passiert sind, die so viel in mir verändert haben, daß ich dafür all meine Energie brauchte. Und auch, weil ich das Gefühl hatte, einfach nichts mehr zu sagen zu haben. Zu sagen, was nicht schon mal gesagt worden ist. Oder auch, was andere interessieren oder ihnen helfen könnte. Wie sollte es das denn, wenn in mir selbst alles durcheinander war?

Jetzt erleb ich es grad, daß in meinem engsten Umfeld einige Lieben ganz schön „gebeutelt“ werden, schwierige Situationen zu bemeistern haben. Und ich selbst erleb mich dabei oft sehr hilflos. Ich möchte so gern, daß es allen Wesen gut geht. Mensch, Tier, Baum, Pflanze … ganz egal – alle sollen glücklich sein, so wünsch ich es mir. Wieviel mehr also bei den Menschen, die mir sehr nahe stehen.

Wenn mir eine Freundin erzählt, was grad los ist bei ihr, da kann ich mich so gut reinversetzen, wie es ihr wohl grad gehen mag. So viel hab ich selbst auch erlebt in meinem Leben, oft sogar ganz ähnliche Dinge. Ich möchte sie dann am liebsten nur noch dolle knuddeln, ihr sagen, wie gut ich sie verstehe, ihr Mut machen und alle Last von den Schultern nehmen und am besten noch viele schlaue Sachen sagen, so daß sie wieder unbeschwert lachen kann. Und grad da versagen mir oft die Worte …

Und ich bin heilfroh, wenn denn Menschen, die etwas mehr in ihrer Mitte sind, sich da einbringen und aufgrund ihrer Ruhe – oder weil sie sich vielleicht aus eigenem Erleben noch besser reinversetzen können – einfach die in dem Moment richtigen Dinge sagen oder tun. Hinterher frag ich mich, warum konnte ich das nicht? Warum lauf ich wieder mal umher wie ein kopfloses Huhn?

Ich hab noch keine wirkliche Antwort darauf. Das tut auch gut, das so zu schreiben! 🙂 Ich weiß nur, ich werd dann oft mit einer eigenen Ohnmacht und Hilflosigkeit konfrontiert. Und die lässt mich so erstarren – grad wenn es sich um Menschen handelt, die ich sehr lieb hab. Eine Freundin sagte zu mir: Was machst du dir Gedanken, du warst einfach da und hast zugehört und verstanden. Du warst einfach eine gute Freundin.

Ich hab denn aber einfach Angst, daß das nicht reicht. So wie ich auch Angst hatte, daß ich für den Blog nicht mehr reichen würde. Da hab ich auch einiges erkannt durch eine Bekannte, die ihren Blog einfach betreibt, indem sie schreibt, was ihr so in den Sinn kommt und was sie teilen möchte – ohne große Ansprüche an sich selbst, was wohl die Leute denken könnten. Na ja, und ich merk ja, wie gut mir ihr Blog gefällt.

Ach, es ist schon klasse, einfach so eintauchen zu können in das große ganze. Einfach „nur“ eine von allen sein und mit allen einfach so mitwachsen zu können. In meiner eigenen Art. Ohne Anspruch an irgendwelche „Erleuchtung“. Den hatte ich allerdings auch noch nie – lach – manchmal zweifel ich ja sogar daran, überhaupt schon ein Stück erwacht zu sein. Oder zumindest erleb ich mich oft als noch etwas „schlaftrunken“ umhertorkelnd 😉

Eigentlich weiß ich doch gar nichts – und das ist irgendwie schön – und das noch schönere ist: Den Menschen um mich herum geht es da ganz ähnlich! Jeder von uns hat seine eigenen Erfahrungen, und jeder weiß irgend etwas anderes – zusammen ergeben wir das große ganze. Und dafür bin ich grad sehr dankbar! 🙂

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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16 Responses to „Nur“ da sein – ist das genug?

  1. Liebe Kirstin!
    Wie schön, dass du wieder mehr “da sein” , also auch hier sein willst – hmm damit meine ich das Schreiben hier auf neue Erde!

    Deine Freundin spricht mir aus der Seele mit ihren Worten ” du warst einfach da und hast zugehört und verstanden. Du warst einfach eine gute Freundin.”
    Ich glaube, das es etwas sehr Wertvolles ist, also nicht nur dass es genügt, sondern dass es wirklich einen hohen Wert hat, einfach da zu sein und zuzuhören.oder auch da zu sein und das zu teilen z.B. an Erlebnissen, Gedanken, Gefühlen, was eben gerade da ist.

    Damit verschenken wir uns doch ein Stückcken selbst …

    Ich habe es oft erlebt, gerade wenn ich sehr verzweifelt war, dass das stille Da Sein eines Menschen mir mehr gegeben hat als viele noch so gut gemeinten Worte oder gar Rat-“Schläge”.
    Eine zarte Berührung am Arm, das Gefühl verstanden zu werden – und schon fühle ich mich mit allem nicht mehr ganz allein, und das tut soo gut.

    Dass wir ja hier auch ein Stück miteinander da sind – und manches teilen können – uns oft gesehen, wahrgenommen, verstanden und angenommen fühlen können – das ist auch ein großes Geschenk finde ich.
    Und damit möchte ich dir wieder einmal danken, dass du die neue Erde´s Leben gerufen hast.
    Ich freue mich, dass es dich gibt, und dass du einfach “da” bist und “du” bist, liebe Kirstin!

    Herzlich umarmt dich Marina 🙂 😀

  2. Kirstin says:

    danke liebe marina 🙂 🙂 da weiß ich jetzt wieder nicht viel zu sagen grad 😉 außer, wie schön das ist – freu:) ist schon witzig, wie sprachlos ich manchmal geworden bin.

    auf jeden fall umarm ich dich herzlich zurück 🙂

  3. Ruth Saphir says:

    Nun Kirstin, einfach da sein, was bedeutet das? Wann sind wir wirklich da und wann stehen wir nur herum und sind ganz woanders? Ganz da sein reicht immer, weil wir dann jedenMoment bewusst erleben und auch erfüllen, was er verlangt . Einfach nur da sein und eigentlich abwesend zu sein, das dürfte nicht reichen.. denn dann sind wir ja gar nicht da… und schreibe, so wie es dir in den Sinn kommt. Wenn es eine deiner Aufgaben ist zu schreiben, für dich und auch für andere, dann wirst du er immer gerne tun, wenn du dich zwingen musst, dann tus einfach nicht… wir sind frei, völlig frei und müssen uns auch nicht erklären. Ich finde es immer schön, wenn durch die Art, wie ein Blog gestaltet ist, die Person, die ihn betreibt in ihrer Einzigartikeit zum Ausdruck kommt.
    ich drücke dich
    Deine Ruth

  4. Kirstin says:

    einfach da sein, liebe ruth, das ist es. im moment sein. ich bemerke in letzter zeit immer mehr, daß ich an grenzen stoße, wenn ich irgendwas meine machen zu müssen. wenn es fließt, dann läuft es dagegen von allein. und ja, ich werd bestimmt nur schreiben, wenn ich es auch will. es tut einfach gut, das so zu sehen. es macht frei.

    drück dich auch 🙂

  5. Olaf says:

    Liebe Kirstin,
    schön das du wieder schreibst, das berührt mich sehr. Wie gut kenne ich diesen Konflikt, da erlebt man Schmerz und Leid, weil ein nahe stehender Mensch leidet. Am liebsten würde man jetzt “Sim-Sa-La-Bim” mit dem Zauberstock machen und alles ist wieder heile.
    Und was ist jetzt Realität, man kann jetzt “nur da sein”. Aber hier, liebe Kirstin, liegt für mich der verborgene Zauberstab, im einfachen “NUR DA SEIN”. In einem einfachen Präsentsein, Zuhören und wieder einfach nur DA SEIN. Auch ein sanftes Handhalten oder sanftes Streicheln kann beruhigend und sehr befreiend wirken. Ob das jetzt angemessen ist, kann jeder intuitiv erspüren.
    Aus meiner eigenen wie beruflichen Erfahrung kann ich das nur immer und immer wieder bestätigen. Wie oft war ich selbst von großer Dankbarkeit ergriffen, weil jemand einfach nur DA IST, FÜR MICH-JETZT-GERADE.
    Und wie oft schon dürfte ich diese heilende Kraft des einfachen nur: DASEINS erfahren. Einfach DA SEIN bedeutet für mich Nähe, eine ganz eigene Form der Intimität und des Austauschs, auf höchster Seelenebene. Liebe Kirstin, ich bin ganz berührt hier von deinem Post. Danke für diese und deine Liebe hier:D 😀 😀
    Knuddels vom Olaf

  6. Olaf says:

    Sorry…..hier fehlte noch ein Teil……Und wie oft schon dürfte ich diese heilende Kraft des einfachen nur: DASEINS erfahren. Als ich selbst Menschen genau mit dieser Präsens berühren dürfte. Ob sie das nun in klaren Worten kundtaten oder ob es nur ein veränderter Ausdruck in ihren Augen war, der mich tief berührte. Für mich bedeutet : Einfach nur Dasein – LIEBE. Danke dir, innigst

  7. Kirstin says:

    lieber olaf, mal sehen, wie es mit meinem schreiben weitergeht. hab schon gestern wieder gemerkt, daß ich wieder arthritis-schmerzen in den schultern bekam, nach einem text. aber ich versuch, energetisch was zu tun. wär ja schade, wenn mich die arthritis hindern würde.

    das sind auch schöne gedanken, die du hier schreibst. ich glaub, da gibt es noch punkte, wo ich hinschauen kann. daß ich immer denke, ich bin nicht genug, so wie ich bin, oder was ich bin. dabei fühl ich es im herzen schon. und andere leute sind für mich ja absolut “genug”, so wie sie sind. und ich fühle es eigentlich auch genau so, wie du es schreibst. lach – aber für mich gilt das ja nicht – bei mir gelten ja andere gesetze. 😉

    viele knuddels dir, mein lieber. schön, von dir zu lesen 🙂

  8. Ralph says:

    Hallo Kirstin,

    Du schreibst:
    „Nur“ da sein – ist das genug?

    Und ich antworte Dir:
    Einfach nur da sein – mehr geht gar nicht.

    Alles Liebe,
    Ralph

    PS: Dieses “Alles Liebe” ist übrigens kein Wunsch – es ist eine Feststellung. 😉

  9. “Einfach nur…”…. schon fast wie ein Mantra, das von selbst, ohne Krampf, Frieden fühlen lässt…

    Grüsslis!

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