Jetzt reicht’s …

Bild von Ralf

… ich hab die Faxen echt dicke! Und zwar von meinem eigenen Denken und Handeln.

Das war mein Fazit dieser Tage. Aber wie cool ist das, fühlt sich toll an. Ich glaub, das war es, was kommen musste oder sollte. Genau diese Worte innerlich und äußerlich auszusprechen und sie auch zu fühlen.

Vielleicht kennt Ihr solche Situationen auch –  oder vielleicht kenn nur ich sie … mit Menschen zu reden, die sehr selbstbewusst und überzeugend sind, so daß ich dabei vielfach das Gefühl hab, ich selbst krieg eigentlich nicht viel auf die Kette.

Oder auch mit Menschen zu tun zu haben, die mit einmal Anhänger einer dieser New Age Organisationen geworden sind, die meinen, sie sind innerhalb von ein paar Wochen vollständig erwacht, und sich von allem distanzieren. Wenn du mit denen gemeinsam rosa Wölkchen sülzt, ist alles gut. Aber wehe, du hast mal eine andere Meinung oder – noch schlimmer – konfrontierst sie mit der Welt oder sich selbst. Da wirste denn mit einmal nur noch mit einem überheblichen Einheitsbrei zugemüllt. So nach dem Motto: „Auch deine Seele kann gerettet werden. Du musst nur in dich gehen und es wollen.“ Den beherrschen die aber witzigerweise alle, teilweise sogar die selben Worte.

Da wird dann nicht gemeinsam offen geschaut, ob diese andere Meinung vielleicht auch Gültigkeit hat oder die Konfrontation mit sich selbst eventuell auch berechtigt sein könnte. Und wenn du dann doch nochmal und nochmal versuchst, mit dieser Person in Kontakt zu kommen, weil – es verband euch ja früher mal was – denn wird dieser vorerwähnte Einheitsbrei nur stupide wiederholt, so als ob er durch ständige Wiederholungen richtiger würde.

Es ist mir klar, daß dies alles als wertend betrachtet werden kann. Aber diese Leute werten ja selbst sehr schnell, wenn man nicht ihre Sprache spricht. Und ich war bislang meist sprachlos vor soviel Bodenlosigkeit und hab tatsächlich immer wieder an mir selbst gezweifelt. Hab nach außen nicht viel gesagt, weil ich dachte, als “guter Spiri” müßte ich da drüber stehen und es dürfe mir nichts ausmachen. Aber die Wahrheit ist, es hat mir so viel ausgemacht. Weil ich in diesem Spiel irgendwie nie eine Chance hatte.

So – also dieser Tage hatte ich gleich zwei dieser meiner Baustellen zu laufen, und das alles an einem Tag. Zum einen, daß ich mich schon wieder hab einschüchtern lassen. Und auf der anderen Baustelle, daß ich irgendwie so blöd war zu versuchen, doch noch mal mit dieser Person irgendwie auf einen Nenner zu kommen. Aber dort wurde nur erneut der Einheitsbrei wiedergekäut. Und das lief denn so beides parallel. Ganz schön anstrengend, kann ich nur sagen!

Aber am frühen Abend hatte ich echt die Nase voll. Hab gedacht, wer bin ich eigentlich? Mein ich wirklich, daß ich mich so leicht eingeschüchtert fühlen oder im anderen Fall immer wieder versuchen muß, gegen Betonwände anzurennen? Hab ich so eine geringe Meinung von mir selbst? – Scheinbar schon … Aber damit ist jetzt Schluß!

Auf jeden Fall wurde ich innerlich wütend, hab in der einen Situation auch mal meine Klappe aufgemacht – ohne die sonst oft bei mir übliche Angst, was das nach sich ziehen könnte. Lach – ich kanns schon verraten, was es bereits am Abend nach sich zog: Eine gemeinsame Klärung, danach Versöhnung und ein Lachen über alles und das Gefühl von Verbundenheit.

Ja, und im anderen Fall, da hab ich begriffen, diese Verbindung, die es zumindest früher mal irgendwie war, die muß ich einfach ziehen lassen. Der Beton, der diese Trennung herbeigeführt hat, ist dermaßen hart – und wird bei jedem neuen Versuch, ihn zu durchdringen, nur noch härter. Das tut weh, weil ich wirklich früher gedacht hab, es wäre Freundschaft. Und das war verbunden mit Hoffnung und Vertrauen. Und es tut weh, was ich mir selbst angetan hab, daß ich es immer wieder versucht hab. Aber die Entscheidung dagegen wurde ja getroffen, und das muß ich einfach akzeptieren.

Klar weiß ich, daß hier in all dem auch mein eigenes Ego spricht und einiges anzuschauen ist. Aber das soll einfach nicht Thema dieses Textes sein. Hier ging es mir nur darum, daß es mir reicht. Und daß ich mir selbst endlich mal wichtig genug bin, dies auch zum Ausdruck zu bringen.

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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12 Responses to Jetzt reicht’s …

  1. Liebe Kirstin
    Vielen Dank für Deine Aufrichtigkeit und für den Lacher, den Du bei mir ausgelöst hast:-)))
    Ich empfinde genauso und habe auch in Sachen Freundschaften dasselbe erlebt.
    Auf dem Weg zu Dir selbst wünsche ich Dir alles Liebe, viel Freude, Ausdauer und neue Freundschaften … weniger komplizierte, echtere und solche, die mehr Spass machen!

    Liebe Grüsse
    Manuela

  2. Kirstin says:

    hallo liebe manuela,

    ich mußte auch lächeln über deinen kommentar. vielen dank dafür und für deine wünsche. die geb ich zurück 🙂 weißt du, die eine, die betrachte ich schon als freundschaft, als sehr gute sogar, weil eben dort die bereitschaft zur offenheit und aufeinander zugehen und gegenseitig verstehen wollen da ist. und mißverständnisse oder dinge zu klären, die gibt es ja überall. das seh ich durchaus auch als sinn von kontakten jeder art. und die andere, das war eben lehrgeld, das ich zahlen mußte, wie lange es wohl dauert, bis es mir endlich mal reicht. so hatte dies immerhin auch einen sinn.

    liebe grüße von kirstin

  3. Liebe Kirstin,
    du schreibst unter anderem: “… daß ich irgendwie so blöd war zu versuchen, doch noch mal mit dieser Person irgendwie auf einen Nenner zu kommen.”
    Das hat nach meiner Ansicht nicht das geringste mit Blöd-Sein zu tun. Jeder Versuch, eine wohltuende Ebene mit einem anderen zu finden, ist ein wertvoller Versuch, finde ich, denn ihm liegt doch eine positive Absicht und eine Hiffnung zu grunde.

    Als mir vor einiger Zeit mal “ziemlich übel mitgespielt wurde”, war erst die Versuchung da, mich wegen meines Vorschuß-Vertrauens für blöd zu halten, aber dann kam eine andere Stimme in mir, die sagte, dass jede liebevolle Absicht, jede Hoffnung, jedes Erwarten-eines-konstruktiven ERgebnisses einen Wert in sich hat, unabhängig vom Ergebnis.

    Und das will ich jetzt hier in diesem Zusammenhang gern an dich weiter geben:
    Auch wenn wir wir tausenddreihundertfünfundneunzig mal wieder und wieder versuchen, eine konstruktive friedvolle Ebene zu finden mir einem anderen Menschen, und es immer wieder nicht klappt, so ist doch der Versuch in sich wertvoll, weil er von uns etwas widerspiegelt und ins große Ganze schickt. Wir sind niemals blöd, wenn wir hoffnungsvoll etwas versuchen, egal wie es weiter geht!!!
    Ganz herzlich grüßt dich
    Marina

    • Kirstin says:

      hallo liebe “große schwester” 😉 , du glaubst gar nicht, wie mich das freut, was du hier geschrieben hast. ich danke dir. 🙂 klar werd ich es auch weiterhin so tun, sicher nicht mit dieser person, aber in zukünftigen fällen. ich glaub, der lerneffekt aus diesem ganzen kontakt hier war tatsächlich, daß ich einmal so in wut kommen sollte, daß ich endlich gut zu mir selbst bin. hat die andere person mir ja alles vorgemacht, indem sie nur sich selbst gesehen und alles andere beiseite geschoben hat. und für diesen lerneffekt bin ich tatsächlich dankbar, so seltsam das klingen mag.

      viele liebe grüße von kirstin

      • Ralph says:

        “und für diesen lerneffekt bin ich tatsächlich dankbar”
        Ich bin in solchen Fällen dann auch der Person selbst dankbar – habe ich sie doch auf höherer Ebene darum gebeten, genau so zu reagieren, so dass ich genau diese Erfahrung habe machen können (vgl. Jills Geschichte). Wenn ich dieser Person vollständig vergeben habe (d.h. erkannt habe, dass es gar nichts zu vergeben gibt) – und wenn ich aufgehört habe, etwas von dieser Person zu wollen (auch in dem Sinn, dass sie irgendetwas anders tun sollte, als sie es tut), und wenn ich diese Person so liebe und annehme, wie sie ist, dann ändert sich plötzlich wie von selbst unser Verhältnis.

  4. Angelika says:

    Liebe Kirstin,

    ich glaube diesen Satz “Jetzt reichts aber ..”, den drücken wir zur Zeit wohl alle aus … es ist irgendwie ein Stoppschild für uns selber, indem unsere Seele uns laut und deutlich zu verstehen gibt, dass hier eine Weggabelung ist und wir gefälligst den richtigen Weg einschlagen sollen, den Weg, den sie gehen möchte.
    Auch wenn man oft mit Menschen die uns nahe stehen nicht “zusammenkommen”, so ist es einfach nur eine Zeit in der jeder sich entwickelt und reift … wenn dann beide so weit sind, dann geht es mit einem Male ganz leicht.

    Ganz lieben Drücker für dich 🙂

    • Kirstin says:

      hallo liebe angie, drücker zurück 😉 ja, das glaub ich ja auch, daß wir alle irgendwann zusammen kommen, da wir ja alle zusammen hängen. nur ist das schöne in diesem fall, daß ich darüber nicht mehr nachdenke. ich kann es gar nicht fassen, noch nie war eine sache bei mir so zu ende, wie diesmal. das ist auch was, was ich gelernt hab. mein ganzes leben hab ich in solchen fällen immer irgendwie hinterher getrauert. das ist diesmal anders. lach – schon wieder etwas, wofür ich dankbar bin 🙂

      viele liebe grüße von kirstin

  5. Jutta says:

    Ach ist das schön, wieder Berichte von dir zu lesen.
    Liebe Kirstin,
    ich knuddel dich jetzt mal für den “es reicht” Artikel, der genau im richtigen Augenblick da war. Da hast du dir was von der Seele geschrieben und ich las es genau in dem Moment als ich es brauchte, nämlich nach einer Ent-Täuschung, die sehr weh getan hat. Als ich dann deine ersten Zeilen las musste ich lachen. Da war er wieder der Schutzengel, wie schon so oft in meinem Leben wenn mir jemand sehr weh getan hat.
    Und ja, vor ein paar Tagen dachte ich, dass es schön wäre mal wieder einen Bericht von dir zu lesen und schon waren sie da. Bist du das Universum oder der Wunscherfüller (kicher). Sind wir wohl alle mal hin und wieder.
    Liebe Grüße an dich und alle hier von Jutta (der Unerleuchteten, ich warte noch bis die Sie-leuchtung kommt)

    • Kirstin says:

      hallo liebe jutta, und wie schön, wieder von dir zu lesen 🙂 freu. du, vielleicht liegt das ja daran, daß die verbindung zwischen uns immer ganz gut geklappt hat. vielleicht hab ich das ja gefühlt, ohne daß ich es sagen könnte. freut mich, wenn ich dir auch was geben konnte mit meinem text. war nicht ganz so leicht, das zu schreiben. hatte ganz schön zu tun, ob ich das überhaupt “darf” – man ändert sich ja nicht ganz so schnell von heut auf morgen. aber jetzt bin ich heilfroh, daß ich es gemacht hab.

      und weißt du, ich bin lieber unerleuchtet, aber dafür bin ich ich und schweb nicht über dem teppich. und so sind mir andere menschen auch am liebsten.

      viele liebe grüße von kirstin

  6. Olaf says:

    Hallo liebe Kirstin,
    ich kann den ganzen Unmut den du bei manchen High-End-Erwachter verspürst gut nachvollziehen. Ich finde es großartig und vor allem sehr mutig, das du hier so offen darüber mit uns sprichst. Mir gehts da ganz oft nicht viel anders als dir und ich bin sehr offen und tolerant in vielen Dingen.
    Doch mit so einem verklärten “Auch deine Seele kann gerettet werden…….” kommt mir auch schon mal die Suppe hoch, kann ich gut verstehen.
    Was ich toll finde ist das du immer wieder auf sie zu gehst und somit auch Offenheit signalisierst. Schwierig wird die ganze Geschichte meist erst, wenn sich so ein High-End-Erwachter im nahen Umfeld, sprich im direkten Freundeskreis befindet. In so einem Fall beleuchtet man wohl eher was einen verbindet, statt zu sehr auf die Dissonanzen schauen.
    Aber auch das ist so einfach gesagt, eine echte Herausforderung eben. Weißt du, es ist schon ein Luxus jemand zu kennen, bei dem man sein kann der man gerade ist. Der trotz spiritueller Ausrichtung immer noch Mensch ist und selbiges voller Mitgefühl in dir sehen kann. Denn letztlich sind und bleiben wir Menschen, ganz gleich welcher “aufgestiegenen Klasse” wir auch angehören 😉 Denn in der Einheit gibts keinen Aufstieg nur Sein und nochmals Sein.
    Alles Liebe dir,
    Olaf 😀 😀 😀

    • Kirstin says:

      hallo lieber großer bruder, schön, von dir zu hören. ja, es war ja im freundeskreis, so dacte ich zumindest. und genau das wollt ich beleuchten, was uns denn noch verbindet. aber auch da wurde abgeblockt, das war das, was ich mit betonwänden meinte. sobald ich mal etwas zu sehr nachgefragt hab, gab es rückzug. und wenn ich kundtat, daß ich damit nicht weiterkomme, wurde ich auch wieder vor der tür stehen gelassen und mir offenbart, daß ich ein problem hätte, sie mir nicht helfen kann. und dann kam eben immer dieser einheitsbrei. kannst dir vorstellen, daß ich immer weniger die welt verstanden hab. aber ich habs eben immer wieder versucht, bis mir jetzt der kragen geplatzt ist.

      viele liebe grüße von kirstin

  7. Verena says:

    Kirstin, ich mag DICH EINFACH TOTAL GERNE!!!!!!!!!!!

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