Wird die Raupe zum Schmetterling?

Für eine sehr liebe Herzensschwester:

Du weißt, wie sich Einsamkeit anfühlt, wenn niemand sich um dich kümmert, niemand wirklich da ist und dir stärkend zur Seite steht.

Du weißt es aus deinen Kindertagen, wie deine Mutter, egozentrisch, paranoid und gezeichnet aus der Kriegszeit, ihre innere Dunkelheit dich täglich spüren lies. Du kennst es, ein düsteres, enges Zuhause, verhüllte Fenster, Ravioli aus der Dose lieblos vor dich hingestellt, keine liebende Mutterarme die dich umarmen, keine fürsorgliche Stimme die dich tröstet. Du weißt um die fehlende Kraft und Unterstützung des Vaters, der zu weich war und nicht sah was dir geschah.

Du fühlst dich ganz tief Innen noch immer so, alleine, nicht angenommen, nicht geliebt, nicht geachtet.

KatharinaWieland.pixelio.de

Du sehntest dich nach Ruhe und Harmonie, fandest sie nur in den Aufenthalten bei deinen Großeltern, in dem schönen, hellen, großen Haus. Oma, die Aktive, dir leckere Mahlzeiten zubereitend und dich mitnehmend in die leichte, schöne Welt der Reichen und Mächtigen.

Du erinnerst dich an deinen Opa, immer helfend in seiner Macht, der dir die Liebe zur Natur und den Tieren beibrachte. Der sich in den stillsten Ort im Garten zurückzog, um etwas Ruhe zu finden.

Du erkanntest später, dass beide das Leben lebten, das von ihnen erwartet wurde. Doch sie waren dein Lichtblick in der Dunkelheit, der Ort an dem du geliebt wurdest und Wärme erhieltest.

Liebes, glaubst du immer noch, ein Leben leben zu müssen, das andere von dir erwarten? Tief in dir, ist dort noch immer der Druck, den anderen gerecht zu werden, um gesehen und geliebt zu werden?

Du kennst die Zurückweisung, die Ablehnung deines Wesens, voller Sehnsucht nach der Liebe deiner Mutter und du kennst die Machtlosigkeit, das Gefühl der Hilflosigkeit, die innere Traurigkeit, die Wertlosigkeit und versuchtest dem schon in jungen Jahren zu entfliehen. Dein Suizid misslang und du wachtest wieder auf in dieser Welt.

RudolphoDuba.pixelio.de

Deine Sehnsucht nach Ruhe und Frieden, die du im Außen suchst, du weißt tief in dir, dass sie nur aus dir kommen kann und nur durch dein inneres Sein erlebbar wird.

Du lebst noch immer diese scheinbare Machtlosigkeit, alles ertragend, glaubst noch immer, dass du da hindurch gehen musst.

Was, wenn du diesen Glauben einfach fallen lässt, wie fühlt sich das für dich an?

Du kennst die Liebe und die Dankbarkeit, mit der du deine Oma bis zu ihrem Tode gepflegt hast, dafür die Schule abbrechend, du fühltest dass du ihr das schuldig bist und hast es gerne getan. Jedoch, es war schon schwer, als Oma am Sterbebett sich mit den Worten verabschiedetete:“Kind, nimm das Silber mit!“ Doch auch dafür hattest du Verständnis, waren es doch Schmuck und Tafelsilber die für das Überleben im Krieg sorgten. Du kennst die Leere die sie in dir hinterließ, ein Licht das in deiner Welt erloschen war.

Dann die neue Erfahrung, als dich die ganze Familie mit leeren Händen auf der Straße lies und du alleine irgendwie überleben musstest. Du kennst diese Erfahrung des Nichts, die Angst davor.

Liebes, fühlst du dich immer noch schuldig für das bischen Liebe das dir geschenkt wurde, glaubst du immer noch dich dafür bedanken zu müssen, indem du dich selber klein machst und anderen ständig zu Diensten bist?

Ist in dir noch immer zu wenig Vertrauen in dein wahres Sein, in deine eigene Göttlichkeit?

Glaubst du noch immer, dass das Leben dir zu wenig gibt, wenn du nicht täglich aktiv bist und deinen Pflichten nachkommst?

Du kennst auch die geistige Welt, die dich seit Kindertagen begleitet, dir die Fähigkeit zum Heilen schenkte,die Fähigkeit mehr zu sehen als andere, immer warst du für alle da, jederzeit bereit zu helfen, hast alles gegeben und dennoch, jetzt wo du Mobbing am Arbeitsplatz erfährst, wo wieder einmal jemand seinen Frust an dir ablässt, haben die Kollegen Angst für dich einzustehen, Angst die Arbeit zu verlieren wenn sie hinter dir stehen.

Dein Herz, tausendmal verletzt, tausendmal geschmerzt, tausendmal geweint …

Müde, ausgelaugt und krank bist du, sehnst dich nach Ruhe und Frieden, bist durch alle Tiefen und Höhen gegangen, hast gelacht, geweint, gefeiert und getrauert, das Leben hat dir alles und nichts geschenkt.

Liebes, tief in dir ist noch aller Schmerz begraben, im Unbewussten noch alle alten Muster gespeichert, die Identifikation mit dem Kind von damals, mit der Jugendlichen und der Frau dieser Zeit. Unbewusst lebst du noch immer ihr Leben, erfährst immer noch die selbe Geschichte.

G.Neumeier/J.Christ.pixelio.de

Schau doch hin du Engel, wende dich doch einmal dir zu, löse dich von dieser Identifikation und du wirst die Geschichte der Illusion erkennen. Ich weiß wie schwer das ist, doch du kannst das, du weißt es genau, es braucht nur deinen Willen es endlich zu tun, um endlich frei zu sein, frei zu werden und es ein für alle Mal hinter dir zu lassen.

Du weißt, dass du nur die Geschichte erlebst und lebst, die du einmal warst.

Du weißt tief in dir, dass du das nicht wirklich bist, du weißt, dass es nur Erfahrungen waren.

Du weißt doch, dass du sie lächelnd und dankbar ablegen kannst und in deinem strahlenden Sein auferstehen kannst.

Du weißt, dass dein Verstand dich immer noch in der alten Materie festhält, dich überlistet und verrückt macht.

Du weißt doch, dass du neue Gedanken denken kannst, dein Leben damit neu erschaffen darfst.

Die Zeit ist da, das neue Muster schon gewebt, die Energie steht bereit um benutzt zu werden.

Das alles weißt du und darum bitte ich dich, darum bitten dich deine Freunde im Herzen, denn deine Geschichte ist auch unsere Geschichte ….  bitte, geh wirklich in dein Herz hinein und finde heraus, was dort auf dich wartet, wer du wirklich bist. Frag nicht den Verstand, nicht die Situation im Außen, nicht die geistige Welt, bitte, frag dich, frag dein Herz, deinen Inneren Kern …. denn nur dort findest du die Antwort die du die ganze Zeit suchst. Alles ist in dir Liebes … du weißt es doch.

Wir lieben dich so sehr, sehen dein Licht, wir bitten dich, sei du jetzt endlich nur für dich da. Wir sind bei dir, körperlich fern aber geistig und im Herzen ganz nah …….. doch diesen Schritt zu dir selbst, den kannst du nur alleine gehen.

Wir halten deine Hände in unendlicher Liebe, wir sind eine Familie,

Namaste´du wunderschönes Licht

Advertisements
This entry was posted in Allgemeine Texte. Bookmark the permalink.

5 Responses to Wird die Raupe zum Schmetterling?

  1. Kirstin says:

    Irgendwie die Geschichte von uns allen. Ganz vielen Dank, liebe Angie, so schön, wie Du, hätte ich es nie formulieren können. 🙂 Ich schließe mich von Herzen an und sende all meine Liebe <3<3<3

    Herzensgrüße von Kirstin

  2. Ralf says:

    Liebe Angie, Du hast Recht, wenn Du schreibst: “deine Geschichte ist auch unsere Geschichte” Beim lesen glaubte ich fast Du schreibst über mich. In so vielem habe ich mich wiedererkannt.

    Und an auch meine Herzensschwester, es ist viel leichter andere zu erkennen, denn bei denen stehen Dir meist keine Verletzungen im Weg. Wenn Du Dich anschaust kommen zu erst die Narben zu Tage die andere Menschen geschlagen haben weil sie einfach ein Urteil über Dich gefällt haben. Und als Kind haben wir gelernt die Großen haben Recht. Wie soll man sich da noch objektiv betrachten? Ich sehe in Dir einen Menschen der sehr wertvoll ist, egal was Du Kannst, leistest oder andere sagen. Glaub an Dich.
    Liebe Grüße von Ralf

  3. Ruth Saphir says:

    Als ich diesen berührenden und bewegenden Text las, hatte ich ein Bild vor Augen… Ich sah uns gemeinsam sitzen, tanzen auch und eben körperlich beisammen sein. Ich glaube, dass dies ein ganz bewegender Moment wäre, für uns alle.. denn selbst, wenn jeder seinen eigenen Weg gehen muss.. für sich alleine, so bedeutet das nicht zwangsweise, dass man dabei auch immerzu örtlich getrennt sein muss. Dieses einander atmen und in die Augen schauen, allein das würde sicher schon sehr viel Erlösung bringen und auch eine Menge transformieren. Es ist die unmittelbare Berührung und ich erlebe gerade jetzt die tiefe Bedeutung, wenn wirklich jemand da ist und, wenn ich die lange Liste an Leid und Verwundungen lese, dann bin ich ganz sicher, dass nicht alles wirklich tiefgründig ausgeräumt werden muss. Es ist das Alleinsein einerseits und wenn dann auch mal wieder jemand das Gefühl vermittelt dazusein, um den Rücken zu stärken,und auch mal “das Schwert” schwingt.. koste es was es wolle… Aber dass wir unsere Seelen verkaufen, dass ist mehr als Folter….
    Ich möchte dich halten liebe Schwester und ich werde für dich bitten um einen Weg .. Er wird sich zeigen…und vielleicht sind wir es selbst, die ihn begehbar machen. Wir alle werden jetzt in die Enge getrieben, um für uns einen Ausweg zu finden… vielleicht ist es ein gemeisamer….
    Ich möchte dich halten
    Deine Ruth

  4. Doris says:

    Ja, liebe Angelika, es ist unser aller Geschichte, in irgendeiner Form… Jeder von uns hat seine Wunden und seine unüberwindlich erscheinenden Muster, in denen er feststeckt.

    Neulich, in einem Moment tiefer Frustration, kam mir dazu das Bild einer Schallplatte mit einem tiefen Kratzer, an dem sich die Musik immer wieder “aufhängt”. Obwohl die ursprüngliche Beschädigung in der Vergangenheit liegt, so wird sie doch bei jedem Anhören der Platte wie in einer Endlosschleife wiederholt. Ich sehe zwei Möglichkeiten, mit dem Kratzer auf der Platte umzugehen – und ich denke, wir brauchen beide:

    Das eine ist, sich die beschädigte Stelle anzusehen, sich tiefer in sie hineinzufühlen, sich mit ihr vertraut zu machen, damit sie nicht länger etwas Fremdes bleibt, das wie eine Naturkatastrophe von außen über einen hereinbricht, sondern zu etwas Eigenem wird. Denn nur das, was man als etwas Eigenes angenommen hat, wird der Heilung zugänglich.

    Die Heilung geschieht aber nicht automatisch. Sich ausschließlich mit der Schramme auf der Platte zu beschäftigen, kann leicht zu einem endlosen Kreisen um die eigenen Verletzungen werden, die dann innerlich immer größer und unüberwindlicher werden. Ich erlebe für immer wieder, wie lähmend das Starren auf die beschädigte Stelle sein kann, wenn man nicht zugleich über sie hinausfühlt. Deshalb gehört für mich unbedingt als zweites dazu, dass wir uns bewusst machen, dass die Schramme nicht das Ende der Schallplatte ist. Auch wenn die Musik dort heute noch abbricht, so existiert auch dahinter eine ganz wunderschöne Musik, die es wert ist, gehört zu werden! Es ist unsere ganz eigene Lebensmusik, die dem Klang der Welt hinzugefügt werden will.

    Erlauben wir uns also, die Sehnsucht nach der Musik hinter der Schramme zu spüren! Lassen wir diese Sehnsucht zu unserem Antrieb werden, der die Angst überwindet. Die Raupe muss sterben, wenn sie zum Schmetterling werden will. Wenn sie nur ihren Tod sieht, wird sie sich verzweifelt an ihrem Raupendasein festklammern. Spürt sie hingegen die Sehnsucht nach der Leichtigkeit des Schmetterlings, kann sie die Angst vor dem Tod überwinden und das Fliegen lernen.

    Diese Sehnsucht wünsche ich dir, deiner Herzensschwester und uns allen immer mehr!!!

    Im Übergang von Raupe zu Schmetterling grüßt
    Doris

    • Angelika says:

      Ihr Lieben,

      es ist berührend, wie sehr wir an allem lernen füreinander einzustehen, auch wenn viele Km dazwischen liegen … manchmal kann man nicht viel tun, aber füreinander da zu sein und die Gemeinschaft zu spüren, gibt so viel mehr … 😀

      Danke liebe Doris, dein Vergleich mit der Schallplatte gefällt mir sehr und über den Kratzer hinaussehen, das ist wohl etwas vom Wichtigsten … auch den Kokon, aus dem müssen wir uns aus eigener Kraft befreien um als Schmetterling die Freiheit zu erleben 😀

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s