Der ganz alltägliche, kollektive Wahnsinn

Ich musste heute verstärkt an Eckhart Tolle denken, was er immer so sagt über die (ich zitiere: „kollektive Geisteskrankheit“). Drei Tage durchrütteln „Per Planierraupe ins Erwachen“, das hat offenbar ein bisschen was bei mir an die richtige Stelle gerüttelt.

Nachdem heute fast schon himmlische Ruhe hier eingekehrt ist, kam ich tatsächlich wieder zum nachdenken. Es war schon eine klasse Erfahrung, daß ich selbst unter dem Rütteln und Lärmen einer Planiermaschine ganz bei mir bleiben kann. Ja, ich hab vielleicht zum ersten Mal überhaupt mich selbst so bewusst wahrgenommen. Das ging sogar soweit, daß ich nach dieser Erfahrung meinen Nachbarn vielleicht zum ersten Mal sowas wie gemocht hab. Lieben tu ich ihn sicher immer noch nicht, aber ich hatte heut den ganzen Tag zumindest auch nix gegen ihn. Jetzt heißt es nur, dabei zu bleiben und nicht wieder zurück zu fallen.

Und das hat mich zu diesem Text gebracht. Mir ist so stark bewusst geworden, wie sehr das, was ich bisher als Leben gekannt und auch so bezeichnet hab,  doch eigentlich hauptsächlich darauf beruht, was ich mir so konstruiere. Und wenn ich weiter überlege, wieviel schönes ist da normalerweise dabei? Also bei mir nicht viel – sicher – hin und wieder hab ich auch mal glückliche Momente erlebt oder auch mal ein paar Wochen hintereinander Glück. Aber was ist denn? Da hab ich doch schnell wieder den Gedanken: „Na ja, wer weiß, wie lange das so bleibt …“ Also, ich bereite mich doch schon wieder auf die schlechten Zeiten vor. Klar, und die kommen denn ja auch postwendend. Eckhart Tolle nennt es „Geisteskrankheit“, die wir alle haben. Sicher – das ist für mich alles nicht neu, vom Kopf her hab ich das schon lange gewusst und akzeptiert – aber so richtig erfahren und erkennen konnt ich es irgendwie erst heute.

Es gibt ja so eine Aussage in der spirituellen Literatur, daß wir morgens, wenn wir aufwachen, eigentlich in Wirklichkeit einschlafen und träumen. Und wenn wir abends einschlafen, denn sind wir eigentlich endlich wirklich wach. Auch das hab ich immer schon geglaubt, aber nie erfahren bis heute. Jetzt hab ich mich selbst richtig wahrgenommen, was sofort morgens mit mir passiert. Ich kann es vielleicht so beschreiben, als würde sich aus meiner Aura eine Art Rüssel bilden, der rausschnellt und sofort alles wahrnimmt, was um mich herum geschieht. Wenn es aber bloß das reine Wahrnehmen wäre, wärs ja noch ok, aber ab dem Moment vergess ich mich selbst völlig und lebe nur noch in dem, was ich wahrnehme. Hab teilweise erst wieder Bezug zu mir selbst gehabt am Abend, wenn ich einschlafe. So war das zumindest in meinen unbewußtesten Zeiten. Hatte sich schon geändert, aber trotzdem bin ich immer noch viel zu unbewusst.

Jetzt kann ich das mal üben. Jetzt hab ich einmal erfahren, wie das ist, wenn ich mir meiner selbst so voll bewusst bin. Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlen kann. Jetzt kann ich versuchen, das ständig zu halten. Das ist richtig klasse. Lach – und heute war sogar noch was lustiges. Wir haben ja nicht nur den einen Nachbarn, der so viel Krach macht – nö – da gibt’s schon noch mehrere. Z.B. der von gegenüber, der so regelmäßig ein- bis zweimal wöchentlich sein Auto aussaugt. Mit einem kompressor betriebenen Riesen-Staubsauger. Und denn das ganze immer so 10 bis 15 Min. Normal auch ein Horror für uns. Aber heute – lach – nach 3 Tagen Planierraupe – da war das richtig angenehm! 😉 Was bin ich froh – Kummer hab ich für ca. 3 Leben hinter mir und jetzt dies – was sollte mich noch erschüttern? 😉 Es kann nur aufwärts gehen!

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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7 Responses to Der ganz alltägliche, kollektive Wahnsinn

  1. calichino says:

    Liebe Kirstin,

    ich freue mich nicht nur über deine schönen Erfahrungen, sondern vor allem sehr darüber, dass du zur Zeit so regelmäßig schreibst. Mein Mitteilungsdrang ist momentan sehr schwach, weshalb ich lieber zuhöre und dir ganz besonders gern.

    Das Thema “Nächstenliebe” hat mich auch schon oft beschäftigt, weil mir einfach nicht in den Kopf wollte, wie ich Menschen, derem Wesen ich nichts abgewinnen kann, lieben soll. Mittlerweile ist mir aber klar, dass der Kopf immer die falsche Anlaufstelle ist, wenn es um die Liebe geht. Es geht nicht darum das Handeln des anderen zu lieben oder seine schlechten Eigenschaften, sondern beides im Angesicht des Guten in jedem Menschen, akzeptieren zu können und Verständnis dafür zu haben.

    Und tatsächlich ist es so, dass in jedem Menschen auf dieser Welt ein Lichtlein brennt, um dessen Willen er geliebt werden sollte. Wenn du dir also klar machst, dass selbstverständlich auch deine Nachbarn diesen “göttlichen” Kern besitzen und das alles ist, was du über sie mit Gewissheit weißt, dann wird ihr “falsches” Handeln nebensächlich.

    Die Geräuschbelästigung zu lieben ist meiner Ansicht nach also gar nicht nötig. Es ist ein Nebenprodukt und kommt erst am Ende des Prozesses.

    Darüber hinaus ist es wichtig zu reflektieren, dass andere Menschen ihr Vorgehen selbst natürlich nicht für falsch halten, sondern sich genau wie du im Recht fühlen. Vorsätzliche Böswilligkeit kann niemandem unterstellt werrden, denn jeder handelt nach seinem Ermessen auf die bestmögliche Weise.

    Ich weiß, du weißt das alles. Aber mir hat diese Aufdröselung des Themas sehr geholfen und deshalb wollte ich es nochmal festgehalten haben.

    Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende ohne den Vorsatz, das es wunderschön zu werden hat. 😉

    Deine Cali

    • Angelika says:

      Hallo liebe Kirstin,
      ich musste über deine Nachbarstexte wirklich grinsen, zeigen sie doch so schön das Gesetz der Anziehung ;), was man ablehnt, wogegen man ankämpft, das verstärkt man energetisch nur und so taucht es in einer äusseren Form immer wieder auf. Und wenn es der laute Nachbar ist ..
      zeigt er doch letztendlich auch nur sein eigenes Innenleben mit seinen ständigen Krach …. so trifft sich energetisches mentales Säbelrasseln.
      Das Gute daran ist, dass du dabei über dich selber hinauswachsen kannst und einen anderen Weg als bisher einschlägst 😀
      Lautlose liebe Umarmung für dich 😉

    • Kirstin says:

      ach liebe cali, es ist wirklich herzerfrischend, dich zu lesen. 🙂 danke für deine worte. klar weiß ich das alles, aber es bekommt nochmal mehr gewicht, wenn jemand anderes es auf den punkt bringt, find ich. da kann ich es mir selbst denn nochmal ansehen. weißt du, was ich denke? wenn ich mir das alles so zu eigen machen kann, denn wird der nachbar auch automatisch leiser 😉
      ja, und was das wochenende anbetrifft, eigentlich ist bei mir jeder tag irgendwie schön, hab ich festgestellt. lach – vorausgesetzt, ich schaffe es, bei mir zu bleiben. meine inneren welten sind so bunt und schön und abwechslungsreich, ich weiß gar nicht, wie ich das in worte fassen soll. es ist, als sitz ich seit einiger zeit ganz gemütlich in meinem wunderschönen inneren wohnzimmer. und bin da so zufrieden und ausgefüllt. von außen kann was kommen, muß aber nicht. aber es ist so, manchmal hab ich echt zu tun, einfach nur ganz ruhig und still da zu sitzen, weil ich irgendwie das gefühl hab, der fluß des lebens reißt einfach nicht ab. und alles ist interessant, aus dieser ruhe heraus zu beobachten.

      liebe grüße von kirstin

  2. Kirstin says:

    hallo liebe angie,

    ja, so seh ich das auch. was hab ich nicht alles schon gelernt durch ihn in den letzten zwei jahren. vor allem, wenn ich nicht alles persönlich nehm, denn geht es sowieso viel leichter. und es stimmt, was du über das innenleben sagst. wer im außen nie zur ruhe kommt, ist vermutlich auch innerlich nicht in seiner mitte. na ja, und scheint wirklich so, als hätte mich diese planierraupe selbst zurecht gerüttelt, denn es hält heute immer noch an.

    lach – ich drück dich auch ganz lautlos, aber lieb 😉

  3. Ralph says:

    Hallo Kirstin,
    hatte diesen Blog-Eintrag irgendwie bisher übersehen … Du verlinkst Tolle – dass ich das noch erleben darf … *grins*. Da bleibt ja gar nichts mehr zu tun für mich. 🙂
    Alles Liebe,
    Ralph

  4. Ralph says:

    Hi Kirstin,

    wie ging es Dir, als Du nun auch wieder meinen Kommentar auf Calis Kommentar gelöscht hast?

    Immer noch innere Trennung, die Du nach außen spiegelst? Immer noch nicht angenommene Anteile im Innen, die dann auch im Außen unterdrückt werden?

    Mir ist das gleich – von mir aus kannst Du auch diesen Kommentar wieder löschen:

    … ist so viel einfacher, als mal nicht zu reagieren – nichts im außen zu tun und einfach mal zu schauen, was im Innen passiert … genau da hinzuspüren, wo es weh tut, wo alles schreit: “Löschen, löschen!”

    … ich bin für Dich da – ebenso wie für Cali … bis Du siehst / erkennst / fühlst / wahrnimmst – wer ich wirklich bin – dass Du und ich nicht wirklich getrennt sind – dass wir eins sind.

    Wie formulierte es Gangaji: “Sage die Wahrheit und sei still. – Du hast nichts und bist alles.”

    Alles Liebe,
    Ralph

  5. Kirstin says:

    hi ralph, ich brauche keinen therapeuten. und meine leser auch nicht. bevor du meinst, das hier immer machen zu müssen, frag dich selber, warum du das dauernd machst. ich setze hier jetzt definitiv eine grenze und informiere dich, daß du auf diesem blog nicht mehr willkommen bist.

    kirstin

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