Das Leben mein Freund?

Na, hätt ich ja auch nicht gedacht, daß ich mal sowas schreiben würd! Aber es scheint tatsächlich soweit zu kommen, daß ich mal das Leben irgendwie mag …

Verursacher dafür waren die Energien der letzten Zeit, neue Fenster in unserem Haus, Anspannung und Trauer und eine meiner lieben Freundinnen. Ich weiß, es wird immer rätselhafter, aber so war es einfach. Ich versuch jetzt, es zu erklären.

Also, durch die Energien und den beginnenden Herbst ging es mir einerseits total gut. Erleichterung, Freude und jede Menge Power waren da. Power, um die Tage zu genießen. Und ich freute mich wie jedes Jahr riesig über den Beginn der ruhigen, gemütlichen, besinnlichen Jahreszeit. Wo ich mich immer wieder so beschützt und frei fühle. Ja, aber das sollte nicht lange dauern, denn jetzt gab es ein Super-Sonderangebot für neue Fenster. Und da unsere alten schon längst ausgewechselt werden sollten, war eben jetzt diese Woche der Moment für neue da.

Ich wußte also, jetzt wird es heiß. Das Haus mit seinen 4 Wänden ist für mich ein wichtiger Schutz, dessen ich mir sehr bewusst bin. Jetzt wurden diese Wände mit einmal überall ein Stück eingehämmert – es wurde sozusagen überall an meinen Mauern gelärmt und gerüttelt, die mir am nächsten sind. Da ging ich wirklich einige Tage auf dem Zahnfleisch.

Ich wußte jedoch auch, was das eigentlich bedeutet. Natürlich hatte ich viel gearbeitet an mir die Jahre. Aber doch immer noch im „Schutz“ der allerletzten Mauern direkt um mich herum – Ich mein das jetzt im übertragenen Sinn, hoffe, das wird verständlich hier. – So, und diese letzten Mauern, denen sollte es nun wohl an den Kragen gehen. Und das fiel mir wahrlich nicht leicht. Den ganzen Tag Anspannung und Ängste kamen hoch. Abends war es denn oft so, daß ich nur noch heulen konnte, als die Anspannung nach getaner Arbeit abfiel. Aber ich glaub, das waren irgendwie auch Heilungstränen. Aber trotzdem fühlte ich mich völlig fertig.

Jedenfalls sprach ich denn mit oben erwähnter Freundin über alles. Wir kamen auch schnell zum Punkt. Und irgendwann jammerte ich ihr denn zum hundertsten Mal vor, wie ich mir einen besten Freund wünsche, der all dies mit mir zusammen gehen würde. Einen, der immer da ist und den ich immer zuquatschen kann. Allerdings war auch klar, daß es das, wie ich es mir vorstellte, natürlich nicht so einfach auf der Welt geben kann. Und ich meinte auch nicht wirklich einen bestimmten Menschen, sondern eher eine Art Begleiter, durchaus auch geistig. Alles etwas schwierig in Worte zu fassen. Und irgendwie kamen wir denn – nein, ich selbst hatte sogar den zündenden Funken – auf den Gedanken, ob das Leben nicht mein Freund sein könnte.

Das ist für mich schon ziemlich revolutionär. Denn bislang hab ich das Leben eher als etwas angesehen, daß schwer und gefährlich ist und weh tut und vor dem man sich in acht nehmen muß. Ich wollte eigentlich nie so recht was damit zu tun haben.

Lach – ich hab sie erstmal gefragt, ob das überhaupt geht. Zu abstrus erschien es mir. Sie meinte lachend, daß das sicher nicht der schlechteste Gedanke wäre, das Leben als Freund zu betrachten. Ich könne es ja einfach mal probieren. Der Gedanke gefiel mir auch immer besser.

Und ich hab es gleich am nächsten Tag umgesetzt. Hab mich einfach mal aus der Situation mit den Fenstern zuhause entfernt. Immer mit dem Gedanken im Kopf, daß ich ja jetzt einen besten Freund an meiner Seite hab. Da ich es alles noch nicht so fassen konnte, hab ich es mir tatsächlich wie eine Person an meiner Seite und um mich herum vorgestellt. Meine Freundin sagte zwar, ich selbst sei ja das Leben. Sicher hat sie recht, mein Kopf weiß das, aber irgendwie ist mir das noch viel zu kompliziert.

Und es war so klasse. Hab die Leute sogar angelächelt – mit dem Wissen, daß das Leben ja mein Freund ist und neben mir geht, ging das auch gut. Was soll ich sagen … ich war sogar shoppen bei uns im Ort. Wo ich sonst immer große Schwierigkeiten hab, Hosen für meine Größe und die Beinlänge zu finden, fand ich diesmal gleich zwei. Und auch zwei tolle Oberteile. Ich musste so lachen. Auf dem Weg zwischen Kleiderständern und Umkleide fiel mir wieder mein neuer Freund Leben ein. Hab zu ihm gesagt: „Denk daran, du wolltest mein Freund sein …“ Ja, und er hat dran gedacht, denn ich fand für meine Verhältnisse schöne Sachen in Hülle und Fülle.

Als ich an dem Tag wieder nach Hause kam, da wurden ja immer noch Fenster eingebaut, aber ich war kein Stück angespannt. Habs auch weiterhin probiert – aber die Sache ist tatsächlich, daß ich das wirklich trainieren muß. Zu lange hab ich es halt anders gesehen mit dem Leben, das ist irgendwie schon so drin. Aber jedes Mal, wenn es mir wieder einfällt, daß ich jetzt einen Freund hab, denn geht es mir gleich viel besser. Eines Tages werd ich vielleich auch noch begreifen, wie das geht, daß ich das Leben sein soll. Und bis dahin gehts doch auch so – und ich glaub, dem Leben ist das sowas von egal … 😉

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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6 Responses to Das Leben mein Freund?

  1. Olaf says:

    Liebe Kirstin,
    ich bin ganz überwältigt und berührt…….nicht nur das ich mich für dich von Herzen freue es ist auch das ich erst gestern mit einer mir sehr lieben Freundin genau darüber sprach. Wir tauschten gemeinsam unsere Erfahrungen bezüglich des Lebens als Freund oder um es in Marinas Worten zu sagen “den Liebhaber des Lebens” aus. Wir stellten gemeinsam fest das nicht nur unsere Lebensfreude gestiegen ist oder das wir selbst in schwierigen Situationen noch die Liebe hinter all dem sehen können sondern auch das wir oft von tiefer Erfüllung und Dankbarkeit auf all das was ist erfüllt sind. Das es oft die ganz winzig kleinen Dinge im Leben sind in denen uns das Leben zuzwinkert und anlächelt. Du liebe Kirstin, ich freu mich so sehr für dich. Ich könnte dich jetzt ganz feste und innig knuddeln. Und genau das tu ich jetzt einfach via Kosmos 😀 😀 😀
    PS. Und mal wieder schaue ich voller Ehrfurcht auf die feinverwobene Vernetzung ALLEN SEINS 😀 😀 😀
    Ich danke dir, von Herzen. Schön das es dich gibt,
    Olaf

    • Kirstin says:

      lieber olaf, ich freu mich auch sehr, daß es so paßt, wie du beschrieben hast. es ist einfach nur zum staunen, oder? lach – und ich find auch, das knuddels klappt doch bestens via kosmos. wenn wir uns vorstellen, daß unsere energiefelder doch sowieso zusammen sind, dann ist das doch gar kein problem. es ist doch auch nur illusion, daß du in deiner stadt und ich in meiner stadt wohne. in wahrheit sind wir doch direkt gegenüber oder nebeneinander.

      viele liebe knuddels von mir, lieber olaf, und auch so schön, daß es dich gibt ❤ ❤ ❤

  2. Doris Kleiner says:

    Liebe Kirstin,
    Du schreibst ja immer aus meiner Seele, aber diesmal könnte Dein ganzer Text von mir stammen!
    Ich musste laut Lachen, weil es so gut tut zu wissen, dass anderen Menschen die an sich arbeiten ähnlich ergeht.
    Auch ich kam im September an meine (Geräusch-)Belastungsgrenze, denn der Fussballplatz, 30m Meter von meiner Wohnung entfernt, wurde renoviert, heißt neuer Kunstrasen drauf. Rundum wurde auch gebaggert, einmal sogar bis nach 21Uhr!
    Ich kann gut nachempfinden, wie DIR zumute war zur Zeit der Fenster Erneuerung!
    Und mir ging es genau wie Dir, ich war nicht mehr belastbar und fühlte mich mieß. Was natürlich nicht nur von dieser Belästigung kam. Ich fühlte mich allein gelassen mit meinen Gedanken und Gefühlen, auch meine beste Freundin konnte mich natürlich nur auf bessere Zeiten vertrösten.

    Und vor paar Tagen kam für mich der Durchbruch! Ich schaute in meiner Schmuckkiste nach, was sich denn da alles tummelt und siehe da, ich fand einen Ring, den ich mir später ansteckte und “mich mit mir verlobte”. Klingt komisch, gell? aber ich wollte mir selber ein Zeichen setzen, dass ich doch mein ehrlichster Freund bin, mir selber die Treue halten und bis zu meinem Ende mit mir auskommen möchte!
    Ich möchte auch erreichen, dass ich mich aufrichtig lieben lerne, denn diese Eigenschaft habe ich nicht von meinen Eltern geerbt, die muss ich mir erst mühsam aneignen.
    Und genau wie Du es machtest, werde ich diese Woche auch mal shoppen gehen und mir etwas gönnen.

    >>>>> Aber jedes Mal, wenn es mir wieder einfällt, daß ich jetzt einen Freund hab, denn geht es mir gleich viel besser. Eines Tages werd ich vielleicht auch noch begreifen, wie das geht, daß ich das Leben sein soll. Und bis dahin gehts doch auch so – und ich glaub, dem Leben ist das sowas von egal … >>>>>

    Da hast Du recht liebe Kirstin, dem Leben als großes und ganzes sind wir sicher egal. Aber mit dem was wir mitbekommen und was frei zugänglich ist, der Liebe zum Leben, da können wir aus dem Vollen schöpfen und uns ganz unbegründet einfach Freuen in jeder Lebenslage.
    Ich übe fest 😉

    Herzlichst
    Deine Doris Kleiner

    • Kirstin says:

      hallo liebe doris, die idee mit der verlobung find ich genial!!! 🙂 lach – willst du das nicht mal in einem text so schreiben, was du hier von deinen erlebnissen geschrieben hast? und ich freu mich auch immer, wenn es anderen ähnlich ergeht, ist man denn doch nicht so alleine …

      und liebe doris, ich hab nicht gemeint, daß wir dem leben egal sind, sondern daß es dem leben egal ist, ob wir verstehen. hauptsache, wir sehen es als freund an.

      viele liebe grüße von kirstin 🙂

  3. Ich kann Dir nachfühlen… diese Gratwanderung zwischen Lebenslust und Kampf…

  4. Pingback: Bedingungslose Liebe und ungeweinte Tränen … | Unsere neue Erde

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