Bedingungslose Liebe und ungeweinte Tränen …

Bild von Doris

Also, ich beginne mal mit meiner Blasenentzündung. Jahrelang Ruhe gehabt, jetzt seit einigen Tagen hat sie sich wieder mal bei mir gemeldet. Ich besorgte mit ein Naturheilmittel aus der Apotheke und schaute aber auch gleich bei Rüdiger Dahlke nach, was es bedeutet. War sehr interessant, was er schrieb. In der Blase sammelt sich ja alles, was der Körper loslässt und loslassen muß und will. Und wenn es da etwas gibt, das noch nicht so leicht loszulassen ist, denn kann es eben weh tun. Jetzt mal so sinngemäß zusammengefasst. Man kann Rüdiger Dahlke ja leicht googeln.

Ok, das leuchtete mir auch ein. Und da war zu dem Zeitpunkt tatsächlich was, als es losging bei mir. Nämlich die Auswechslung unserer Fenster. Darüber hab ich ja geschrieben, was es mir für Angst machte, meine gewohnte vermeintliche Sicherheit loszulassen, die ja durchaus auch durch heile Wände und Fenster symbolisiert wird. „Das Leben mein Freund?“

So, die Entzündung ging nun durch das Naturheilmittel und meine Bearbeitung des Themas wieder fast weg. Aber gestern war mit einmal wieder dieser krampfige Schmerz da. Was war geschehen? Ich bin gestern in einer Situation gewesen, wo ich selbst überrascht war, daß sie überhaupt noch mal wiederkommt. Ich hab mit jemand zu tun gehabt, der an Depressionen gelitten hat und sich von jetzt auf gleich für meine Begriffe verändert und ganz merkwürdig verhalten hat.

Einfach zugemacht und für mein Empfinden sehr schroff und kalt reagiert. Ja, und da hab ich bemerkt, meine Güte, was macht mir das noch für eine Angst. Und ich hab reagiert wie immer. Im übertragenen Sinne mit Worten um mich gehauen. Ich meinte wieder, mich dagegen wehren zu müssen. Vordergründig gegen das Verhalten, das ich meinte, wahrzunehmen. Aber eigentlich war es ja ein Wehren gegen diese hochkriechende Angst, die ich schon als kleines Mädchen erlebt hab, da meine Eltern beide an Depressionen litten und sich ganz oft so ähnlich verhalten haben. Zugemacht und ihr kleines Mädchen einfach so ohne Erklärung allein vor der Tür stehen lassen. Damals hab ich natürlich nichts verstanden. Es hat einfach nur weh getan und schrecklich verwirrt.

So, nun rief heut eine Freundin an. Ich erzählte ihr, daß wohl die Blasenentzündung zurückgekehrt sei. Sie meinte, das sie das auch ganz oft hatte. Bei ihr hätte es immer zusammen gehangen mit vielen ungeweinten Tränen. Das fand ich total interessant. Denn das passte ja nun total bei mir. Die Ängste, die ich damals als kleines Mädchen hatte vor dem Verhalten meiner Eltern, die hatte ich zwar erkannt und irgendwie bearbeitet, aber geweint hatte ich darüber nie. Ich hatte dem kleine Mädchen in mir sozusagen die Tränen nie zugestanden. War immer nur sachlich und stark. Hab gedacht, ich krieg das mit dem Verstand schon hin, wenn der etwas erkennt. Und ansonsten hab ich halt immer wieder um mich gebissen, wie eben auch gestern wieder. Aber geweint, das hab ich nie. Ja, und seit ich das zumindest erkannt hab, seit ich die ungeweinten Tränen zumindest gesehen und gefühlt hab, seitdem sind die Krämpfe etwas weniger geworden.

In diesem Telefonat mit der Freundin kamen wir auch auf das Thema bedingungslose Liebe. So ganz genau wußte ich immer noch nicht, was das eigentlich genau ist. Ich merkte nur sehr schnell, daß ich hier in diesem Fall das nicht konnte, einfach bedingungslos zu lieben. Weil in mir selbst noch diese Angst und die Trauer waren von damals. Da hab ich mich eben angegriffen gefühlt und meinte, mich nur wehren zu müssen.

Bild von Doris

Weiterhin sprachen wir über einen Fall vor einiger Zeit. Da ist mir mit einer Person etwas passiert, daß sie sich ganz merkwürdig verhalten und mich einfach nur vor den Kopf gestoßen hat ohne weitere Erklärung. Aber diese Person hat mittlerweile wieder den Kontakt zu mir gesucht, sich offen und ehrlich erklärt, was damals bei ihr wirklich los war. Ich konnte das sofort verstehen. Wir sind wieder zusammen, und ich hab nicht mal die Spur eines Grolls mehr gegen sie. Ja, da ging es offenbar. Aber mir war gar nicht mal klar, daß mein Verhalten offenbar auf dieser vielbeschriebenen bedingungslosen Liebe beruht, bis die Freundin mir das sagte. Sie meinte, daß sie sich bedingungslose Liebe so erklärt – jetzt vereinfacht – daß sie im anderen einfach nur die Seele und das Licht sieht.

Hab ich ja auch in dem einen Fall. In dem anderen Fall eben nicht. Aber das war, weil ich den betreffenden Kummer in mir selbst noch nicht wirklich geheilt hab.

War alles gut, das so klar zu sehen. Und gefreut hab ich mich auch riesig. Daß ich das offenbar auch kann, bedingungslos zu lieben. Und auch gefreut, wie schön sich das anfühlt.

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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5 Responses to Bedingungslose Liebe und ungeweinte Tränen …

  1. Ralph says:

    Hallo Kirstin,

    vielen Dank für Deine Offenheit. Es berührt mich, Deine Zeilen zu lesen.

    Eines habe ich allerdings noch für Dich: Dich kann kein anderer vor den Kopf stoßen – das kannst Du nur selbst … mit Deinen Gedanken über den anderen. Und nein – nicht dass mir das immer sofort klar wäre, wenn ich in eine solche Situation komme … aber ich höre grad mal wieder Katie Byron – ist so ungemein herzerfrischend – zu erkennen, wie man immer wieder sich und den anderen vor den Kopf stößt, und das nicht erkennt … und es dann dem anderen vorwirft … wenn aus dem Du-Du-Du ein ich-ich-ich wird … 😉

    Alles Liebe,
    Ralph

  2. bin an-ge-impulst von ihrem Artikel 🙂
    Danke

  3. Danke für Deine offenes Mitteilen.

  4. Moritz says:

    Wir bestehen alle aus der Energie der bedingungslosen Liebe. Das Wissen sich diesem Zustand hinzugeben ist nur verschleiert durch die Erfahrungen, die wir auf der Erde gemacht haben. Und das Ziel jeder Seele ist es, sich dessen wieder bewusst zu werden. Bedingungslose Liebe wirkt schöpferisch und urteilt nicht. Du schenkst dir schon das Geschenk der bedingungslosen Liebe, in dem du dich mit deinen Themen so annimmst wie du bist. Wähle beständig die Liebe dort hinein, auch, wenn du nicht weißt, was diese Energie genau ist – du kannst es trotzdem machen. Es wird sich dir dadurch offenbaren. Wie Michael Roads so schön sagt ‘Wähle Liebe’.

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