Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt

Mahatma Gandhi, 1869 – 1948
Indischer Rechtsanwalt und politischer sowie geistiger Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung
.

Ich weiß nicht, wie es dazu kam. Ich hatte was ganz anderes vor, da bin ich auf Facebook über ein Post gestolpert, wo als Gesamtbild eine Anlage abgebildet war, in der Schweine zur Mast gehalten wurden. Von da ab lief alles wie ferngesteuert.

Ich bin ja manchmal ein bisschen dösig, hab bisher echt gedacht, diese Mastanlagen würden nur in speziellen Fällen eingesetzt, wenn man besonderes Fleisch haben will. So in der Art, wie diese Machenschaften bei der Gänsestopfleber. Aber heute erfuhr ich nun, daß dies wohl eher der Normalfall ist für das Schnitzel z.B., daß man beim Discounter kaufen kann.

Boah … ich hab das echt nicht gewusst. Da ich Vegetarier bin, hab ich gar nicht so oft mit diesen Machenschaften in der Tierhaltung zu tun. Und ich gestehe auch, daß ich da wohl nicht genauer hinschauen wollte bisher. Also suchte ich jetzt nach noch mehr Information, wie das abläuft mit diesen Mastanlagen. Meine Güte, ich kann nur sagen, es tut mir immer noch durch und durch weh, dieses entsetzliche Leid der Tiere. Die Tränen liefen nur so …

Mir wurde ein Stück mehr die ganze Perversion unseres Systems bewusst.

Ich kann mich natürlich fragen, wieso können Menschen sowas tun. Also ich mein jetzt die Mitarbeiter in diesen Mastbetrieben oder auf den Schlachthöfen z.B. Auch da gibt es sicher die vielfältigsten Gründe. Manche machen sich das vielleicht gar nicht bewusst. Oder andere sind zu sowas gezwungen, weil sie sonst meinen, ihre Familien nicht ernähren zu können. Vielleicht werden sie auch von den Arbeitsämtern in so Jobs gezwungen, ich weiß es nicht. Darum geht es mir auch überhaupt nicht. Jetzt mit den Fingern auf eine spezielle Gruppe zu zeigen.

Auch nicht auf die Discounter. Auch hier setzt sich einfach das System fort. Die Gier der Menschen nach möglichst viel Profit. Selbstverständlich hat jeder einzelne Mensch – egal, wo er auch grad steht – jederzeit die Möglichkeit des Umdenkens. Die Möglichkeit des Erwachens im Bewusstsein. Aber es fällt eben auch sehr schwer, wenn man bisher einfach im  System eingebunden war.

An der Perversion dieses Systems sind wir aber alle dran beteiligt, alle ohne Ausnahme. Auch ich – denn auch ich war noch nicht mein Leben lang Vegetarier. Ich hab zwar nie besonders viel oder besonders gern Fleisch oder Fisch gegessen, aber gegessen hab ich es früher hin und wieder auch. Dachte, es gehöre dazu. Und zum Schluß hab ich nur noch diese gefrorenen Geflügel Teile aus dem Discounter gegessen, diese Chicken-Chips. Und da hab ich doch tatsächlich mir das schön geredet, weil dies war für mich ja kein Tier mehr, dies waren ja nur Chicken-Chips … na bravo!

Mir geht es hier auch nicht darum, alle Menschen zu Vegetariern zu machen, ich möchte aufmerksam machen, bewusster zu leben und zu essen. Wir als Verbraucher haben ganz viel in der Hand. Ja, eigentlich haben wir doch sogar alles in der Hand. Wenn wir z.B. nicht mehr das superbillige Schnitzel aus dem Discounter wollen, sondern vielleicht etwas weniger Fleisch essen – und sei es anfangs nur einmal in der Woche – und dafür denn bereit sind, evtl. auch etwas mehr Geld für das Schnitzel auszugeben, wäre doch schon viel gewonnen.

Und fragen wir nach oder informieren uns sonstwie, wo das Fleisch her kommt, das wir grad kaufen. Und wenn der Schlachter oder Verkäufer das nicht weiß, verzichten wir vielleicht für diesen Tag ganz auf das Fleisch und essen erstmal ein vegetarisches Gericht, bis wir wissen, wo wir wirklich gutes Fleisch aus artgerechter Haltung von glücklichen Tieren herbekommen können.

Auch wenn es bei einigen Lichtarbeitern modern geworden ist, daß sie sich mit sowas nicht mehr beschäftigen wollen, weil sie nur noch auf Licht und Liebe Wölkchen schweben möchten – wir alle sind Teil dieser Gesellschaft, damit auch Teil dieses perversen Systems. Und wir alle haben mehr oder weniger mit dazu beigetragen, daß es überhaupt soweit kommen konnte. Das ist meine Meinung dazu. Und wir alle haben auch die Verpflichtung, zusammen zu halten und zusammen zu arbeiten, daß der Karren aus dem Dreck gezogen wird. Und ich finde, die Grundlage dafür ist stetig steigendes Bewusstsein, und das können wir uns alle erarbeiten, dafür braucht man kein New Age oder Esoterik, dafür braucht man nur Herz und Verstand und Verantwortungsbewußtsein.

Ich füge hier Links an. Die ersten beiden sind von der Albert-Schweitzer-Stiftung. Hier wird informiert über

>>Massentierhaltung und über >>Schweinemast.

Und hier kann man sich z.B. informieren, wie man die Herkunft des Fleisches herausfinden kann, wenn der Schlachter es nicht weiß, oder es gar keinen Ansprechpartner dafür im Geschäft gibt.

>>Verbraucherzentrale: Lebensmittelklarheit

Und hier noch ein Link zu >>glücklichen Schweinen. So kann es auch gehen. 🙂

Und ein Link wieder zur Albert-Schweitzer-Stiftung zum Thema 

>>”Tierfreundlich kochen – Rezepte”.

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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2 Responses to Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt

  1. Angelika says:

    Liebe Kirstin,
    ein sehr guter Text, der wieder mal mithelfen mag uns Bewusster und Verantwortlicher zu machen.
    Es tobt ein interner Krieg der Ernährungsexperten wenn es um das Fleischessen geht. Jeder will Schlauer und Wissender sein und natürlich hat jeder Recht mit seinen Aussagen. So kann sich der Mensch an eine für ihn bequeme Aussage anhängen und damit sein Tun verteidigen.
    Hat der Mensch eigentlich irgendwas im Laufe der Zeit dazugelernt?
    Wird er endlich aufwachen aus seinem Tiefschlaf und erkennen was er eigentlich tut?
    Oder wird er in 10 Jahren munter Genfleisch verspeisen, so wie es heute beim Gemüse schon an der Tagesordnung ist?
    Wurde uns das Leben gegeben um so damit umzugehen?
    Das Leben der Tiere weltweit und alles was zur Zeit geschieht, ist doch nichts anderes als unser aller Spiegel. Das Leben dieser Erde ist der Spiegel der Menschheit – nur in diesen will keiner schauen. Ist doch moderner, den anderen als Spiegel zu bezeichnen, als sich mit dem Gesamtbild eines Landes, einer Nation und der gesamten Menschheit zu konfrontieren.
    Namaste´, mögen sich die Herzen der wahren Liebe und des Mitfühlens endlich öffnen.

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