Ich hab aufgehört zu denken …

… ganz oft jedenfalls. Und das wär mir natürlich wieder mal nicht aufgefallen. Hätte nicht eine Freundin dieser Tage zu mir gesagt, daß sie das Gefühl hat, ihre Tage verlaufen grad alle irgendwie gleich. Ja, das geht mir auch so. Aber ich bin froh darüber und genieße es sehr. So brauch ich nicht viel Gedanken reinzustecken in die Tage. Ich war ja nu wirklich immer ganz vorn in der Reihe, wenn es um das ewige Denken und Zerdenken ging. Und so kann das ewige Geplapper im Hirn, der ganze Lärm, endlich leiser werden bis ganz aufhören. Und ich kann wirklich sehen, wie sehr ich bisher in einem Film gelebt hab, geschaffen von mir selbst. Nur leider war es höchst selten ein schöner Liebesfilm.

Und noch was stell ich seit einiger Zeit fest. Viele Dinge, die im außen passieren, berühren mich kaum noch. Auch das, was ich früher an Problemen hatte, löst sich immer schneller auf. Eigentlich hab ich im großen und ganzen Ruhe und Frieden. Klar seh ich alles noch. Und ich mach auch meinen Mund auf. Aber ich identifiziere mich nicht mehr damit. Auch wieder so ein Wort aus der Spiri-Szene. Früher wußte ich natürlich mal wieder nicht, was damit gemeint ist. Jetzt versteh ich es für mich so: Ich sehe die Dinge, krieg sie mit – aber die Dinge sind nicht ich.

Wie viele Texte und sogenannte Channelings sprechen darüber. Hab fast das Gefühl, das scheint im Moment das wichtigste zu sein. Nur, daß daß die da leider oft so rumeiern. Die sagen denn mit schönen Worten, ich soll loslassen. Aber wie das genau geht, das sagen sie mir leider nicht.

Jetzt merk ich aber, wie schön das ist, das loslassen. Weil – es geht auch gar nicht mehr anders. Hab das die letzte Zeit völlig unbewusst gemacht, war ganz automatisch. Irgendwie hatte ich von dem ganzen Mist im außen so gestrichen die Nase voll, daß ich es einfach hab ziehen lassen. Hab mir mein inneres so wie eine Höhle vorgestellt und mich da einfach reingelegt. So in etwa kann man das wohl beschreiben.

Ich versteh aber langsam, was gemeint ist, daß wir uns unsere Welt denken. Wenn wir uns unseren eigenen Tag ansehen, da merken wir es doch schon. Kaum, daß wir morgens die Augen aufmachen, geht’s doch schon los mit der Maschinerie. Aufstehen, ins Bad, Kaffeemaschine an, evtl. was essen. Haben wir alles gepackt für die Schule oder Arbeit? Heute steht evtl. eine Klausur oder ein wichtiges Meeting auf der Arbeit an. Wie das wohl wird – ob das wohl klappt …? Und wieder muß die Mittagspause herhalten, weil wir doch noch dies oder jenes einkaufen müssen …

Immer nur Arbeit und Arbeit. Und am Abend – meine Güte – die Wäsche muß auch endlich mal aus der Maschine raus und aufgehängt werden. XY kriegt das ja nicht gebacken. Überhaupt XY – was der wohl heut abend wieder für eine Laune hat … ob das alles überhaupt noch das richtige ist? Usw. .. usw … usw …

Genau so geht’s doch bei uns ständig, meist ohne, daß wir das so genau mitkriegen. Wir wundern uns am Abend denn höchstens, daß alles ganz genau so eingetroffen ist, wie wir das alles ja schon am Morgen gleich nach dem Aufwachen gewusst haben. Und dies ist ja nur unser kleines, ganz persönliches Dasein. Da sind noch nicht mal die großen weltpolitischen oder wirtschaftlichen Gedanken und Sorgen drin.  Wenn das denn auch noch dazu kommt – z.B. wie lange unser Sparbuch denn wohl noch sicher ist – na denn gute Nacht. Da könnten wir morgens eigentlich am besten gleich im Bett bleiben.

Ich hab das jetzt alles einfach mal nachgelassen. Hab irgendwann so fast automatisch damit angefangen, über all das gar nicht mehr nachtzudenken. Wirklich einfach aufgehört. So zu tun, als ginge mich das gar nix mehr an. Lach – der Witz ist ja, es geht mich eigentlich auch gar nix an. Denn all das hat nicht das geringste mit mir als Seele zu tun. All das ist nur der Geist, der Verstand, meinetwegen auch das Ego, die hier einen Film drehen. Und den sie uns unbedingt als die Wahrheit verkaufen wollen. Und wir denken, das sind wir.

Wenn wir denen aber was husten, uns gemütlich in den Sessel setzen und von ferne diesen Film ansehen, denn werden wir vielleicht noch ganz gut unterhalten – oder eben auch nicht – aber das war es. Wir selbst haben  Ruhe und Frieden. Und Geist, Verstand oder Ego schauen irgendwann ganz blöd aus der Wäsche, weil wir einfach nicht mehr mitspielen. Und denn – und das erleb ich selbst wirklich täglich – können  mit einmal die Dinge sich auftun, die vorher auch schon da waren. Die wir aber leider vor lauter Zerdenken nicht mitbekommen haben.

Denn können wir endlich viel mehr fühlen und sehen oder auch wissen. Das geht ganz automatisch – so fast ohne Übergang. Das hab ich selbst an mir erfahren. Und denn brauchen wir auch nichts zwanghaft in unser Leben reinzudenken. Ich mein jetzt, dieses vielgepriesene – fast schon wieder zwanghafte – Erschaffen. Denn das kommt denn auch automatisch. Auch das war bei mir so. Hab mich nur noch gewundert über die schönen Gedanken und Gefühle, die ich mit einmal hatte. Auch wieder einfach so.

Und selbst, wenn das alles nicht sofort auftaucht, die Ruhe und Frieden sind mit nichts aufzuwiegen. Allein dafür lohnt es sich schon, überhaupt zu leben. Wir dürfen uns nur nicht wieder reinziehen lassen in das ewige Denken, so komisch uns das Loslassen auch vorkommen mag. Ich glaub, dies an nichts denken, das ist schon das neue, auf das wir alle so warten.

Und denn brauchen wir auch nicht mehr auf irgendeinen Aufstieg im außen in der Welt zu
warten oder darauf, daß irgendwelche ominösen „Außerirdischen“ kommen und uns retten. Denn wir werden bemerken, daß wir bereits mitten drin sind im Aufstieg. Eigentlich schon ganz lange. Weil der Aufstieg im Bewusstsein in unserem inneren passiert. In jeder Sekunde, in jedem Moment … JETZT!

Hab heute einen tollen Spruch gelesen: “Wir sind keine Gefangenen des Schicksals, sondern unserer eigenen Gedanken.“ Und in dem Moment, wo wir einfach wirklich aufhören zu denken, haben wir uns selbst befreit.

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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7 Responses to Ich hab aufgehört zu denken …

  1. Ralph says:

    Bingo!

    Kannst Dich noch erinnern, wie Du mich vor einiger Zeit immer mal wieder gefragt hast, wie ich mit diesen Dingen im Alltag klar komme? Ist eigentlich ganz einfach – oder? Nur so richtig erklären kann man’s nicht.

    Bin diese Woche auch wieder noch ein bisschen ruhiger geworden, selbstzentrierter – es tauchen immer wieder neue Glaubenssätze auf, die losgelassen werden wollen … eines nach dem anderen löst sich auf.

    “Nichts in Ordnung bringen wollen, nichts verändern, nicht zu heilen… aber sich öffnen.” (Gangaji)

    Das, worauf solche Aussagen zeigen, wird immer erfahrbarer … und plötzlich tut man wieder ganz absichtslos Dinge, die einem der Verstand mit seinen Mustern und Neurosen bisher strikt verboten hat.

    Alles Liebe,
    Ralph

  2. Doris says:

    Liebe Kirstin,

    ach, ist das schön, was sich bei dir alles tut! 😀

    Ich bin in letzer Zeit nur eine stumme Mitleserin deiner Beiträge gewesen, hatte gar nicht das Bedürfnis, etwas dazu schreiben zu wollen. Aber jetzt will ich dir doch einmal sagen, wie sehr ich mich oft wiederfinde in dem, was du schreibst.

    Auch bei mir bewegt sich gerade unendlich viel. Auch ich gelange immer mehr vom Denken ins Fühlen – oder einfach nur ins Sein. Ich sehe aber auch, wie sehr ich das Denken bisher gebraucht habe. Und manchmal – wenn auch immer weniger – brauche ich es immer noch. Das Denken hält nämlich die inneren Monster in Schach. Es schützt mich davor, Dinge fühlen zu müssen, die ich (noch) nicht ertragen kann.

    Wahrscheinlich haben deshalb auch Affirmationen und simples positives Denken à la “Wir programmieren das Gehirn auf Positiv um” bei mir nie funktioniert. Denn Glaubenssätze haben ja eine Funktion. Sie bestehen nicht nur im Kopf, sondern sind oft tief in den ganzen Körper und ins Energiefeld eingeprägt. Dort stehen sie wie starke, aber liebevolle Wächter, die uns vor massiven Ängsten und Seelenschmerzen beschützen, welche uns überfordern würden, wenn wir sie auf einen Schlag fühlen müssten.

    Da, wo ich inzwischen stark genug bin, die schmerzhaften Dinge zu durchfühlen und sie in meine Seele zurückzuholen, tue ich es. Das gelingt mir immer mehr. Und da, wo es noch nicht geht, danke ich meinem Denken dafür, dass es eine Distanz zu meinem Schmerz herstellt. Immerhin haben meine Glaubenssätze, Blockaden und Gedankenkarusselle mich bis heute überleben lassen und dafür gesorgt, dass ich psychisch nicht zerbrochen bin. Ich finde, das sollte gewürdigt werden. Das Denken ist und war nie mein Feind. Wenn ich es heute nach und nach in die Freiheit entlasse, dann bin ich dabei voller Dankbarkeit für seine jahrzehntelangen Dienste!

    Herzliche Grüße,
    Doris

    • Schmetterling says:

      @ Doris

      Du kannst in Worte fassen, was mich seit 30 Jahre begleitet hat! Herzlichen Dank. Was habe ich mich in meinen Gedankenkarussellen gedreht und dabei gespürt, dass es richtig ist und zerdenkt, dass das ganz bestimmt falsch sein muss.
      Und plötzlich ist Frieden – mitten im grössten Chaos ganz einfach nur Frieden.

      Ist schon ergreifend, so viel Liebe “mit Unbekannt” teilen und erfahren zu dürfen. Da lesen Hunderte wenn nicht Tausende in einem Blog und alle fühlen, dass sie nicht alleine sind. Ich gehöre auch zu jenen stummen Mitleserinnen hier und dort.

      @ Kirstin

      Danke, dass Du die Zeit findest, uns stummen Leser zu vereinen. Der Wert dieser Treffpunkt ist unschätzbar!

      Gesegnetes Wochenende allen
      Schmetterling

      • Doris says:

        Dem Dank an Kirstin schließe ich mich von Herzen an! Ich glaube, liebe Kirstin, du erreichst mit deinem Blog weitaus mehr Menschen als du vielleicht denkst. Ich bin mir sicher, dass auf jeden, der hier einen Kommentar hinterlässt, Unzählige kommen, die sich von deinen Texten im Herzen tief berührt fühlen, ohne etwas dazu zu schreiben.

  3. Angelika says:

    Ich musste wirklich grinsen bei deinen Worten liebe Kirstin und mir kam ein Satz von Kryon in den Sinn: Lerne, ein eigenes Denksystem hochzufahren, sonst denkt das Kollektiv für dich!
    Liebste Grüße 😀 😀

  4. Arcus says:

    Liebe Kirstin,
    manchmal ist es eben so, dass man nicht einmal merkt wie das “Essen” schon längst fertig gekocht ist, das die Flamme schon sehr lange an war :). Sehr klein, jedoch brannte sie. Abgelenkt durch das Außen und die Gedanken, welche jene von “Außen” in uns anregen. Es gibt sogar einen Begriff für das was sich in dir er-öffnet. Es nennt sich die kunstlose Kunst. Ohne das Du es wahrscheinlich merktest, übtest du dich in der gleichgültigen, universellen, bedingungslosen, bewertungslosen Liebe, ebenso wie die Sonne auf alles scheint und Wärme spendet, egal wie oder was es ist. Und, du hast gut erkannt, dass es alles eine Frage des Bewusstseins ist, denn wenn man bewertet, denkt man. Erst wenn die Gedanken zum erliegen kommen ist man eins mit dem was wirklich ist. Sicher, die Zeiten sind günstig, jedoch war es von Beginn an dein Ziel, genau da hin zu kommen. Wenn Du fleißig weiter übst und dich mit deinem Herzen in der kunstlosen Kunst übst, werden sich dir Dinge eröffnen, welche jegliche Wahrnehmungen von Außen als eine von dir erschaffene Illusion darbieten. Es ist eben alles Maya, die Illusion des Selbst.
    Arcus

  5. Kirstin says:

    ach du meine güte, hier ist ja was los 😉 😉 ich danke euch sehr für eure worte und euer interesse. lach – und danke für euer danke 🙂 🙂 liebe schmetterling und doris. ich hab auf neue erde ja eine längere pause eingelegt. aber jetzt scheint es wieder zu flutschen. und liebe schmetterling, so stumm war doris nicht immer 😉 sie ist schon eine weile dabei und hat auch schon selbst texte hier veröffentlicht 😉

    ja, dieses ewige denken … ich begreife jetzt wirklich, was sie alle immer hatten. daß das denken unser einziges gefängnis ist. und auch wenn ich jetzt diesen text geschrieben hab, so ist es doch immer wieder, daß ich da auch wieder reinfalle. ich merk es gar nicht mal sofort. so sehr ist mir das doch in fleisch und blut übergegangen. und diese große freiheit und ruhe des nichtdenkens, die kann ich auch noch nicht immer genießen. aber ich kann mich immer wieder an diese momente erinnern, wenn es mal wieder dolle kommt. und denn komm ich da auch schneller wieder rein.

    ich wünsche uns allen ein denkarmes wochenende 🙂

    liebe grüße von kirstin

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