Vertrauen – das Wort der Zeit

Meine Güte, daß ich mal über Vertrauen schreiben würde, hätt ich auch nie für möglich gehalten. Aber scheint irgendwie dran zu sein. Um mich herum erleb ich viele Menschen, die grad heftigst mit Existenzproblemen zu tun haben – auf verschiedenen Ebenen. Existenz kann ja ganz viel bedeuten. Überall wird grad heftig am Boden gerüttelt, auf dem man ehemals vermeintlich sicher gestanden hat.

Ich glaub, es muß nochmal alles so hochkommen. Vielleicht weil es für alle ums Loslassen geht. Auch so ein beliebtes Wort. Ich selbst hab es aber Stück für Stück erfahren, wie sehr ich doch noch überall festgehalten hab. Allein schon die alltäglichen Dinge, die wir alle ganz selbstverständlich machen, ohne groß drüber nachzudenken. Wir tun es an manchem Tag, als ginge es gar nicht anders. Aber was würde passieren, wenn wir es mal nicht tun? Wäre doch im Prinzip überhaupt nichts dabei. Machen wir aber nicht, weil wir es schon immer so gemacht haben. Weil wir es so gelernt haben, weil es uns so erzählt worden ist.

Ich hab früher oft gesagt, wenn ich jetzt schwer krank wäre oder auch vielleicht „nur“ den Arm gebrochen hätte, denn könnt ich dies oder jenes auch nicht tun. Und es würde trotzdem gehen.

Ich glaub, es geht grundsätzlich ganz oft um die Frage der Existenz. Daß wir glauben oder Angst haben, wenn wir dies oder jenes nicht haben oder machen, denn würden wir unsere Existenz auf irgendeine Weise verlieren. Ich glaub, es gilt jetzt zu erkennen, daß wir das alles auch loslassen können – endlich. Daß wir vielleicht an so manchem viel zu lange unreflektiert festgehalten haben. Uns vielleicht auch dahinter versteckt haben. Daß wir uns viel zu selten gefragt haben, ob das alles wirklich so sein muß, wie wir denken.

Im Moment ist so viel Durcheinander überall, so viel Verwirrung. Grad dieser Tage die Meldungen über einen vermeintlichen Polsprung. War es einer oder nicht? Ich hab keinen blassen Schimmer. Na klar, bin ich auch sehr gespannt, was alles so passieren wird. Und wenn die Nachrichten über irgendwas wie ein Lauffeuer rumgehen, kann ich auch nicht ruhig bleiben. Aber letztendlich geht es ja auch da wieder nur um die Frage der Existenz. Daß wir alles wissen wollen in der Hoffnung, doch noch irgendwas kontrollieren zu können.

Aber ich hab gemerkt, wie wichtig es ist, sich von nichts mehr verrückt machen zu lassen. Wenn wir etwas wissen oder merken müssen, denn werden wir es ganz sicher zu wissen kriegen.

Einen Schritt zurück gehen, alles an sich vorbei ziehen lassen und einfach beobachten. Das ist für mich im Moment das Mittel der Wahl. Sich mit nichts mehr identifizieren. Wirklich ganz stur vertrauen ins Universum. Mich da nicht wieder rausbringen lassen. Vor zwei oder drei Monaten hätt ich jeden noch ausgelacht, der mir gesagt hätte, ich würde mal so reden. Freiwillig hab ich das auch nicht gemacht. Aber ich hab gemerkt, es geht gar nicht mehr anders. Und ich will auch nicht mehr anders. Und das schönste ist, wirklich die tiefe innere Ruhe zu fühlen, die daraus hervor geht.

Und denn kommt nämlich das tolle. Wenn ich in dieser Ruhe bin, denn merk ich mit einmal, was ich wirklich tun will. Was jetzt angesagt wäre. Und das klappt denn auch ganz prima und viel leichter. Hab ich ja gestern schon geschrieben. Mit einmal kann ich Dinge, die ich mir früher nie zugetraut hätte. Mit einmal hab ich so viel Klarheit und Sicherheit. Und diese Sicherheit, die fühlt sich wirklich sicher an und nicht so, wie die, die ich mir früher mit endlosem Tun und Denken und Kontrollieren erkaufen wollte. Weil diese Sicherheit wahrscheinlich wirklich aus dem Herzen kommt.

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About Kirstin

Was möchte ich mit dieser Seite erreichen? Ich selber halte mich für einen ganz normalen Menschen. Ziemlich viel passiert im Leben. Immer auf der Suche nach Glück – oder zumindest Ruhe und Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Mein Weg führte mich irgendwann zur Spiritualität – zum Glück. Aber es musste erst viel passieren. Für mich ist es aber bis heute manchmal nicht so leicht, das, was ich theoretisch für gut und richtig befinde, auch praktisch in mein Leben einzubauen. Und da haben mir in der Vergangenheit Texte geholfen, die die Dinge einfach beim Namen genannt haben. Die mich einfach da abgeholt haben, wo ich stand. Na ja, und das möchte ich einfach gern weitergeben. In meiner eigenen Art, einfach so, wie ich denke. Ohne großen literarischen Anspruch. http://unsereneueerde.blogspot.de/
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4 Responses to Vertrauen – das Wort der Zeit

  1. Ja, liebe Kirstin,
    Vertrauen…vertrauen… vertrauen… und wenn iwir heraus fallen aus dem Vertrauen… wieder neu vertrauen… die Welt und das Leben aus dem Inneren heraus betrachten und von da heraus handeln – wenn es was zu tun gibt… so sind wir auf dem Weg … und wir alle sind Herzensplitter des großen unendlichen Weltenherzens – mögen wir uns mit wachsemdem Vertrauen und Frieden begegnen.
    Namasté Marina

  2. Olaf says:

    Liebe Kirstin,
    meiner Erfahrung und Beobachtung nach geht es letztlich immer “nur” um Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen…….und wieder Vertrauen.. Jede herausfordernde Situation die sich mein göttlicher Teil gemeinsam mit dem Universum für den großen kosmischen Plan erwählt hat sollen mir dienen die Liebe und das Vertrauen in Gott noch mehr zu erfahren und zu vertiefen.
    Zugegeben das ist für mich nicht immer die leichteste Übung gewesen doch ich halt mich ganz wacker 😀 😀 😀

    Ich bin im Herzen fest davon überzeugt das das Universum es gut mit uns meint uns liebt und unterstützt in all den herausfordernden Situationen die der göttliche Teil in uns erwählt hat um Vertauen und Liebe noch tiefer erfahrbar zu machen.
    Das interessante ist auch je älter ich werde desto mehr Dankbarkeit fühle ich meinem eigenen Leben gegenüber. Mit all den dunklen Stunden der Angst und des Schmerzes mit all den herausfordernden Situationen die ich auch durchgemacht habe.
    Ich wollte heute kein anderes Leben mehr, mit niemand tauschen auch nur einen Tag. Das ist eine für mich eher neue Erfahrung.
    Eine erneute Erfahrung von Liebe und Vertrauen in das göttliche ALLSEIN die mich mit tiefer Dankbarkeit erfüllt. Liebe Kirstin, ich freu mich von Herzen sehr für dich das du jetzt auch Vertrauen hast und dies erfährst.
    Sei gesegnet und gehalten in dem Vertrauen das dich hält und führt 😀 😀 😀
    Alles Liebe,
    Olaf

    • Kirstin says:

      hallo lieber olaf, das hast du so schön geschrieben, aber wie schwer ist es, das so zu erleben.
      ich geb dir völlig recht, ich will auch kein anderes leben. alles, was ich erlebt hab, hat mir zu dem gemacht, was ich bin und wo ich steh. neue erfahrungen und erkenntnisse und klarheit und bewußtheit sind für mich der größte schatz, den es gibt.

      wie schön, daß es dich gibt ❤

      ganz viel liebe von kirstin

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